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Lokales Kerzenmann-Nachlass wandert ins Leipziger Uni-Archiv
Leipzig Lokales Kerzenmann-Nachlass wandert ins Leipziger Uni-Archiv
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18:02 30.05.2019
Heike Brembach übergibt den Nachlass ihres Vaters Achim Ernst Brembach – genannt: der Kerzenmann – an Jens Blecher vom Universitätsarchiv Leipzig. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

Einst meist nur belächelt, letztlich sogar mit einer Andacht in der Leipziger Nikolaikirche gewürdigt: Achim Ernst Brembach, der sich selbst auch Achim von Almrich (Bezug nehmend auf seinen Geburtsort bei Naumburg) nannte, ist in seinem späten Dasein und erst recht nach seinem Tod im Alter von 82 Jahren im August 2018 Anerkennung widerfahren. Der Kerzenmann, wie er im öffentlichen Leben Leipzigs meist nur genannt wurde, bleibt im Gedächnis. Tochter Heike Brembach übergibt den Nachlass ihrer Vaters dem Universitätsarchiv, der Vertrag darüber wurde am Mittwoch unterzeichnet.

Schrifttafel für Kurt Masur

„Ich wusste, dass ich die Dokumente, die mir mein Vater hinterlassen hat, nicht wegwerfen werde. Dass all das aber seinen Platz im Archiv der Universität finden wird, daran hatte ich nicht geglaubt“, so Heike Brembach. Zum Unterschriftstermin hatte sie einige der Unikate mitgebracht, unter anderem die von Achim Ernst Brembach gestaltete Schrifttafel für Kurt Masur, die selbiger mit seiner Unterschrift versah.

Zum Nachlass des Kerzenmannes gehören 300 Bücher mit Autographen meist bekannter Personen und 1500 Schrifttafeln und Plakate, die Brembach zu den unterschiedlichsten Anlässen gestaltete und damit in aller Öffentlichkeit, in seinen Händen die obligatorische Friedenskerze und oft ein selbst gepflückter Blumenstrauß, Präsenz zeigte. „Er war überzeugt, dass das, was er tut, einmal Anerkennung finden wird“, sagt Heike Brembach.

Kerzenmann gilt auch als Alumni

Der Kerzenmann wollte die Öffentlichkeit und hatte keine Scheu, sich in ihr zu präsentieren – als Chiles Präsidentin Michelle Bachelet die Universität besuchte ebenso wie bei den Feierlichkeiten der Alma Mater anlässlich des 600-jährigen Bestehens. Brembach drängte sich zwischen die honorigen Gesellschaften, negierte oft das Protokoll und erreichte sein Ziel. Mit Kerzen und Blumen beschenkt wurden auch die Dirigenten im Leipziger Gewandhaus und Leipzigs OBM. Sie alle lernten das Leipziger Original kennen.

Archivchef Blecher ist überzeugt, dass mit derartigen Geschichten verbunden mit der Botschaft für Frieden, Völkerverständigung und Menschlichkeit der Nachlass des Kerzenmannes in seinem Haus bestens aufgehoben ist. Noch dazu weil Achim Ernst Brembach 1964 für ein Jahr an der damaligen Karl-Marx-Universität Erziehungswissenschaften studiert hatte, er damit als Alumni gilt. Demnächst wird es im Uniarchiv eine Ausstellung geben.

Von Thomas Mayer

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