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Lokales Krach zum Club-Abschied in Leipzig-Reudnitz
Leipzig Lokales Krach zum Club-Abschied in Leipzig-Reudnitz
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07:00 01.02.2018
Demnächst geschlossen: die Musikkneipe 4Rooms im Täubchenweg muss raus, weil der Investor andere Pläne hat. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

„Meine Stadt ist zu laut, alles dreckig und es riecht nach Rauch!“ Ob es wirklich derlei Gedanken sind, die Vermieter und Investoren umtreibt, wie Kraftklub sie in ihrer Gentrifizierungshymne besingen, bleibt offen. Bewahrung der kulturellen Vielfalt jedenfalls scheint sie nicht umzutreiben, wenn sie Clubschließungen erwirken, und ob eine durchsanierte Stadt ohne diese Clubs noch attraktiv ist, sei dahingestellt.

Das demnächst wegrationalisierte 4rooms möchte nun dafür sorgen, dass nach jahrelanger guter Führung das Eingangszitat wenigstens auf den letzten Metern noch voll zutrifft, und zwar auf Schwermetall-Basis. Denn neben aller Veranstaltungsvielfalt, die die Reudnitzer Kneipe in den letzten zwölf Jahren auf die Beine gestellt hat, war sie vor allem stets eine wichtige Adresse der Leipziger Metalszene. Und gerade diese musste in der Vergangenheit Rückschläge hinnehmen, trug man doch jüngst schon das E35, das Helheim und andere Spots der Freunde harter Gitarrenmusik zu Grabe. Vor der erzwungenen Grabesruhe im Täubchenweg möchte man sich daher umso lauter verabschieden.

Schon vor zwei Wochen beschenkte das 4rooms die vielfältige, gut vernetzte und aktive Szene mit einem Überraschungs-Coup, als die Kalifornier Metaler von Night Demon nach ihrem Konzert im Haus Auensee noch ein spontanes Soli-Konzert im Club gaben. Man hatte sich nachts zuvor im Black Label kennengelernt, dessen Freifläche bitter-ironischerweise diesen Sommer auch nicht mehr erleben wird.

Entsprechend unmissverständlich trotzig ist das Motto des Abschiedsfestivals, wenige Wochen vor der endgültigen Schließung des 4rooms Ende Februar: „Fuck Gentrification“. Am ersten Februarwochenende versprechen die Veranstalter Metalheadz und Trashflegel mit dem wohl größten DIY-Festival der Leipziger Metalszene: „Ein Laden, ein letztes Mal Metal Volleskalation, zwei Bühnen, drei Tage, 30 Bands.“ Unterstützt werden sie dabei von der Moritzbastei, der Substanz und anderen.

Gewinn macht man mit derlei Veranstaltungen eher nicht, vor allem geht es darum, gemeinsam ein Zeichen zu setzen: Wir gehören zu Leipzig, halten zusammen und bleiben laut. Orte müssen vielleicht weichen, die Musik aber bleibt.

Freitag bis Sonntag, jeweils ab 19 Uhr

Von Karsten Kriesel

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