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Lokales Rund 1000 Menschen setzen in Leipzig Zeichen gegen Kohle-Kompromiss
Leipzig Lokales Rund 1000 Menschen setzen in Leipzig Zeichen gegen Kohle-Kompromiss
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09:24 03.02.2019
Demo der Kohlegegner und Klimaschützer in Leipzig. Quelle: Kempner
Leipzig

„Kein Baum ist illegal“ oder „There is no Planet B“ („Es gibt keinen Planeten B“): Mit diesen und anderen Spruchbändern sind hunderte Menschen am Samstag durch die Leipziger Innenstadt gezogen und haben ein Zeichen gegen den Kohle-Kompromiss gesetzt. Augenzeugen sprachen von etwa 800 bis 1000 Teilnehmern. Die Veranstalter bezifferten die Zahl auf mehr als 2000. "Wir gehen von 900 bis 1000 Teilnehmern aus", sagte eine Sprecherin im Lagezentrum der Polizei am Abend auf Nachfrage von LVZ.de.

Bei der Abschlussperformance auf dem Augustusplatz zündeten Aktivisten Rauchbomben in den Aufgängen zur Tiefgarage. Die Feuerwehr rückte an. Einsatzkräfte nahmen die Personalien der mutmaßlichen Verursacher auf. "Es handelte sich um Nebeltöpfe mit dunklem Rauch. Gegen zwei Personen wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet", hieß es aus dem Lagezentrum. Durch den entstandenen Qualm wirkten die milchig-gläsernen Zugänge zur Tiefgarage kurzzeitig wie der rauchende Schlot eines Kraftwerks. "Im Großen und Ganzen lief die Veranstaltung friedlich ab." Festgenommen wurde niemand.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Augustusplatz zündeten Aktivisten handelübliche Rauchbomben. Der Qualm sei gesundheitlich unbedenklich, hieß es. Quelle: Dom

Zuvor hatten sich gegen 12.30 Uhr etwa 500 überwiegend junge Menschen auf dem kleinen Willy-Brandt-Platz am Hauptbahnhof versammelt. „Schon jetzt müssen Menschen wegen des Klimawandels ihre Heimat verlassen, schon jetzt haben unzählige Menschen wegen des Klimawandels nichts zu essen“, hieß es in einem der Redebeiträge.

Kein stufenweiser Ausstieg

„Der stufenweise Ausstieg zwischen 2022 und 2038 wird von uns abgelehnt. Wir fordern den sofortigen Kohleausstieg. Friedlich, aber bestimmt werden wir für Klima-Gerechtigkeit kämpfen.“ Anschließend setzte sich der Zug entlang des Innenstadtrings in Bewegung.

Die Organisatoren lehnen das von der Kohlekommission vorgeschlagene Datum für den Ausstieg aus der Braunkohleförderung, das Jahr 2038, ab. Zudem fordern sie, dass Dörfer wie Pödelwitz oder Obertitzt im Landkreis Leipzig nicht abgebaggert werden.

Gegen 14 Uhr stoppte der Demonstrationszug auf dem Markt für eine Zwischenkundgebung. Von dort liefen die Teilnehmer weiter in Richtung Augustusplatz.

Hunderte sind am Samstag durch die Leipziger Innenstadt gezogen, um ein Zeichen gegen den Kohle-Kompromiss zu setzen.

BUND, Greenpeace & Co.

Unterstützt wird der Protest in Leipzig unter anderem vom BUND Leipzig, Greenpeace, dem Bündnis Pro Pödelwitz, der Schülerbewegung Fridays for Future sowie von der Linkspartei und den Grünen.

Parallel zur Veranstaltung in Leipzig fanden auch in mehreren deutschen Städten Demonstrationen statt. In Karlsruhe blockierten Kohlegegner unter anderem die Zufahrt zu einem Kraftwerk. Mit dem Aufzug in Leipzig und den anderen Städten startet den Angaben zufolge eine bundesweite Aktionswoche.

Von dom/jhz/CN

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