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Lokales Höhle der Löwinnen im Autohaus Schneider
Leipzig Lokales Höhle der Löwinnen im Autohaus Schneider
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18:07 28.03.2019
Die Löwinnen Nicole Kappel, Monika Maywald, Skadi Berger und Nancy Schneider (hinten v.l.) beraten die Schülerinnen.
Die Löwinnen Nicole Kappel, Monika Maywald, Skadi Berger und Nancy Schneider (hinten v.l.) beraten die Schülerinnen. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

„Mathe können Jungs viel besser“ oder „Handwerker sind doch eh nur Männer“. Solche Stereotypen kann man in Zeiten der Gleichberechtigung und im Genderwahn eigentlich gleich an den Nagel hängen. Das bedeutet aber nicht, dass viele Mädchen nicht großen Respekt davor haben, an eine „typisch männliche“ Berufswahl zu denken. Um das zu ändern, gibt es seit 2001 den Girls’Day. Der soll es Mädchen ermöglichen, in Berufe hineinzuschnuppern, die überwiegend von Männern dominiert werden.

Vier Löwinnen sitzen in der Jury

Nancy Schneider, Inhaberin des Autohaus Schneider, hat sich den Girls’Day am Donnerstag zum Anlass genommen, um eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die jungen Mädchen das Konzept der Selbstständigkeit und des Unternehmertums näher bringt. Dazu hat sie sich mit drei anderen Frauen zusammengetan, die in ihrer Branche ebenfalls die Hosen anhaben: Skadi Berger ist Geschäftsführerin der Wiewald GmbH, Nicole Kappel ist Fitnesscoach und Monika Maywald ist Inhaberin von Weine & Events. Zu viert stemmten sie „Die Höhle der Löwinnen“ im Autohaus Schneider.

Projektthema Smartphonezubehör

18 Schülerinnen der Klassenstufen 6 bis 9, bunt gemischt von Leipziger Gymnasien, Realschulen und Oberschulen bekamen die Aufgabe, in drei Gruppen ein eigenes Unternehmen nachzuspielen und eine Produktidee zu entwerfen, die sie der Jury der „Löwinnen“ vorstellen sollten, um eine oder mehrere der Unternehmerinnen als Investorin zu gewinnen. Das Konzept war der TV-Show „Höhle der Löwen“ nachempfunden und stellte die Schülerinnen vor eine große Herausforderung. Das Produkt sollte sich thematisch um Smartphone-Zubehör drehen.

Zwei Stunden hatten die Gruppen à sechs Mädchen Zeit, um sich ein Konzept und einen ersten Businessplan zu überlegen. Sarah Petzold stellte das Konzept der ersten Gruppe vor und stand mit bemerkenswerter Sicherheit vor der Jury. „Mobile Action“ nannte sich das Produkt und sollte das professionelle Aufnehmen von Fotos auf Reisen erleichtern: „Wir kombinieren eine Handyhülle mit einem leistungsfähigen Akku und LED-Fotobelichtung“, erklärte die 14-Jährige. Sie möchte später selbst als Unternehmerin arbeiten und war deswegen mit Begeisterung bei der Sache.

Mehr Frauen in die Führungsetagen

Skadi Berger sagte über die Schülerinnen: „Ich bin sehr überrascht, wie die Mädels sich einbringen mit ihren Ideen. Am Anfang hatten sie vielleicht noch Berührungsängste, aber sobald sich die Gruppen gefunden hatten, haben sie sofort losdiskutiert.“

Monika Maywald ist auf Schneiders Anfrage sofort angesprungen, weil sie ihre Erfahrung mit den jungen Mädchen teilen wolle. „Mädchen sieht man viel zu selten in den Führungsetagen“, sagte Schneider selbst. „Und deswegen möchte ich auch dafür werben, dass sich mehr Frauen mit ihren Ideen selbstständig machen.“

Von Katharina Stork