Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Immer wieder Pech mit dem Elefantennachwuchs
Leipzig Lokales Immer wieder Pech mit dem Elefantennachwuchs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 01.10.2019
Voi Nam ist im Leipziger Zoo geboren und groß geworden. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Der Leipziger Zoo hatte sich so sehr ein Elefantenbaby gewünscht. Seit mehr als zehn Jahren werden alle Anstrengungen dafür unternommen. Mit Bên Lòng schien sich der Kinderwunsch endlich zu erfüllen. Doch der Kleine wurde nur acht Monate alt – erneut ein schwerer Rückschlag in der Dickhäuter-Zucht. „Wir geben nicht auf“, versichert Zoochef Jörg Junhold, der davor warnt, die fehlgeschlagenen Fälle alle in einen Topf zu werfen: „Jeder Fall hat seine unterschiedlichen Ursachen.“

Freude über Voi Nam

Dennoch bleibt es vorerst dabei: Voi Nam, geboren 2002, ist bislang das einzige Jungtier der jüngeren Leipziger Zoogeschichte, das auch wirklich groß geworden ist. Vor seiner Geburt hatte es 66 Jahre keinen Nachwuchs im Elefantenhaus gegeben. Mittlerweile ist Voi Nam 17 Jahre alt und wird Anfang 2020 selbst zum ersten Mal Vater.

Das zweite Jungtier von Hoa lebte 2015 nur wenige Tage. Es wurde mit abgemolkener Milch aus der Flasche gefüttert. Quelle: Zoo Leipzig

Letztes Mittel Bullentausch

Bei Elefanten in Gefangenschaft ist es mit dem Nachwuchs oft nicht so einfach. Trinh, die Mutter von Voi Nam, hat nach ihrem Erstgeborenen kein weiteres Jungtier bekommen. Zwar gab es noch einmal Hoffnung auf eine Trächtigkeit, aber der Fötus ist vermutlich abgestorben. Auch Elefantenpapa Mekong landete keinen weiteren „Treffer“, zumindest nicht in Leipzig. Der Bulle galt als deckfaul, er unternahm zwar gelegentlich Liebesspiele, aber keine der Kühe wurde von ihm trächtig. Es half auch nichts, dass Mekong für ein halbes Jahr einen Konkurrenten vor die Nase gesetzt bekam, den Bullen Calvin aus dem Zoo Hannover. Calvin deckte zwar die Kühe fleißig, blieb aber ebenfalls erfolglos. 2009 entschied sich der Zoo zum Bullentausch: Mekong wurde nach Prag abgegeben, von dort kam Bulle Naing Thein, ein 15-facher Vater.

Trauer im Zoo Leipzig: Elefantenkind Ben Long ist gestorben. Bereits seit seiner Geburt war es ein Auf und Ab für den kleinen Bullen.

Eifriger Liebhaber

Naing Thein sollte das Liebesleben in der Leipziger Elefantenherde aufmischen. Und das tat er auch: Dreimal wurde Elefantenkuh Hoa von ihm trächtig. Zwei Jungtiere (geboren 2012 und 2015) starben sehr früh. Den ersten Nachwuchs – männlich – tötete sie unmittelbar bei der Geburt. Der zweite – weiblich – musste nach wenigen Tagen mit schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Der dritte Versuch war Bên Lòng.

„Verführer“ Naing Thein deckte auch erfolgreich die junge Kuh Salvana, die eigentlich dem Hamburger Tierpark Hagenbeck gehört, aber vorübergehend in Leipzig lebte. Sie kehrte noch vor der Geburt nach Hamburg zurück. Ihr Jungtier starb dort 2012 bei der Geburt.

Neue Kühe geholt

2014 wurden neue Kühe nach Leipzig geholt, wiederum aus dem Tierpark Hamburg-Hagenbeck. Es handelte sich um Thura und ihre Tochter Rani. Thura ist eine erfahrene Mutter, die schon wieder trächtig war, als sie nach Leipzig umgesetzt wurde. Doch es sollte auch diesmal nicht klappen mit dem glücklichen Nachwuchs: Die Geburt in der Silvesternacht 2015/16 stockte, das Kalb blieb im Mutterleib stecken und verwandelte sich in eine Steinfrucht. Und damit nicht genug: Obwohl die Frucht noch nicht ausgetrieben war, wurde Thura Anfang 2018 von Naing Thein wieder trächtig. Der Zoo musste die Schwangerschaft abbrechen, sonst wäre es für die Kuh lebensgefährlich geworden. Seitdem ist Thura von der Zucht ausgeschlossen.

Nun ruhen alle Hoffnungen auf Thuras Tochter Rani, die 2014 zusammen mit ihrer Mutter nach Leipzig kam. Die zehnjährige Kuh erwartet Anfang 2020 zum ersten Mal Nachwuchs – der Vater ist diesmal Voi Nam.

Diese Todesfälle aus dem Leipziger Zoo blieben besonders in Erinnerung.

Von Kerstin Decker

Johannes Beleites erinnert sich an den 2. Oktober 1989. Er fotografierte unter anderem Übergriffe der Staatsmacht gegen gewaltlose Menschen. Dann wurde ihm die Kamera entrissen. Ein Blick auf die Demonstrationen am 2. und 7. Oktober vor 30 Jahren.

01.10.2019

Spielerisch und surreal engagiert setzt Fotokünstlerin Angela Liebich Leipzigs Architektur in Szene. Nun ist ihr neuer Kalender „Fantastisches Leipzig 2020“ erschienen.

01.10.2019

Die Suche nach Yolanda Klug geht weiter: Ihr Vater hat nun im Fernsehen um Mithilfe gebeten. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen und geht kleinsten Spuren nach. Seit vergangener Woche wird die Leipziger Studentin vermisst.

30.09.2019