Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Initiative will Lortzing-Jahr 2026 in Leipzig
Leipzig Lokales Initiative will Lortzing-Jahr 2026 in Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:01 27.09.2019
Bernd-Rüdiger Kern, Eva Meitner und Mike Demmig (von links) werben vor der MuKo für ein Lortzing-Festjahr 2026. Eine Petition an den Stadtrat ist eingereicht. Quelle: André Kempner
Leipzig

Er wird oft auf „Zar und Zimmermann“ sowie den „Waffenschmied“ reduziert. Doch Albert Lortzing (1801-1851) hat ein umfangreiches Repertoire hinterlassen. Das Besondere: Er ist in Berlin geboren und gestorben. Doch Leipzig ist die Stadt, in der er die längste Zeit seines Lebens gelebt und gewirkt hat. So sind hier acht seiner elf abendfüllenden Spielopern entstanden, darunter die beiden weltweit bekannten. „Das ist doch ein Grund, ihm in Leipzig ein Festjahr zu widmen“, findet Mike Demmig, der das Theaterrestaurant „Lortzing“ in der Musikalischen Komödie (Muko) betreibt. Er hat sich Verbündete wie die Albert-Lortzing-Gesellschaft, den Verein Junge Stimmen, die Dirigentin Eva Meitner sowie die Konsumgenossenschaft Leipzig gesucht, die das ebenso sehen. Entstanden ist eine Petition an den Stadtrat, ein Albert-Lortzing-Festjahr 2026 in Leipzig auszurufen. 2026 wird der 225. Geburtstag des Komponisten, Librettisten, Schauspielers, Sängers und Dirigenten gefeiert. Lortzing, der als Erfinder der sogenannten deutschen Spieloper gilt, hat zwölf Jahre in Leipzig gelebt, die erfolgreich und auch glücklich waren. An der Musikalischen Komödie werden seine Werke gern gespielt – wie zuletzt „Casanova“. Weil die Muko sich seinem Werk verpflichtet fühlt, hat der Verein Notenspur sie auch in seine künftige Route mit dem Notenrad aufgenommen.

Mit Raffinesse für Demokratie eingesetzt

„Ich finde es spannend, wenn Komponisten nicht nur auf ihre ganz bekannten Werke reduziert werden, sondern das Gesamtwerk betrachtet wird“, betont Dirigentin Eva Meitner vom Freien Orchester Leipzig. „Mich begeistert, wie er mit Raffinesse und Feingefühl kritische Themen angegangen ist, sich unter dem Druck der Zensur mit Demokratie und Freiheit auseinandergesetzt hat.“ In so einem Jubiläumsjahr könnten dann auch die unbekannteren Werke wie „Undine“ oder „Regina“ aufgeführt werden – bei einer entsprechenden Förderung. „Wir würden das natürlich begrüßen“, betont Bernd-Rüdiger Kern von der Albert-Lortzing-Gesellschaft. Lortzing habe seine glücklichsten Jahre in Leipzig verbracht. Hier erfüllt sich auch sein größter Wunsch: 1844 wurde er Kapellmeister. Im April 1845 wurde er dann allerdings seines Amtes enthoben, woran auch Proteste des Publikums und des Ensembles nichts nützten.

Komponist stammt aus einfachen Verhältnissen

„Er war ein genialer Theatermann und seine vielfältigen Talente befähigten ihn, die Textbücher für seine Opernkompositionen selbst zu schreiben“, sagt Demmig, der auch das Leben des Komponisten interessant findet. Lortzing stammt aus einfachen Verhältnissen, war Autodidakt, von den Etablierten seiner Zeit wurde er nicht immer ernstgenommen, von Theaterdirektoren häufig ausgenutzt, von Kollegen düpiert. „Dennoch hat er es geschafft“, sagt Demmig, der die Erinnerungskultur an Lortzing in Leipzig kultivieren will. Er ist sich sicher, dass „Lortzing 26“, eine über die Stadtgrenzen hinaus gehende deutschlandweite Aufmerksamkeit erzielen wird.

Von Mathias Orbeck

Südlich des Sportparks „Camillo Ugi“, zwischen Bahntrasse und Städtelner Straße, soll ein neues Wohngebiet entstehen. Bis zu 24 neue Häuser sind geplant. Die Anwohner der Bahnstraße fürchten um ihre Ruhe, denn die Sackgasse soll Durchgangsstraße werden.

27.09.2019

Ehemalige Brustkrebs-Patientinnen nähen in Leipzig Herzkissen für Frauen, die gerade neu erkrankt sind. Sie sollen die Schmerzen an der Operationsnarbe lindern – aber auch die an der Seele.

27.09.2019

Das Interesse am Mere-Markt in Leipzig am Anfang des Jahres war riesig. Medien wie Verbraucher stürzten sich auf den russischen Lebensmittelhandel. Die LVZ hat nachgehakt, wie es heute um den Billig-Discounter steht.

27.09.2019