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Lokales Hitze legte DWD-Station in Leipzig lahm
Leipzig Lokales Hitze legte DWD-Station in Leipzig lahm
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17:59 27.06.2019
Anja Juckeland vom DWD zeig die Englische Hütte – eine analoge Möglichkeit, um die Temperatur zu bestimmen. Sie ist allerdings nicht geeicht. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Am Donnerstagnachmittag wirkt Roland Ziebarth, Techniker des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig-Holzhausen, erleichtert. Insgesamt fünf Tage hatten die Messgeräte der Station keine Daten geliefert, ausgerechnet in einer Woche, in der über nichts so häufig wie über das Wetter gesprochen wird.

Die Ursache hierfür zu finden, sei gar nicht einfach gewesen, erklärt Ziebarth. Die Wetterstation misst nämlich nicht nur die Temperatur, sondern noch viele andere meteorologische Parameter wie Luftdruck, Wolkenentfernung oder Bodentemperatur. Alle Module, welche die Werte ermitteln, sind durch eine Ringleitung miteinander verbunden.

Technik kann sich auf bis zu 70 Grad erhitzen

„Höchstwahrscheinlich ist Samstag ein Modul wegen der Hitze ausgefallen und hat alle anderen mitgenommen“, sagt Ziebarth. „Bei diesen Temperaturen kann sich auch die Technik auf 60 bis 70 Grad erhitzen.“ Mittlerweile könnten fast alle Werte wieder erhoben werden. Nur das Modul, das den Ausfall verursacht hat, ist noch abgeschaltet.

Dennoch sei die Störung ein Einzelfall. Auch der Sommer 2018 war heiß gewesen, damals seien die Geräte nicht ausgefallen. „Wie alle anderen technischen Apparate altert auch die Messstation,“ erklärt der Techniker. „Ausfälle sind aber extrem selten.“

Daten kamen vom Flughafen in Schkeuditz

Am Mittwoch, dem heißesten Junitag, der jemals in Leipzig gemessen wurde, konnte der DWD daher nur auf Daten vom Flughafen in Schkeuditz zurückgreifen. Dort wurde eine Höchsttemperatur von 36,7 Grad erhoben.

Auf dem Gebiet der Stadt Leipzig gibt es noch zwei weitere Wetterstationen. Der private Dienstleister Meteogroup vermeldete am Mittwoch an seiner Messstation in Connewitz 36,8 Grad. Die Meteorologen der Universität Leipzig konnten auf ihrer Wetterwiese in der Stephanstraße im Zentrum-Südost eine Höchsttemperatur von 37,3 Grad feststellen. Das war auch für die Universitäts-Mitarbeiter der höchste Wert, der seit Beginn der Aufzeichnungen im Juni gemessen wurde.

Auf dem DWD-Gelände in Leipzig-Holzhausen wachsen Apfelbäume, denn auch Pflanzen können Anja Juckeland und ihren Kollegen bei der Wetterbestimmung helfen. Quelle: Dirk Knofe

DWD verfügt noch über analoge Messgeräte

In Holzhausen gab es während des Ausfalls noch die Möglichkeit, die Temperatur analog zu messen. Dazu wird eine sogenannte Englische Hütte verwendet. Die weiß gestrichene Holzbox enthält ganz normale Quecksilberthermometer und wurde in der Vergangenheit zur Temperaturmessung eingesetzt. „Gestern haben wir dort 37 Grad abgelesen, aber das ist kein offizieller Wert“, erklärt Anja Juckeland vom DWD. Schließlich befinde sich die kleine Holzhütte nur weniger Meter über einem gepflasterten Platz, von dem die Wärme aufsteige. In der Statistik kann die Angabe daher nicht verwendet werden.

Die Englische Hütte ist nicht die einzige analoge Messart, die in Holzhausen verwendet wird. Auf dem Gelände des DWD stehen zum Beispiel auch noch Apfelbäume, da Pflanzen seit jeher als Indikator der Klimaentwicklung gesehen werden. Traditionell gilt der Beginn der Apfelblüte als meteorologischer Frühlingsanfang.

Von Pia Siemer

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