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Lokales Innsbrucker Gießer glücklich: Leipziger Glocken sind „super“
Leipzig Lokales Innsbrucker Gießer glücklich: Leipziger Glocken sind „super“
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07:00 06.01.2018
Betriebsleiter Peter Grassmayr (Zweiter von rechts) und seine Kollegen freuen sich über den guten Zustand der beiden größten von drei neuen Glocken für die Leipziger Propsteikirche am Ring.   Quelle: Grassmayr Glockengießerei Innsbruck
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Leipzig/Innsbruck

Die Wahrscheinlichkeit, dass die römisch-katholische Pfarrei St. Trinitatis am 5. Mai dieses Jahres Glockenweihe feiert, ist größer denn je. Die Innsbrucker Firma Grassmayr teilte am Freitag auf LVZ-Anfrage mit, dass die am 15. Dezember 2017 in ihrer Werkstatt gegossenen drei Klangkörper für die neue Propsteikirche in der Nonnenmühlgasse inzwischen aus der Form gepackt und vom Lehm befreit wurden. Was dabei zum Vorschein kam, „ist super. Alle drei Glocken haben schon jetzt eine wunderbar glatte Oberfläche“, freute sich Geschäftsführer Johannes Grassmayr.

Dabei würden die Ziselierarbeiten – das Bearbeiten der Bronze samt aller Inschriften und Verzierungen – noch ausstehen. Mit ihnen will die Glockengießerei, Marktführer in Österreich, am 8. Januar beginnen. Er könne den Leipziger Katholiken jedenfalls frohen Mutes „ein gutes und klangvolles neues Jahr“ wünschen, sagte Grassmayr, der zusammen mit seinem Bruder Peter den 1599 gegründeten Familienbetrieb leitet.

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Unter den Gläubigen an der Pleiße hatten nicht wirklich Sorgen bestanden, der Guss vom Dezember könne ein fehlerhafter gewesen sein. Nichtsdestotrotz ist die Freude über die gute Nachricht aus Tirol natürlich groß. Wie berichtet, erhält die katholische Kirche gegenüber dem Neuen Rathaus drei Jahre nach ihrer Einweihung ein fünfstimmiges Geläut. Drei Glocken wurden gerade in Innsbruck geschaffen, zwei Bronzestücke aus dem Turm der alten Propstei am Rosental kommen hinzu. Der größte der drei Neugüsse erhält den Ton c’, die mittlere Glocke ein es’, die kleinste den Ton b’. Die beiden alten Klangkörper sind auf f’ und g’ gestimmt.

Am Freitag wurden in Innsbruck drei neue Glocken für die Propsteikirche gegossen - in Anwesenheit von 50 Katholiken, die extra aus Leipzig angereist waren.

Das Ton-Spektrum einer Glocke ist komplex. Fast unglaublich ist die Tatsache, dass beim einmaligen Anschlag 50 und mehr verschiedene Teiltöne erklingen. Das Geheimnis der Glocken von Grassmayr liegt laut dem Traditionsunternehmen in ihrer besonderen Rippe (Glockenform) und in der Herstellung. „Die Herausforderung besteht darin, die verschiedenen markanten Teiltöne sowohl innerhalb einer Glocke als auch im Geläute mehrerer Glocken zueinander in klangliche Harmonie zu bringen“, heißt es auf der Homepage des Betriebes. In den zurückliegenden Jahren seien die technischen Verfahren immer wieder optimiert worden. Dies hat sich bei den Propstei-Glocken offenbar ausgezahlt.

Dominic Welters

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