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Lokales „Ihr gehört ewig in die Jagdgründe“ – Bornaer AfD-Stadtrat bedroht den DGB
Leipzig Lokales „Ihr gehört ewig in die Jagdgründe“ – Bornaer AfD-Stadtrat bedroht den DGB
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18:32 20.08.2019
Ein Ausriss aus dem Brief des Bornaer AfD-Stadtrats an den DGB in Leipzig. Quelle: Repro: LVZ
Leipzig/Borna

Vorwürfe, auch üble Beleidigungen oder Drohungen in sozialen Netzwerken – all das ist Erik Wolf mittlerweile gewohnt. Doch jetzt flatterte dem DGB-Geschäftsführer für Leipzig und Nordsachsen ein Drohbrief auf den Tisch, den ein offizieller Amtsträger der Alternative für Deutschland (AfD) verfasst hat – der Bornaer AfD-Stadtrat Reinhard Jöricke.

Jöricke erzürnt, dass seine Partei nicht auf ein DGB-Wahlforum am 22. August im Bornaer Stadtkulturhaus eingeladen wurde. Er schreibt: „Das ist Eure Demokratie – einfach furchtbar! Die meist gewählte Partei in Sachsen grenzt Ihr aus! Schämt Euch! Zum Kotzen!“ Jöricke bringt den DGB auch in Zusammenhang mit Zerstörungen von AfD-Büros in Borna, Döbeln und Leipzig. Das Schreiben gipfelt in dieser Aussage: „Ihr gehört ewig in die Jagdgründe Weg mit dem Roten Viehzeug“.

Der Brief des Bornaer AfD-Stadtrats an den DGB in Leipzig. Quelle: Repro: LVZ

DGB-Mann Wolf hat Anzeige gegen Reinhard Jöricke erstattet, einen Sicherheitsdienst für das Podium engagiert und die Polizei über die Veranstaltung informiert. Denn neben der unverhohlenen Drohung mit den ewigen Jagdgründen hat Jöricke einen Flyer zum Forum mitgeschickt, das Datum eingekreist und „Wir kommen“ darüber geschrieben. Erik Wolf sieht auch darin eine Bedrohung. „Es geht nicht um meine Person – ich habe auch eine Verantwortung gegenüber unseren Gewerkschaftsmitgliedern. Ich muss so etwas ernst nehmen.“ Es sei DGB-Beschlusslage, keine AfD-Vertreter auf Podien einzuladen, so Wolf.

Er habe nach Erhalt des Briefes sofort mit Jöricke telefoniert, so Wolf. Dieser habe die Authentizität des Schreibens bestätigt. Auch gegenüber der LVZ erklärte der AfD-Stadtrat am Dienstag Abend, dass er den Brief so verfasst habe. Auf Nachfrage sagte Jöricke, dass er die Worte so nicht noch einmal wählen würde. Er habe sich „aus Wut“ über die aus seiner Sicht undemokratische Einladungspraxis des DGB so ausgedrückt.

„Wir werden im Falle von Störungen unserer Veranstaltung von unserem Hausrecht Gebrauch machen“, kündigte DGB-Chef Wolf an, „wir lassen uns nicht einschüchtern und werden das Wahlforum wie geplant durchführen.“

Von Björn Meine

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