Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Hitze in Leipzig: Mehr Patienten in der Uni-Klinik – Tipps vom Gesundheitsamt
Leipzig Lokales Hitze in Leipzig: Mehr Patienten in der Uni-Klinik – Tipps vom Gesundheitsamt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:03 30.07.2018
Die sonst üblichen eineinhalb bis zwei Liter Wasser pro Tag reichen bei hohen Temperaturen nicht mehr aus, heißt es aus dem Leipziger Gesundheitsamt. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Die andauernde Hitzewelle in Leipzig ist körperlich eine Herausforderung. Besonders für Kinder, Menschen in höherem Alter oder mit Vorerkrankungen bringen Temperaturen über 30 Grad einige Risiken mit sich. Im Extremfall kann auch die Fahrt in die Notaufnahme erforderlich werden „Trotz der anhaltenden Hitze ist bei uns zum Glück aber bisher noch alles im Rahmen“, sagte Markus Bien, Sprecher des Leipziger Uniklinikums, am Montag gegenüber LVZ.de. Saisonbedingt seien die Hitzefälle in der Notaufnahme des Krankenhauses zwar erhöht, aber nicht im außergewöhnlichen Maße.

„Meistens sind es Fälle, bei denen die Patienten einfach zu wenig getrunken haben. Dann bekommen sie bei uns eine Infusion und nach einer Weile können sie auch wieder nach Hause gehen“, so Bien weiter. In selteneren Fällen würden auch sogenannte Hitzeschläge registriert. Dabei steigt die Körpertemperatur auf mehr als 40 Grad an, weil eine Wärme-Abgabe aufgrund hoher Umgebungstemperatur behindert wird. Wird das Problem nicht gelöst, können Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wer aufgrund der Hitze mit solchen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, kann derzeit auch eine Notfall-Hotline der Barmer-Krankenkasse nutzen. Unter der kostenfreien Rufnummer 0800/8484111 wird noch bis einschließlich 2. August täglich zwischen 9 und 21 Uhr über das richtige Verhalten im Notfall informiert. „Gerade für Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen mit Kreislaufproblemen können die hohen Temperaturen nicht nur zur Qual, sondern durchaus auch gefährlich werden. Für ältere Menschen ist es zum Beispiel besonders wichtig, regelmäßig zu trinken, auch wenn sie wenig Durst verspüren. Denn mit zunehmendem Alter lässt das Durstempfinden nach“, sagte Barmer-Sprecherin Claudia Szymula.

Empfehlungen der Experten

Trinken und nochmal trinken: Ähnliche Tipps gibt es auch beim Gesundheitsamt der Stadt Leipzig. „Die empfohlene Trinkmenge liegt für gesunde Erwachsene zwischen eineinhalb bis zwei Litern täglich. Bei sehr hohen Außentemperaturen reicht dies allerdings nicht aus“, heißt es in einem umfangreichen Ratgeber auf der Webseite der Behörde. Als Erfrischungsgetränk empfohlen werden Wasser, Tee oder leichte Fruchtsäfte. „Mineralwasser und Trinkwasser pur sind ideal, diesen Verlust auszugleichen. Eine Scheibe oder ein Spritzer Zitrone, die nebenbei auch noch antibakteriell wirkt, peppen sie geschmacklich auf.“ Dabei sollten die Getränke auch nicht zu kalt sein, denn wärmere Flüssigkeit werde vom Körper leichter verarbeitet.

Essen gegen Sonnenbrand: Aufgrund der hohen UV-Strahlung sei unbedingt auch Sonnenschutz von außen (durch Sonnenmilch, -creme oder -spray) und bestenfalls auch von innen notwendig, so die Gesundheitsexperten der Kommune. „Betacarotin ist beispielsweise in orangefarbenem, rotem und grünem Obst und Gemüse enthalten und schützt die Zellen vor UV-Licht. Lycopin steckt vor allem in Tomaten sowie Tomatenprodukten und wirkt wie ein Sonnenschutz von innen. Vitamin E, das in hochwertigen Ölen wie Soja-, Sonnenblumen-, Raps-, Maiskeim-, Weizenkeim- und Distelöl, aber auch in Mandeln und Haselnüssen vorkommt, ist ein Zellschutzvitamin und hilft, die Hautalterung zu verzögern. Auch Calcium aus Milchprodukten hat eine zellstabilisierende Wirkung“, heißt es auf der Seite des Gesundheitsamtes. Nicht zuletzt könne auch durch angemessene Kleidung ein positiver Effekt gegen die Hitze erzielt werden. Das Leipziger Gesundheitsamt empfiehlt helle, weite Kleidungsstücke aus Baumwolle.

Vorsicht im Freibad: Wer das Glück hat, bei den Hitzetemperaturen im Freibad oder am See sein zu können, sollte zumindest zu extreme Wechsel zwischen Warm und Kalt vermeiden. Plötzliche kalte Duschen oder ein direkter Sprung ins kühle Wasser kann den Kreislauf überfordern: „Gerade an besonders heißen Tagen kann eine solche Überlastung gefährlich sein.“ Wer keinen See in der Nähe hat, könnte sich zumindest temporär mit einem kalten Wasserstrahl auf die Unterarme behelfen. „Besonders geeignet dafür sind die Innenseiten der Gelenke. Wie auch bei den Fußbädern ist dies gleichzeitig ein hervorragendes Training für das Gefäßsystem“, schreiben die Leipziger Gesundheitsexperten.

Alle Tipps vom Gesundheitsamt: www.leipzig.de

Von Matthias Puppe

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viele Jahre lang ging es mit den Einwohnerzahlen im Osten nach unten. Nur die Großstädte Leipzig und Dresden ragten heraus. Langsam spüren aber auch die Orte im Umland einen „Überschwappeffekt“.

30.07.2018

Der Hochsommer lässt auch in der kommenden Woche kaum von seiner sonnigen Kraft: Für das Stadtgebiet von Leipzig werden bis zu 38 Grad prognostiziert.

30.07.2018

Wo in den kommenden Tagen das Klimacamp Pödelwitz steht, sollen in Zukunft riesige Bagger Braunkohle schaufeln. Ein ganzes Dorf steht auf der Kippe, hat aber mehr als seine Einwohner hinter sich. Aus Reihen der CDU kommt Kritik.

29.07.2018