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Lokales Internationale Wochen gegen Rassismus gestartet – 50 Veranstaltungen in Leipzig
Leipzig Lokales Internationale Wochen gegen Rassismus gestartet – 50 Veranstaltungen in Leipzig
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22:49 11.03.2013
Das Logo der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2013.
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Leipzig

  „Viele Menschen betrachten die Verbreitung von rassistischen und rechtsradikalen Ansichten oder gar damit begründete Gewalttaten mit großer Sorge“, erklärte vorab Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der als Schirmherr fungiert. 

Ein gemeinsamer Alltag mit Menschen anderer Herkunft, Religion oder Lebensauffassung könne jedoch nur in Respekt vor den Anderen gelingen, so das Stadtoberhaupt.

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Viele Angebote der Wochen setzen beim Nachwuchs an. Am Dienstag gastiert etwa eine Klasse der Apollonia-von-Wiedebach-Schule beim Fußballverein RB Leipzig um dort an einem Workshop unter dem Motto „Zeig Rassismus die rote Karte“ teilzunehmen. Den Kindern sollen anhand von Rollenspiel Handlungsempfehlungen für den Umgang untereinander gegeben werden. Das Theater der Jungen Welt beteiligt sich mit dem Stück „Nathan der Weise“ über das friedliche Nebeneinander von Religionen. Das gesamte Programm können Sie herunterladen.

Organisiert werden die Wochen von Vereinen, soziokulturellen Zentren, Kultureinrichtungen, Religionsgemeinschaften sowie städtischen Einrichtungen. 1200 Veranstaltungen gibt es deutschlandweit. Die zweiwöchige Kampagne wolle sich dieses Jahr verstärkt dem alltäglichen Rassismus in der Gesellschaft widmen, sagte der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Jürgen Micksch, am Montag in Mainz: „Rassismus darf auch am Stammtisch nicht schick sein.“

Leipzig bildet gemeinsam mit Hamburg und Berlin wie in den Vorjahren einen Schwerpunkt. Eine Vielzahl von Terminen gibt es auch in Karlsruhe, München, Nürnberg und Erlangen. In den ostdeutschen Bundesländern finden die Aktionswochen laut den Initiatoren insgesamt nur ein geringes Echo.

Vergangenes Jahr hätten die Aktionswochen unter dem Eindruck der zuvor bekanntgewordenen Mordserie durch die rechtsextreme Untergrundvereinigung NSU gestanden, sagte Micksch. „Ganz aktuell wird die Stimmung gegen Sinti und Roma geschürt, ganz besonders, wenn sie aus Osteuropa stammen.“

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus gehen auf einen Aufruf der Vereinten Nationen im Jahr 1979 zurück. Sie sollen an das Sharpeville-Massaker erinnern, bei dem am 21. März 1960 in Südafrika Polizisten 69 Menschen erschossen, die gegen das damalige Apartheid-Regime demonstrierten. Der 21. März wurde später von den UN zum „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ erklärt. In Deutschland werden die Aktionswochen seit 1994 vom Interkulturellen Rat koordiniert.

ala