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Lokales Holzhaus in Lindenau sahnt mehrere Preise ab
Leipzig Lokales Holzhaus in Lindenau sahnt mehrere Preise ab
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17:36 28.05.2019
Arbeiten, Wohnen, Leben unter einem gemeinsamen Dachgarten – die Idee der „Stadt der kurzen Wege“ wurde mit diesem Holzhaus an der Zschocherschen Straße (links) perfekt umgesetzt, so die Jury des Sächsischen Staatspreises für Baukultur 2019. Quelle: Peter Eichler
Leipzig

Ein Holzhaus in Lindenau wird jetzt mit Auszeichnungen überhäuft. „Nachhaltig in die Zukunft“ lautete das Motto für den Wettbewerb um den Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2019. Am Ende hatte das außergewöhnliche Gebäude an der Ecke Zschochersche Straße 8 / Felsenkellerstraße die Nase vorn. Innenminister Roland Wöller (CDU) überreichte die Urkunde und ein Preisgeld von 15 000 Euro an die Baugemeinschaft Z8 GbR, bestehend aus vier Familien sowie einem alteingesessenen Leipziger Büromöbel-Händler. „Architekt und Bauherr haben nachhaltige Antworten auf Fragen der Energetik, der flexiblen Nutzung sowie des Einsatzes nachwachsender Rohstoffe gefunden und diese auf einer herausfordernden Grundstückssituation ausgezeichnet umgesetzt“, lobte der Minister.

Fünfgeschosser aus massivem Brettsperrholz

Außerdem vergab die Jury unter Vorsitz von Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen, fünf Anerkennungen. Sie gingen alle nach Chemnitz oder Dresden – zum Beispiel für den Umbau des Chemnitzer Hauptbahnhofs oder die Sanierung des Dresdner Kulturpalastes. Das Leipziger Holzhaus hatte die LVZ bereits während der Bauphase vor zwei Jahren vorgestellt. Bei diesem Fünfgeschosser plus gemeinsam genutzten Dachgärten hatte der Leipziger Architekt Dirk Stenzel nur einen Treppenhauskern mit dem Aufzugschacht aus Stahlbeton anfertigen lassen. Alle anderen Teile bis zur Fassade bestehen aus massivem Brettsperrholz aus Österreich.

Kohlendioxid-Speicher und gutes Raumklima

Der älteste Baustoff der Menschheit sei den sonst gebräuchlichen Materialien nicht nur in Sachen Ökologie überlegen, erläuterte Stenzel. Dennoch: Ein Kubikmeter Holz speichere eine Tonne Kohlendioxid, was dem Treibhauseffekt entgegenwirke. Wenn ein Holzhaus nach Jahrhunderten demontiert werden muss, hinterlasse es keinen Schutt, sondern weiterhin nutzbares Holz, betonte der Fachmann, der in Leipzig schon mehrere Eigenheime aus Holz errichten konnte.

Nur das Treppenhaus entstand aus Stahlbeton. Quelle: Peter Eichler

Zudem hätten die Nutzer ein ideales Raumklima durch bessere Feuchte- und Wärmeregulierung. Das grüne Gebäude wird mit Wärmepumpen und Solarkollektoren beheizt und im Sommer gekühlt. In jeder Wohnung trägt noch ein wassergeführter Kamin zum Füllen des Wärmespeichers bei. Wegen sehr strenger Brandschutzvorschriften seien Holzhäuser dieser Größe noch die absolute Ausnahme in Sachsen, erläuterte Stenzel. „Durch ein modernes und durchdachtes Brandschutzkonzept ist dieses Problem jedoch längst lösbar“, versicherte er.

Rundum-Sicht und Veranstaltungssalon

Das Lindenauer Holzhaus hat 2,5 Millionen Euro gekostet und erhielt in den vergangenen Wochen noch weitere Auszeichnungen: so den Holzbaupreis Sachsen 2019, Anerkennungen beim Deutschen Holzbaupreis 2019 sowie BDA-Preis Sachsen 2019 sowie nicht zuletzt einen beachtlichen 3. Platz beim KfW-Award Bauen 2019. Die dortige Jury sprach von einem „urbanen Tortenstück“ und urteilte über die neue Nutzung des spitzwinkligen Grundstücks (auf dem bis 1961 eine Tankstelle stand): „Auf einem spitz zulaufenden Grundstück in Leipzig entstand ein elegantes Wohn- und Geschäftshaus aus Holz, das jetzt die Straßenkreuzung prägt. Es bietet Räume mit spektakulärer Rundum-Sicht und einen Dachgarten für die Bauherren-Gemeinschaft. Deren Mitglieder konnten ihre vier Wohnungen fast frei aufteilen, da keine Innenwände fest vorgegeben waren. Über dem Eingang liegt ein Veranstaltungssalon – etwa für Lesungen während der Leipziger Buchmesse.

Auf der KfW-Internetseite gibt es ein ausführliches Video zu diesem Bauprojekt.

Von Jens Rometsch

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