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Lokales Ungewöhnliche Tribute-Show zu Kate Bush in Leipzig
Leipzig Lokales Ungewöhnliche Tribute-Show zu Kate Bush in Leipzig
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17:29 20.01.2020
Verblüffende vokale und optische Ähnlichkeit: Ulrike Michaelis performt Songs von Kate Bush. Quelle: promo
Leipzig

In ihrer Tribute-Show „Wuthering Night“ huldigt die Leipziger Band KaBoo der Sängerin Kate Bush (61). Songs der feengleichen und eigenwilligen Pop-Ikone werden kombiniert mit dem Roman von Emily Brontë „Wuthering Heights“ (auf Deutsch unter dem Titel „Sturmhöhe“ erschienen) und dem gleichnamigen Bush-Song. Vor den Aufführungen am 27. und 28. Januar im Krystallpalast Varieté sprachen wir mit den Federführenden des Projekts – Sängerin, Musicaldarstellerin und Tänzerin Ulrike Michaelis und ihrem Partner, dem Multiinstrumentalisten Wieland Götze.

Was fasziniert Euch an Kate Bush?

Wieland Götze: Sie ist eine unvergleichliche Künstlerin – wegen ihrer Stimmfarbe, ihrer Art zu komponieren und ihrer Kompromisslosigkeit. Sie hat Popmusik immer als Ausdrucksmittel gesehen und niemals kommerziell gedacht.

Ulrike Michaelis: Eigentlich ist Kate Bush ein scheuer Mensch, in der Umsetzung ihrer Kunst aber sehr konsequent und mit Haut und Haaren dabei; das ist mir nicht so ganz unähnlich. Und wie sie in ihren Stücken ganz eigene Worte findet, einen eigenen Rhythmus – das ist unglaublich vielschichtig. Sie lebt ihr künstlerisches Konzept, ist immer wahr und sie selbst geblieben.

Wie seid Ihr darauf gekommen, dieses Theaterkonzert zu machen?

Michaelis: 1989 habe ich als Studentin an der Leipziger Musikhochschule „Wuthering Heights“ gesungen. Irgendwann habe ich Wieland das Video von damals gezeigt, und er war baff, wie gut es stimmlich passt.

Götze: Bei einem Urlaub vorletztes Jahr haben wir im Hotelzimmer ein paar Bush-Sachen gesungen und zum Spaß aufgenommen, einen Urlaubsfilm erstellt und bei „The Man With The Child In His Eyes“ Ulrikes und Kates Version ineinander überblendet. Das war ein unglaublicher Effekt! Und das brachte uns auf die Idee: Wir wollen ein Programm machen. Also haben wir eine Band zusammengestellt, Ulrike schrieb das Libretto.

Ihr baut erzählerische Elemente aus Emily Brontës „Sturmhöhe“ ein. Kanntet Ihr den Roman schon zuvor?

Götze: Nur vom Hörensagen und wegen der Verbindung zu „Wuthering Heights“. Im Vorfeld der Produktion haben wir das Buch gelesen und fanden es sehr reizvoll, Elemente daraus einzubauen.

Michaelis: Die Geschichte passt unglaublich gut zu den von uns ausgesuchten Titeln, das ist faszinierend!

Bush heißt mit Vornamen eigentlich Catherine – wie eine Protagonistin aus Brontës Buch.

Michaelis: Damit nicht genug: Bush ist 140 Jahre nach Emily Brontë am selben Tag wie sie geboren – am 30. Juli. Auch solche Parallelen haben wir uns zu Nutze gemacht und schlagen Brücken.

Was genau unterscheidet „Wuthering Night“ von einer Tribute Show?

Michaelis: Vor allem natürlich die Theaterform, die Verbindung von Szenen, Tanz und Musik. Ich denke auch, dass diese Kombination ganz in ihrem Sinne wäre.

Bee Gees, Queen, Abba, Simon & Garfunkel – je mehr Stars von früher verschwinden, desto mehr Tribute Shows gibt es. Ist aktuelle Musik so schlecht?

Götze: Es gibt einfach ein großes künstlerisches Erbe von Musikern und Bands, die seit den 60er Jahren mehrere Generationen bewegt und geprägt haben. Und nun verschwinden allmählich auch die letzten Dinos. Mit Covershows will man die mit ihnen verbundene Kultur bewahren.

Habt Ihr eine Ahnung, wie viele Projekte zu Kate Bush es gibt?

Götze: In England drei oder vier, aber eher konzertant. In Mitteleuropa ist unsere Show einzigartig.

Die bisherigen Shows waren ausverkauft. Ihr habt offenbar einen Nerv getroffen.

Michaelis: Zum einen gibt es viel mehr Kate-Bush-Fans, als ich dachte. Zum anderen kommt bei „Wuthering Night“ viel zusammen: Meine Stimmfarbe und -umfang passen zu Bush, auch die Affinität zu Theater und Tanz.

Nur 2014 gab Kate Bush noch mal Konzerte, seitdem hat sie sich wieder zurückgezogen. Bedauert oder bewundert Ihr diese konsequente Abstinenz vom Pop-Business?

Götze: Beides. Es ist natürlich faszinierend, wie sie 1979 mit 21 Jahren krasse neue Maßstäbe für Popshows gesetzt hat später und 35 Jahre lang bis auf einzelne Fernsehauftritte verschwunden war. Von den Auftritten 2014 gibt es keine Videoaufzeichnungen, das muss man sich mal vorstellen.

Michaelis: Es wäre natürlich fantastisch, sie einmal live zu sehen. Ich frage mich auch, was sie aktuell macht – schreibt sie für sich oder für andere, plant sie etwas? Bei Kate Bush weiß man nie. Und das ist großartig!

Vorstellungen 27. (ausverkauft) und 28. Januar im Krystallpalast Varieté, außerdem am 20. April. Jeweils 20 Uhr, Karten in allen LVZ-Geschäftsstellen, unter der kostenlosen Nummer 0800 2181050 sowie unter www.ticketgalerie.de.

Von Mark Daniel

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