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Lokales Konzept fürs Naturkundemuseum: Museumsbeirat schlägt Projektleiter vor
Leipzig Lokales Konzept fürs Naturkundemuseum: Museumsbeirat schlägt Projektleiter vor
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12:25 17.01.2017
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. Es gelte, einen Nachfolger für den 2014 in Pension gehenden Schlatter zu finden. „An der Entwicklung eines neuen Museums muss jemand beteiligt werden, der es in den nächsten 25 Jahren weiterführen kann – so lange muss ein Konzept tragfähig sein.“ Parallel zur Direktorenposition Schlatters hat der Beirat deshalb vorgeschlagen, einen Projektleiter einzustellen, der – in Aussicht auf den Posten des Leiters – an der gesamten Entwicklung teilhat.

Schlatter sieht das umgekehrt: Schon vor einiger Zeit hat er ein Konzept für eine neue Ausstellung – und damit die zukünftige inhaltliche Ausrichtung – vorgeschlagen. „50 Millionen Jahre Klima- und Landschaftsgeschichte“ soll einen Einblick in die jüngere erdgeschichtliche Entwicklung Mitteldeutschlands geben – Leipzig ist in dieser Region das nach der letzten Eiszeit am schnellsten und am intensivsten wiederbesiedelte Gebiet. Auch die Entstehung des Auwalds soll ein Thema sein.

Interaktiv und modern stellt sich Schlatter die Ausstellung vor: Geplant sind Audiostationen, Touch-Screens und Multi-Media-Stationen. Die Beschaulichkeit soll dadurch aber nicht verloren gehen, im Fokus stehen weiterhin Originale, wie Fossilien oder präparierte Tiere. Für die Umsetzung müsste das Museum umgebaut und um ein Funktionshaus für Technik und das Magazin erweitert werden.

„Klima ist grundsätzlich ein aktuelles Thema. Die Frage ist, ob es auf lange Sicht tragfähig ist“, sagt Xylander. „Es geht nicht darum, Konzepte zu verwerfen, sondern zu prüfen, was man erreichen will.“ Im Zusammenspiel mit Universität, Max-Planck-Institut und Umweltforschungszentrum bedürfe es eines vierten Standbeins, dass sich durch Sammlungen, Forschung, Lehrarbeit und Volksbildung ein besonderes Profil schaffe. „Das Museum wird sich ganz grundsätzlich orientieren müssen, wohin es möchte. Steht der Bildungswert oder der Unterhaltungswert, speziell für die Zielgruppe Familien, im Vordergrund?“ In Görlitz funktioniere die Kombination aus beidem sehr gut.

Nach der Sommerpause wird sich der Museumsbeirat zu einer Sitzung treffen, um die Entwicklungen zu besprechen.

Tobias Ossyra