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Lokales Kaffee-Pfandbecher für Leipzig steht auf der Kippe
Leipzig Lokales Kaffee-Pfandbecher für Leipzig steht auf der Kippe
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18:16 07.05.2019
Die Kaffeebecher des „Recup“-Systems, die der BUND Leipzig für seine Kampagne „Recycling2go“ verwendet. Quelle: Foto: Jan Zombik/BUND Leipzig
Leipzig

Die ersten 20 Leipziger Unternehmen beteiligen sich am Mehrweg-System für Kaffeebecher – und haben sich der von der Regionalgruppe Leipzig des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Oktober 2018 gestarteten Kampagne „Recycling2go“ angeschlossen. Vorausgegangen war eine Initiative im Stadtrat, um Einwegbechern Einhalt zu gebieten. Wie berichtet, wurde daraufhin bei den ersten Händlern das Pfandbecher-System „Recup“ eingeführt. Nun steht der Pfandbecher auf der Kippe. Das Umweltdezernat hat dem BUND Anfang dieses Monats mitgeteilt, dass es das Projekt mit 5000 Euro unterstützen will. Das ist der BUND-Regionalgruppe zu wenig.

Umweltbürgermeister: Projekt ist förderfähig

Hintergrund: Für die Projektförderung gibt es im Amt für Umweltschutz ein Budget von 247 750. Euro. Für alle eingereichten Anträge reicht das aber nicht aus. „Die Stadt Leipzig findet das Projekt ’Recycling2go’ förderfähig und hat sich deshalb zur erneuten Förderung in gleicher Höhe wie 2018 entschlossen“, sagte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal auf LVZ-Nachfrage. Die Stadt will sich aber dafür stark machen, über den Deutschen Städtetag, ein Verbot beziehungsweise die Besteuerung von Einweggeschirr zu initiieren. Das Europaparlament habe sich zwar auf ein Plastik-Verbot geeinigt. Demnach sollen ab dem Jahr 2021 Produkte wie etwa Trinkhalme, Geschirr oder Wattestäbchen nicht mehr verkauft werden dürfen. Nicht ausdrücklich erwähnt sind dabei allerdings Trinkbecher.

BUND: 30 Betriebe sollen sich beteiligen

Bis zu 500 Mal sind die Mehrwegbecher auswasch- und verwendbar. Anschließend könnten sie nach Informationen des BUND komplett recycelt werden. Um das Projekt „Recycling2go“ erfolgreich weiterzuführen, sind nach Angaben des BUND aber wenigstens 30 000 Euro notwendig. „Damit ein Pfandbecher-System dauerhaft erfolgreich ist, sind mindestens 30 Betriebe nötig, die sich daran beteiligen. Außerdem würde die Akzeptanz durch einen Becher im vielfach gewünschten Leipziger Stadtdesign steigen“, sagte Projektleiter Sebastian Gerstenhöfer, der jede Woche 20 Stunden für „Recycling2go“ arbeitet. Teilweise ehrenamtlich. „Die ursprünglich auf 30 000 Euro angesetzte Fördersumme für das Projekt derart zu reduzieren, ist unverantwortlich – und kommt einer vorzeitigen und eigenmächtigen Beendigung des Projektes durch das Umweltdezernat gleich“, ergänzte Martin Hilbrecht, der Vorsitzende des BUND Leipzig.

Grüne: Projekt ist Meilenstein für Umwelt

Das sehen auch die Leipziger Grünen so. „Das Projekt ist ein Meilenstein für die Umwelt und Sauberkeit in der Stadt Leipzig“, betonte Fraktionschef Norman Volger. „Wir können aber nicht nur sagen: Es ist gut. Vielmehr müssen wir dafür sorgen, dass es erfolgreich wird, und den Projektträger unterstützen.“ Die Grünen haben nun beantragt, die Fördersumme auf 27 300 Euro zu erhöhen. Woher das zusätzliche Geld kommt, ist offen. Der Fachausschuss Umwelt hat die von der Stadt geplanten Fördersummen schon bewilligt.

Für dieses Jahr sind für „Recycling2go“ zusätzlich Runde Tische mit Gastronomen geplant. Der nächste findet am 16. Mai im „Glas und Bohne“ statt. Außerdem ist eine Crowdfunding-Kampagne mit Wahl eines Stadtdesigns durch Leipziger Bürger sowie die Einrichtung einer Beratungsstelle zur Müllvermeidung für Gastronomen vorgesehen. Behält die Verwaltung ihren Willen, endet das Projekt vorzeitig am 31. Mai.

Von Mathias Orbeck

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