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Lokales Hoch „Christa“ hüllt Leipzig in einen Eispanzer – Anstieg der Unfallzahlen
Leipzig Lokales Hoch „Christa“ hüllt Leipzig in einen Eispanzer – Anstieg der Unfallzahlen
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14:57 24.01.2017
Es war am Dienstagmorgen ganz schön glatt in Leipzig. (Archivfoto)  Quelle: LVZ-Archiv
Leipzig

 Die Messestadt ist am Dienstagmorgen unter einem Eispanzer erwacht. Auf Fußwegen, Straßen und Autoscheiben hatte sich der Frost zum Teil steinhart verewigt. Das führte vielerorts zu ungewollten Rutschpartien und zu überdurchschnittlich anstrengender Enteisung. „Wir verzeichnen aktuell etwa 50 Prozent mehr Unfälle auf den Straßen. Das waren bisher vor allem Blechschäden“, sagte Polizeisprecher Alexander Bertram gegenüber LVZ.de. In der Uniklinik war unterdessen die Notaufnahme voll. „Wir haben etwa ein Drittel mehr Wegeunfälle. Zum Glück ist aber nichts dramatisches passiert“, so ein Krankenhaussprecher.

Im Dauereinsatz war der Winterdienst bereits seit der Nacht. „Wir hatten seit Montag, 22.30 Uhr, 18 Winterdienststreufahrzeuge sowie 19 Mitarbeiter der Stadtreinigung Leipzig auf der Straße“, berichtete Sprecherin Susanne Zohl. Außerdem erfüllten neben der Stadtreinigung zwei Fremdfirmen - vorwiegend in den Außenbezirken der Stadt – Winterdienstaufgaben, so streuten weitere fünf Fahrzeuge seit 1.30 Uhr. Bis 6 Uhr hat die Stadtreinigung, so Zohl, gut 81 Tonnen Streusalz verbraucht.

Zum morgendlichen Berufsverkehr und am Vormittag war der öffentliche Winterdienst am Dienstag mit insgesamt zwölf Groß- und Kleinstreuern unterwegs. Abgestumpft wurden die Fahrbahnen mit Feuchtsalz. Außerdem seien die Mitarbeiter der Stadtreinigung seit 2.45 Uhr in Fußgängerzonen und auf öffentlichen Plätzen unterwegs gewesen. Am Morgen hätten sie auch auf Kreuzungen, Brücken und Übergängen gestreut.

Inversionswetterlage

Den Grund für die morgendliche Eisglätte liefert Hoch „Christa“, dass Leipzig schon seit Tagen eine sogenannte Inversionswetterlage beschert. „Die zeichnet sich dadurch aus, dass es unten kalt ist, in der Höhe bei 800 bis 1000 Metern aber vergleichsweise warm“, erklärte Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dabei könne die Feuchtigkeit nicht entweichen. In der Nacht zum Dienstag ging über mehrere Stunden Sprühregen auf Leipzig nieder, der dann in Bodennähe sofort gefror und zum Eispanzer wurde. Auch in den kommenden beiden Nächten müsse mit ähnlichen Situationen gerechnet werden, so der DWD-Experte. Erst am Donnerstag klärt der Hochnebel etwas auf, kann tagsüber auch mal mit Sonne gerechnet werden. Trotzdem bleibt es weiterhin kalt.

Expertenrat: Enteiserspray für die Windschutzscheibe

Das bedeutet für Autofahrer ohne Standheizung oder Garage vorerst auch weiterhin morgendliches Workout. Am Dienstag mussten die Fahrzeughalter eine dicke Eisschicht von ihren Frontscheiben entfernen. Mit einem herkömmlichen Eiskratzer war dies nur mit hohem Aufwand möglich, weil das Eis ungewöhnlich fest saß. Kfz-Meister raten in solchen Fällen zu Enteiserspray. Es enthält Alkohol und andere Stoffe, die das Eis schmelzen lassen. „Ein hochwertiges Spray greift die feinen Blätter der Scheibenwischer nicht an. Außerdem lässt es sich rückstandslos von den Scheiben entfernen“, so die Experten.

Dagegen warnen die Automobilclubs vor einem Klassiker: Heißes Wasser auf die Scheibe gießen. Diese Methode helfe nur für den Augenblick und sei sogar gefährlich. Durch den plötzlichen Temperaturanstieg kann das Glas reißen und muss im schlimmsten Fall anschließend ersetzt werden. Und auch wenn alles gut geht, nützt diese Methode wenig. Sobald die Scheibe wieder abkühlt, bildet sich erneut Eis und nimmt dem Fahrer die Sicht.

Die beste Methode sei am Abend vor dem Start vorzubeugen. Der Handel bietet Schutzfolie für die Scheiben an. Sie lassen sich mit wenigen Handgriffen leicht am Fahrzeug anbringen und sorgen am nächsten Morgen für den Durchblick.

Von Matthias Roth / Matthias Puppe

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