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Lokales Innsbrucker Firma gießt drei Glocken für Propsteikirche in Leipzig
Leipzig Lokales Innsbrucker Firma gießt drei Glocken für Propsteikirche in Leipzig
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11:10 15.12.2017
Ende November wuirden die Glocken aus der alten Propsteikirche St. Trinitatis gehoben.
Ende November wuirden die Glocken aus der alten Propsteikirche St. Trinitatis gehoben.  Quelle: Christian Modla
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Leipzig/Innsbruck

 An diesem Freitag werden in Innsbruck drei neue Glocken mit den Tönen c', es' und b'für die Leipziger Propsteikirche gegossen. Entsprechend dem Brauch soll das Geläut zur Sterbestunde Jesu, also an einem Freitagnachmittag um 15 Uhr, gefertigt werden, wie das Bistum Dresden-Meißen mitteilte. Demnach werde eine Gemeindegruppe das Ereignis vor Ort miterleben. Im Mai 2018 sollen die Glocken dann in Leipzig geweiht werden.

Für die österreichische Gießerei habe man sich wegen deren Angebot entschieden, sagte eine Sprecherin der Propsteikirche. Der Auftrag sei ausgeschrieben worden, aus den Angeboten wählten die Verantwortlichen schließlich das der Innsbrucker aus.

Eigentlich sollte eine Firma aus dem Münsterland den Auftrag ausführen, hob im August aber wegen Kapazitätsproblemen die Hände.

Leipzig. Fünf Wochen vor der Einweihung der neuen Propsteikirche in Leipzig hat sich ein Statikproblem ergeben. Bei einem Schwingungstest für die Glocken habe sich gezeigt, dass der Kirchturm den Schwingungen der kleinsten der sechs Glocken nicht standhalte, sagte Pfarrer Gregor Giele am Dienstag. „Es ist leider Ernst. Es ist kein Aprilscherz.“

Das Datum der feierlichen Weihe der bronzenen Klangkörper steht ebenfalls schon fest: Am 5. Mai 2018 wird der Dresden-Meißner Bischof Heinrich Timmerevers seinen Segen spenden – pünktlich zum 3. Kirchweihfest der neuen Propstei in der Nonnenmühlgasse. Das Gotteshaus nach einem Entwurf der mehrfach ausgezeichneten Leipziger Architekten Schulz & Schulz war am 9. Mai 2015 geweiht worden. Und steht nach wie vor ohne jede Glocke da.

Der Einbau der Orgel in der Neuen Propsteikirche am Leipziger Ring tritt in seine finale Phase. In dieser Woche werden die letzten beiden der 46 Register installiert und gestimmt. Am 27. September wird das Instrument aus der Werkstatt der Vleugels Orgelmanufactur in Hardheim feierlich geweiht. Propsteikantor Stephan Rommelspacher ist dann Herr über mehr als 2700 Pfeifen.

Von den vier Glocken der kürzlich verkauften alten Propsteikirche am Rosental wandern zwei direkt in den Turm der neuen Kirche. Die beiden übrigen sind defekt, wurden inzwischen abgenommen, eingeschmolzen und bei Grassmayr in Innsbruck neu gegossen. Zudem wird das Geläut der neuen Kirche noch einen fünften Ton erhalten. Auch diese Glocke wird an diesem Freitag am Inn produziert. Am Glockenstuhl hätte noch eine sechste Glocke Platz. Ausgerechnet die kleineste Glockesie stammt aus der im Zweiten Weltkrieg zerstörten alten Propsteikirche, würde aber die Statik des Turms zum Wanken bringen. Das 250-Kilogramm-Stück sollte einmal als Stundenglocke auf dem Boden stehen, nur angeschlagen werden und nicht frei schwingen. Im September 2016 geschah das Unfassbare: Diebe stahlen die kleine (Stand-)Glocke aus der stillgelegten Propstei am Rosental und zerstörten sie. Bei einem Schrotthändler tauchte das gespaltene Stück später wieder auf. 

dom