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Lokales Im Hotel Astoria wird jetzt richtig gerackert
Leipzig Lokales Im Hotel Astoria wird jetzt richtig gerackert
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08:55 11.12.2018
Die historische Fassade des Hotel-Teils, der am 5. Dezember 1915 eröffnet wurde, ist inzwischen komplett eingerüstet. Quelle: André Kempner
Leipzig

Die historische Fassade ist eingerüstet – am früheren Nobelhotel Astoria in Leipzig wird jetzt richtig gerackert. Die Augsburger LeitWerk AG erhielt den Auftrag für das Baumanagement bei der Sanierung, bestätigte Sascha Hettrich, Geschäftsführer der Berliner Intown Gruppe, der das Objekt seit 2016 gehört. Zuvor stand das Astoria 20 Jahre lang leer.

Teppichböden und wenig Schnick-Schnack: Die Einrichtung des Hotels Astoria waren zu DDR-Zeiten weniger pompös als viele dachten. Dafür unterschied sich fast jedes Zimmer vom anderen.

Augsburger Firma leitet Bauablauf

Mit 120 Mitarbeitern gehört die LeitWerk AG zu den größten Bauplanungsbüros im Großraum München, sie hat nun auch ein Büro vor Ort eingerichtet, so Vorstand Peter Weis. „Das Astoria gehört zu den bekanntesten Hotels des Landes. Der Eigentümer vertraut uns die bautechnisch schwierige Wiederbelebung des denkmalgeschützten Hauses an, weil wir im Bereich der Revitalisierung von gehobenen Hotels langjährige Erfahrung haben.“ Zum Beispiel konnte LeitWerk bei der Renovierung des Hotels Sofitel Munich Bayerpost am Münchner Hauptbahnhof ähnliche Herausforderungen meistern.

Neue Illustrationen zeigen jetzt unter anderem, wie die Lobby des Hotels Astoria nach der Wiedereröffnung in zwei Jahren aussehen soll. Quelle: Carbone Kacerovsky

Die Augsburger werden nun die Bauleistungen am Astoria ausschreiben, vergeben und deren Ausführung überwachen. „Der jahrelange Eintritt von Grundwasser, zahlreiche Einbrüche, Vandalismus und die Witterung haben Spuren hinterlassen“, berichtet ihr Projektleiter Nils Heintze. Weil das Gebäude im Grundwasser stehe, würden zuerst Pumpen installiert, die den Wasserspiegel in der Bauphase senken. Zudem müsse das erste Untergeschoss von innen mit Frischbetonfolien abgedichtet werden. Das zweite Untergeschoss wird komplett verfüllt. Über Bohrungen aus den Kellerbereichen heraus sollen die maroden Fundamente erweitert und so stabilisiert werden. Nicht zuletzt dafür laufe gegenwärtig die Beräumung der Innenbereiche, erläuterte der Fachmann. „Auch die umfangreich verlegten Stasi-Abhörleitungen aus DDR-Zeiten werden jetzt entfernt.“

Einsturzgefährdete Flügel werden abgerissen

Im Hof kommen aktuell die einsturzgefährdeten Seitenflügel sowie kleinteilige Bebauungen weg, da sie besonders starke Nässeschäden aufweisen und in ihrer Struktur den heutigen Anforderungen an ein Hotel nicht mehr entsprechen. Ihr Abriss hat schon begonnen. An selber Stelle entsteht später eine Tiefgarage.

Auch eine Espresso-Bar ist im Erdgeschoss des künftigen Hotels Astoria geplant. Quelle: Carbone Kacerovsky

Die Fassade zur Straße sowie die dahinter liegende Struktur der Räume und Gänge bleiben in Abstimmung mit dem Denkmalschutz erhalten. Sie werden nach Plänen des Büros wolff:architekten aus Berlin ab Frühjahr 2019 bis Ende 2020 rekonstruiert. Auch das ovale Treppenhaus, die so genannten Menzeldecken und freigelegte Dekorfliesen werden restauriert. Der Schriftzug „Hotel Astoria“ wird künftig nicht mehr am Dach, sondern historisch exakt – wie zur Eröffnung am 5. Dezember 1915 – über dem Dach zu sehen sein.

Restaurant bekommt historische Elemente

Ab Ende 2020 sollen dann im neuen Vier-Sterne-Superior-Hotel nicht nur 250 Zimmer mit 470 Betten für Luxus sorgen, erläuterte Heintze weiter. Eine großzügige Lobby, ein Restaurant mit verbauten historischen Elementen sowie 60 Freisitzplätzen seien ebenso geplant wie eine Bar im Erdgeschoss und eine Rooftop-Bar im fünften Obergeschoss. Hinzu kommen ein Bankettbereich mit Platz für 1000 Gäste, fünf Ballsäle und sechs Konferenzräume, zudem ein Spa im ersten Untergeschoss.

Hotel-Betreiber wird noch nicht verraten

Laut Intown-Geschäftsführer Hettrich hat sich sein Unternehmen inzwischen für einen Favoriten als künftigen Hotel-Betreiber entschieden. Wer das ist, wollte er aber noch nicht verraten. Auch zur Investitionssumme gab es bislang keine Angaben. Intown versicherte indes, die prominente Immobilie am Leipziger Hauptbahnhof langfristig behalten zu wollen. Auch das spricht für eine Sanierung des Gebäude-Ensembles in hoher Qualität.

Von Jens Rometsch

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