Im Hinterhof versteckt: So sieht die neue Staatsanwaltschaft in Leipzig aus
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Im Hinterhof versteckt: So sieht die neue Staatsanwaltschaft in Leipzig aus

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08:03 29.12.2020
Die Gerüste am Neubau der Staatsanwaltschaft in der Leipziger Südvorstadt sind gefallen. Der Behördenkomplex soll Ende März 2021 fertiggestellt sein. Rechts befindet sich ein mittlerweile sanierter Trakt der alten JVA.
Die Gerüste am Neubau der Staatsanwaltschaft in der Leipziger Südvorstadt sind gefallen. Der Behördenkomplex soll Ende März 2021 fertiggestellt sein. Rechts befindet sich ein mittlerweile sanierter Trakt der alten JVA. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Am Neubau für die Staatsanwaltschaft in der Leipziger Südvorstadt sind die Gerüste inzwischen demontiert. Nach Angaben des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) ist die Fertigstellung für Ende März 2021 vorgesehen. „Die Arbeiten liegen im Plan“, teilte SIB-Sprecher Alwin-Rainer Zipfl auf LVZ-Anfrage mit. Es handelt sich um den ersten Bauabschnitt für ein künftiges Justizzentrum an der Bernhard-Göring-Straße.

Der Behördenkomplex ist in einem riesigen Innenhof versteckt – gleich hinter dem Leipziger Amtsgericht an der Bernhard-Göring-Straße. Auf dem Areal stand bis 2003 das einstige Leipziger Gefängnis Alfred-Kästner-Straße. Mitten in einem Wohngebiet gelegen, galt es als ausgesprochen unsicher und wurde abgerissen. Die Anwohner beschwerten sich zudem über zu viel Lärm.

Gesamtkosten belaufen sich auf 40 Millionen Euro

Bestehen blieben jedoch Gebäudeflügel nebst denkmalgeschützte Fassaden der rund 100 Jahre alten Haftanstalt an der Arndt- als auch der Alfred-Kästner-Straße – sie wurden jetzt gleichfalls saniert und sollen teils als Büros genutzt werden. Zudem entsteht ein Erinnerungs- und Gedenkort. In dem früheren Gefängniskomplex in der Arndtstraße 48 befand sich die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR.

Zu alt, zu unsicher, zu viel Lärm für die Anwohner: Das waren die Gründe für den Abriss des Gefängnisses Alfred-Kästner-Straße in der Leipziger Südvorstadt im Jahr 2003. Auf dem Areal entsteht der Neubau für die Leipziger Staatsanwaltschaft. Geplante Fertigstellung: Ende März 2021.

Nach Angaben von SIB-Sprecher Zipfl betragen die „genehmigten Baukosten“ für den Neubau der Ermittlungsbehörde und die Sanierung circa 40 Millionen Euro. Bauvorbereitende Arbeiten für das Großprojekt starteten im Sommer 2017. So wurde unter anderem noch ein Altgebäude im Innenhof-Karree abgetragen. Nach dem Abriss des Alt-Knastes 2003 war dort fast anderthalb Jahrzehnte lang nichts passiert, nur längst Gras auf der freien Fläche gewachsen.

Planungen für Fachgerichtszentrum laufen

Fast schien es so, als ob der Freistaat auch das Vorhaben, an dieser Stelle ein Justizzentrum zu errichten, „beerdigt“ hat. Denn erste Pläne dazu gab es bereits vor zwei Jahrzehnten. Das sächsische Justizministerium wollte immerhin schon bis 2007 dieses Justizzentrum in der Südvorstadt fertig haben.

Mittlerweile sind die Planungen für den dritten Bauabschnitt angelaufen – ein Fachgerichtszentrum, das gleich neben dem Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße entstehen soll. Dafür hatte das Architekturbüro Weinmiller Großmann Architekten aus Berlin mit seinem Entwurf den 1. Preis belegt. Laut Zipfl wurde dieses Büro nach Abschluss des Vergabeverfahrens auch mit der weiteren Planung des Zentrums für die Fachgerichte – das sind Verwaltungsgericht, Sozialgericht und Arbeitsgericht – beauftragt.

Beim zweiten Bauabschnitt handelt es sich nach SIB-Angaben „um die bedarfsgerechte Unterbringung des Amtsgerichts inklusive Grundbuchamt“. Derzeit laufen dafür die Planungen. „Daher können noch keine Angaben zu einer Zeitschiene gemacht werden.“

Von Sabine Kreuz