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Lokales Kiesabbau: Rückmarsdorfer organisieren den Widerstand
Leipzig Lokales Kiesabbau: Rückmarsdorfer organisieren den Widerstand
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22:00 04.01.2017
Das geplante Abbaugebiet Schönau III (rot) wird im Westen von der Miltitzer Straße (links) und im Norden von der Straße an der Vogelweide (oben) begrenzt. Quelle: Patrick Moye
Leipzig

Der geplante Aufschluss eines rund 47 Hektar großen Kiesabbaugebietes in Rückmarsdorf zieht immer größere Kreise. Bereits 2100 Anwohner haben sich an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Die inzwischen ins Leben gerufene Bürgerinitiative Rückmarsdorf (BI) will die Unterschriften auf der nächsten Stadtratssitzung am 18. Januar Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) übergeben. „Der Oberbürgermeister und der Stadtrat sollen wissen, dass die Leute hier bei uns den Kiesabbau nicht wollen“, begründet Detlev Ducksch von der BI die Aktion. Wie berichtet, will ein Kiesunternehmen auf einer Fläche, die intern unter dem Namen „Schönau III“ geführt wird, rund 15 Jahre lang Kies abbauen; begonnen werden soll damit im Jahr 2019.

„Für uns ist das völlig inakzeptabel“, so Ducksch. „Denn es gibt in der Region genug Kiesabbaugebiete – zum Beispiel in Kleinliebenau, direkt an der Autobahn. Das stört niemanden.“ In Kleinliebenau hat ein Abbauunternehmen den Betrieb einstellen müssen, weil ein Rahmenbetriebsplan ausgelaufen ist und versäumt wurde, rechtzeitig eine Verlängerung zu beantragen. Inzwischen läuft dort ein neues Planfeststellungsverfahren Experten gehen davon aus, dass in Kleinliebenau in zwei bis drei Jahren der Kiesabbau wieder aufgenommen werden könnte. Weitere Aufschlüsse sind in Kleinpösna, Rehbach sowie im Eilenburger und Delitzscher Raum vorhanden.

Die BI moniert auch, dass ein Großteil des geplanten Kiesabbaugebietes mit Bauschutt verfüllt werden soll. „Dadurch bekommen wir es nicht nur mit dem Lärm und Dreck von Kieslastern zu tun, sondern auch von Fahrzeugen, die Bauschutt abkippen“, ärgert sich Ducksch. Es sei absehbar, dass in diesem Gebiet wasserführende Schichten durchtrennt würden.

Die Mitglieder der BI machen ebenfalls geltend, dass sich der für den Abbau vorgesehene Acker gut für eine Abrundung der vorhandenen Siedlungsgebiete mit einer weiteren Eigenheimstandort eignet. Mit Blick auf das schnelle Bevölkerungswachstum der Stadt sei es fragwürdig, dieses gut gelegene Areal einem weiteren Kiesabbau zu opfern. „Wir verstehen nicht, dass man diese wertvolle Fläche einfach so verschenkt“, sagt Ducksch. Die Stadt habe das Areal bereits einmal als Bauerwartungsland eingestuft, diese Einstufung dann aber wieder zurückgenommen. Siedler in der Nachbarschaft des Ackers hätten sich vor dem Bau ihrer Häuser in der Stadtverwaltung darüber erkundigt, welche Entwicklung dort künftig vorstellbar sei. „Von einem Kiesabbaugebiet wurde ihnen nichts gesagt.“ Die Betroffenen fühlten sich jetzt von der Stadt getäuscht.

Die BI hat ein Unterstützungskonto eingerichtet, auf das Spenden für Aktionen gegen den Kiesabbau eingezahlt werden können. Derzeit sollen sich schon 2000 Euro darauf befinden. „Wir denken auch über eine Demonstration nach – vielleicht im März“, skizziert Ducksch eine Handlungsoption. Auch eine eigene E-Mail-Adresse wurde unter ig-kies-ruecki@web.de eingerichtet und der Slogan „Mit uns ist kein Kies zu machen!“ kreiert. „Wir wollen auf jeden Fall weiter kämpfen“, meint Ducksch.

Wie berichtet, hat sich Leipzig in dem Streit noch nicht positioniert. Im Wirtschaftsdezernat wird allerdings betont, dass eine wachsende Stadt auch Baumaterial und Arbeitskräfte benötige und deshalb „grundsätzlich“ entsprechende Entwicklungen und Unternehmen unterstützt würden. Eine Rolle würden aber auch die Bedürfnisse der Anwohner und die Nachnutzung der Fläche spielen.

Von Andreas Tappert

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