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Lokales Hunderte Leipziger bei Friedensgebet und Rede zur Demokratie
Leipzig Lokales Hunderte Leipziger bei Friedensgebet und Rede zur Demokratie
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09:59 10.10.2016
Martin Schulz bei seiner Rede zur Demokratie.
Martin Schulz bei seiner Rede zur Demokratie. Quelle: Kempner
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Leipzig

Traditionell beginnt das Gedenken am 9. Oktober um 17 Uhr mit dem Friedensgebet in der Nikolaikirche, wo Yassir Eric vom Europäischen Institut für Migration, Integration und Islamthemen predigte. „Ich stamme aus einem Land, das Menschenrechte mit Füßen tritt. Man öffnet den Mund nur beim Zahnarzt“, sagt der Pastor, der aus dem Sudan stammt. Was heute in Deutschland Geschichte ist, sei in vielen Ländern Gegenwart. Deshalb würden die Menschen fliehen. Ängste ließen sich nur in direkten Begegnungen abbauen.

„Wir erleben unmittelbar einen gesellschaftlichen Härtetest“, sagt Martin Schulz (SPD), der Präsident des Europäischen Parlaments, bei seiner Rede zur Demokratie und verweist darauf, wie die Zahl der Anschläge mit ausländerfeindlichem Hintergrund in Deutschland auf ein Rekordhoch gestiegen sei. So würden Meinungsverschiedenheiten immer härter ausgetragen.  Eine Gruppe von Menschen scheine sich zum Ziel gesetzt zu haben, die „Demokratie in Europa und in Deutschland lächerlich zu machen oder sie gar abzuwickeln“.

Er frage sich, warum nicht ein lauterer Schrei der Empörung durch die Gesellschaft halle, wenn diese Gruppen sich anmaßen, unser gesamtes Volk zu vertreten. „Sie alle wissen, dass die Parole ,Wir sind das Volk’ nicht für Hetze, Nationalismus und Nabelschau steht, sondern für Öffnung der Grenzen, für Solidarität, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.“ Jene Werte, die die Leipziger alljährlich am 9. Oktober mit dem Lichtfest auf dem Augustusplatz feiern.

Die Rede von Martin Schulz im Wortlaut:

09.10.2016 Rede zur Demokratie_EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (59 kB)

Mathias Orbeck und Anton Zirk