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Lokales Implantate aus dem 3-D-Drucker am Leipziger Helios-Park-Klinikum
Leipzig Lokales Implantate aus dem 3-D-Drucker am Leipziger Helios-Park-Klinikum
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16:18 16.09.2019
Florian Sickinger (links) im Gespräch mit Martin Petermann, Oberarzt im Orthopädisch-Traumatologischen Zentrum des Helios-Park-Klinikums. Quelle: Sven Gückel
Leipzig

Wenn herkömmliche Kunst-Implantate bei einer Schulter-Operation nicht in Frage kommen, wird am Helios-Park-Klinikum Leipzig jetzt auf ein neues Verfahren zurückgegriffen: Das Gelenk kommt direkt aus dem 3D-Drucker.

Unglücklicher Sturz

Es war noch dunkel, als Florian Sickinger an einem Wintertag das Haus verließ. Der Florist war auf dem Weg zur Arbeit. Wie immer durchquerte er einen Park in Wurzen. An diesem Morgen jedoch war der Weg von Glatteis überzogen. Sickinger strauchelte, stürzte und landete unglücklich auf der linken Schulter.

So sehen die Gelenke aus dem 3D-Drucker aus. Quelle: Sven Gückel

Vier Jahre später hat Florian Sickinger einen Termin im Helios-Park-Klinikum Leipzig. Ihm gegenüber sitzt Martin Petermann, Oberarzt im Orthopädisch-Traumatologischen Zentrum des Klinikums. Der Mediziner kennt Sickinger und dessen Patientengeschichte: Er hat ihn operiert und Sickinger so den Weg zurück in ein normales Leben geebnet.

Kaum Knochen im Schultergelenk

Die Voraussetzungen waren keineswegs gut. Bei der ersten Untersuchung konnte Sickinger seinen linken Arm kaum bewegen. Selbst einfache Bewegungen waren kaum mehr möglich. „Das Schultergelenk wies nur noch wenig vorhandenes Knochenmaterial auf. Um ein künstliches Schultergelenk dauerhaft zu verankern, ist aber genau das erforderlich”, erläutert Petermann.

Italiener drucken Implantat

Mit einem innovativen Implantat konnte dem Patienten aber trotzdem geholfen werden. Die Bilder aus einer Computertomografie übermittelte die Klinik an ein Unternehmen in Italien. Dort konnte mit Hilfe eines 3-D-Druckers ein passgenaues Implantat hergestellt werden. Ingenieure fertigten im ersten Schritt dazu Modelle an und lieferten dem Arzt eine detaillierte Beschreibung samt empfohlener Vorgehensweise für den Einbau mit. Die geplante Vorgehensweise wurde dann nochmals mit den Ingenieuren diskutiert.

Absprache per Videokonferenz

„Wir finden uns zu einer Videokonferenz zusammen und besprechen alle Fakten”, erklärt Petermann das Prozedere für solche Fälle. Erst wenn der Mediziner sein Okay gibt, beginnt der 3-D-Laserdrucker mit der Produktion des Implantats. Wenige Tage später wird es in einer etwa zweistündigen Operation an die verbliebenen Schulterknochen geschraubt – ergänzt um ein Standardimplantat.

Deutliche Verbesserung

Heute, mehrere Monate nach seiner Operation, kann Florian Sickinger wieder lachen. „Ich verspüre eine ganz andere Lebensqualität”, sagt der Patient und hebt wie zum Beweis seinen linken Arm. Vollständig am Ziel angekommen ist er aber noch nicht. Wegen der langwierigen Verletzung ging viel Muskelmasse verloren, die Florian Sickinger wieder aufbauen muss. Doch der Wurzener ist zuversichtlich, dass auch diese letzte Etappe schon bald ein Ende findet.

21. September, 10 bis 14 Uhr: Info-Tag rund um die Orthopädie am Helios-Park-Klinikum (Strümpellstraße 41) mit Vorträgen, OP-Touren und Gesundheitskursen. Mehr unter www.helios-gesundheit.de/parkklinikumleipzig-erleben.

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