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Lokales Infoveranstaltung für Geflüchtete an der HTWK
Leipzig Lokales Infoveranstaltung für Geflüchtete an der HTWK
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09:11 14.03.2019
An der HTWK werden Studierende, die als Geflüchtete nach Deutschland kamen, auf vielfältige Weise unterstützt. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Viele Geflüchtete, die in den vergangenen fünf Jahren nach Deutschland kamen, verfügen mittlerweile über ein gutes Niveau der deutschen Sprache, haben Integrationskurse abgeschlossen und ihren Aufenthaltsstatus geklärt. „Wenn wir Anfragen kriegen, dann geht es oft nicht mehr um das Belegen von Sprachkursen, sondern um den konkreten Studienbeginn“, erzählt Elisa Unkroth von der Allgemeinen Studienberatung der Hochschule Merseburg bei einer Informationsveranstaltung für Geflüchtete an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK).

Viele Geflüchtete sind an einem Studium in Leipzig interessiert

Neben der HTWK, der Uni Leipzig und dem Studentenwerk, welche die Veranstaltung am Mittwoch organisiert haben, sind in diesem Jahr auch Hochschulen aus der Region vertreten. In Merseburg gibt es einen hohen Beratungsbedarf für Studieninteressierte, die nach Deutschland geflüchtet sind, erzählt Unkroth. „Man merkt, dass sie denken: Jetzt kann es losgehen“, so die Mitarbeiterin der Hochschule in Sachsen-Anhalt.

Etwa 50 junge Syrer lernen an der HTWK

Es ist die zweite Veranstaltung dieser Art, im vergangenen Jahr war der Andrang riesig, erzählt Juliane Keil von der Studienberatung für ausländische Studierende der HTWK. Mittlerweile studieren etwa 50 junge Menschen aus Syrien an der HTWK, viele streben in die sogenannten MINT-Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Spezielle Vorkurse für Geflüchtete

Für Geflüchtete, die ein Studium beginnen wollen, bieten die meisten Hochschulen und Universitäten mittlerweile spezielle Vorkurse und Beratungen an. Die Angebote richteten sich zwar an alle internationalen Studierenden, seien aber für die Geflüchteten entwickelt worden. „Häufig liegt zwischen dem letzten Schulbesuch und dem Studienbeginn aufgrund der Flucht ein grosser Zeitraum“, erklärt Keil. Auch fehlende Dokumente erschwerten den Weg ins Studium.

Ali Sanda (19) muss noch sein Abitur abschließen. Quelle: André Kempner

So ist es auch bei dem 19-Jährigen Ali Sanda aus Syrien. In seinem Heimatland hatte er bereits die zehnte Klasse abgeschlossen, konnte das Zeugnis aber nicht mit nach Deutschland nehmen. „Ich bin hier, um zu erfahren, ob ich das Abitur machen kann, ohne die zehnte Klasse noch einmal zu wiederholen“, erzählt er. Dann würde er am liebsten ein technisches Studium aufnehmen.

Amal Abou Asali (22) würde gerne Germanistik studieren. Quelle: André Kempner

Die 22-jährige Amal Abou Asali, die 2016 aus Syrien nach Deutschland kam, interessiert sich für ein Studium der Germanistik. „Ich hab ein Abitur mit literarischem Schwerpunkt gemacht und würde gerne Deutsch-Lehrerin oder Dozentin werden“, erzählt sie.

Maria Alzar (30) möchte einen Master in Umwelttechnik machen. Quelle: André Kempner

Ihre Freundin Maria Alzar hingegen strebt einen Master in Umwelttechnik an der HTWK an. „Den Bachelor habe ich bereits in Syrien gemacht“, erzählt die 30-Jährige. „Ich interessiere mich sehr für Umweltschutz und Natur.“

Khaled Hajjar (25) studiert Meteorologie im ersten Semester. Quelle: André Kempner

Khaled Hajjar hat es bereits geschafft und studiert Meteorologie an der Uni Leipzig im ersten Semester. „Davon habe ich seit meiner Kindheit geträumt“, berichtet der 25-jährige Syrer, der sein Abitur 2011 in seinem Heimatland abschloss. Auf Deutsch zu studieren, falle ihm nicht schwer. „Bei Mathe und Physik gibt es ja nicht viel zu lesen,“ sagt er mit einem Grinsen.

Von Pia Siemer

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