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Lokales In der Leipziger City bröckelt das Pflaster
Leipzig Lokales In der Leipziger City bröckelt das Pflaster
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10:01 31.07.2019
Quer über den Markt zieht sich dieser Riss. Ist das nur normaler Verschleiß oder fließt durch Risse wie diesen bald Wasser in die darunter liegende S-Bahn-Station „Markt“? Die Stadtverwaltung gibt Entwarnung. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

Hat die Rekord-Hitze auf Leipzigs Straßen und Plätzen doch stärkere Schäden verursacht als gedacht? Merkwürdige Risse im Marktpflaster und provisorisches Pflaster-Flicken in der City scheinen das zu bestätigen. Auf dem Markt zieht sich einer der Risse sogar ein Dutzend Meter weit – wenn es stark regnet, kann dort problemlos Wasser eindringen. Gibt es dann vielleicht sogar Schäden an der darunter befindlichen Tunnelstation „Markt“? Und in der Flaniermeile Grimmaische Straße sind große Flächen des Pflasters provisorisch mit Asphalt geflickt und immer neue kommen hinzu. Überfordert die Flut an Schäden inzwischen die Stadtverwaltung?

Stadt sieht keinen akuten Handlungsbedarf

Im städtischen Verkehrs- und Tiefbauamt dementieren die Experten. Die Schäden durch die Rekord-Hitze halten sich in Grenzen, heißt es dort. Es gebe deshalb auch derzeit keinen akuten Handlungsbedarf, sagt Sprecher Christoph Bock. „Die Hitze hat aber dazu beigetragen, dass sich unsere Straßen stärker abgenutzt haben, als es in einem normalen Sommer der Fall wäre“, sagt er. Aber diese Abnutzung müsse erst „perspektivisch“ behoben werden.

Flickenteppich im Straßenpflaster zwischen Naschmarkt und Neumarkt in der Grimmaischen Straße. Quelle: Armin Kühne

Auch für die bedrohlich wirkenden Risse in der Marktinnenfläche ist laut Bock die Sommerhitze nur eine zusätzliche Belastung gewesen. „Die Marktinnenfläche ist in einer sogenannten gebundenen Pflasterbauweise hergestellt“, erläutert der Behördensprecher. „Das Pflaster wird hier in Mörtel auf Drainbeton verlegt. Diese Mörtelfugen unterliegen der normalen Alterung. Das heißt, es kommt über die Jahre durchaus zu Rissen in den Fugen oder auch Abplatzungen von Fugenmörtel“, wie sie aktuell zu sehen sind. Hinzu komme, dass die Fläche auch intensiv genutzt wird. „Und das seit rund zehn Jahren“, so Bock mit Blick auf die letzte Pflasterung.

Instandsetzung für Anfang September geplant

Die Schäden sind bereits bei den turnusmäßigen Straßenkontrollen erfasst worden und werden jetzt in der Verwaltung bearbeitet. „Wo Instandsetzungen durchgeführt werden müssen, wird dies geschehen", so der Experte. „Dafür bereiten wir derzeit für Anfang September eine kleinere Fugeninstandsetzung vor.“ Auch wenn in der Zwischenzeit Niederschlagswasser in die Fugen eindringen sollte, würden dadurch keine Schäden in der darunterliegenden S-Bahn-Station verursacht. „Dieses Niederschlagswasser wird über die Drainbetonschicht schadlos abgeführt“, betont Bock. Der Markt müsse also auch nicht neu gepflastert werden.

Baumängel in der Grimmaischen Straße

Auch die Schäden im Pflaster der Flaniermeile Grimmaische Straße sind nicht der Sommerhitze geschuldet. „Sie sind die Folge einer mangelhaften Bauausführung und einer mangelhaften Planung“, erläutert der Sprecher. Die Stadtverwaltung habe deshalb auch schon ein Gerichtsverfahren geführt. „Auch dort wurde das Pflaster in einer gebundenen Bauweise verlegt“, so Bock. „Diese Bauweise erfordert eine sehr anspruchsvolle Bauausführung.“

Der aktuell in der Grimmaischen Straße zum Flicken benutzte Asphalt sei eine Übergangslösung. „Er entspricht nicht dem Anspruch, der wir in der Innenstadt haben“, betont der Sprecher. Verwaltungsintern sei deshalb bereits entschieden worden, dass die Grimmaische im betroffenen Bereich neu gepflastert wird. „Dieses Vorhaben kommt jetzt in unser neues Mittelfristprogramm über das sicher im nächsten Jahr entschieden wird.“ Einen genauen Zeitpunkt für die Pflasterarbeiten in der Grimmaischen könne erst dann genannt werden.

Von Andreas Tappert

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