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Lokales IG Bau sieht bei Neubauten in Leipzig „deutlich Luft nach oben“
Leipzig Lokales IG Bau sieht bei Neubauten in Leipzig „deutlich Luft nach oben“
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19:13 11.07.2019
Wie hier auf dem Gelände der alten Heeresbäckerei in der Olbrichtstraße entstehen derzeit überall in Leipzig neue Wohnungen. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

2314 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) in Leipzig gebaut, darunter 265 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das seien zwar 40 Prozent mehr als im Vorjahr, so IG-Bau-Bezirksvorsitzender Bernd Günther. Dennoch sieht er beim Neubau „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei für ihn, was gebaut werde. „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen“, sagte Günther am Donnerstag. Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 würden die Mittel sogar auf eine Milliarde gesenkt. Zudem fielen pro Jahr 80 000 Sozialwohnungen in Deutschland aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

Der Bau braucht verlässliche Förderung

Günther: „Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen.“ Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.

Genau diese Signale fehlten nach Ansicht des Gewerkschafters jedoch in der aktuellen Wohnungsbaupolitik. So schaffe etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden. „Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur – auch in Leipzig“, erklärte Günther. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr bundesweit 285 000 Wohnungen gebaut. „Damit hinkt die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375 000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher“, so die IG Bau.

Von LVZ

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