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Lokales Krawall-Demo im Leipziger Süden – so urteilen die Leser
Leipzig Lokales Krawall-Demo im Leipziger Süden – so urteilen die Leser
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08:15 31.01.2020
Teilnehmer der Demonstration gegen das Verbot der Online-Plattform „linksunten.indymedia.org“ am 25. Januar im Leipziger Süden zünden Pyrotechnik. Etliche Vermummte warfen zudem mit Pflastersteinen auf Polizisten. Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild
Leipzig

Was die LVZ-Leser und User von LVZ.de zur Indymedia-Demo vom 25. Januar sagen, lesen Sie hier:

Blindes linkes Auge

Spätestens nach der „Demo“ zu Indymedia müsste wohl auch dem letzten Leser klar sein, dass diese „Demo“ ein terroristischer Anschlag auf den Rechtsstaat war. Die Polizisten, die wieder mal ihren Kopf hinhalten mussten und die sich hinterher fast noch entschuldigen müssen, dass sie zu hart gegen „Aktivisten“ vorgegangen sind, die tun mir leid. Das Problem in unserem Land ist, dass unser Staat auf dem linken Auge blind ist und vor allem nach rechts austeilt.

Hilflose Wortschöpfungen

Dass die Linke die Polizei für ihre Zurückhaltung lobt, spricht für sich. Durch diese Zurückhaltung wurde der Zerstörung durch Linksextreme freien Lauf gelassen. Man stelle sich nur vor, die Ausschreitungen wären von rechten Demonstranten gekommen. Mit hilflosen Wortschöpfungen wie „Hooliganismus“ versucht die Linke, Fakten in das Gegenteil zu verkehren.

Verlorene Kontrolle

Sachsens CDU-Innenminister Roland Wöller verkündet nach den erneuten Ausschreitungen im Leipziger Süden, dass man „mit allen rechtsstaatlichen Mitteln“ durchgreifen werde. Na, da werden sie in Connewitz ja vor Angst zittern. Denn: Was liest man immer in den Medien? „Vorläufig festgenommen.“ „Wieder auf freiem Fuß.“ „Verfahren eingestellt.“

Haben gewalttätige Demonstranten in Deutschland Narrenfreiheit? Der Staat, der ständig auf das Gewaltmonopol pocht, hat doch schon lange die Kontrolle verloren. Und der Appell der vier Oberbürgermeister-Kandidaten im Duktus von Kurt Masur aus dem Herbst 1989 wirkt da auch nur hilflos. Leute, die Pflastersteine werfen und dabei den Tod anderer Menschen billigend in Kauf nehmen, hören nicht auf Appelle.

Widerliches Verhalten

Das Verhalten der „linken“ Chaoten ist mir widerlich. Sie betonen immer wieder, dass sie den Staat hassen und vernichten wollen. Nehmen sie keine Leistungen des verhassten Staates in Anspruch? Ich denke an Hartz IV, Wohn- und Kindergeld und so weiter. Wenn ich Linkswähler wäre, würde ich mich fremdschämen. Wie solche Leute wie Juliane Nagel in Parlamente gewählt werden können, ist mir auch unverständlich.

Eingeschränkter Kulturgenuss

Meine Frau und ich hatten für den Abend Tickets für ein Konzert mit Veronika Fischer in der Peterskirche (über das die LVZ leider keine Zeile berichtet hat) und wollten eigentlich von Süden kommend mit der Straßenbahn in die Stadt fahren. Aber auf der Strecke wollten sich ja auch die Pseudolinken austoben. Lange vorher war nun zu überlegen, wo man denn am wenigsten Gefahr läuft, auf die Chaoten zu treffen. Letztlich entschlossen wir uns, an der Klemmstraße in die S-Bahn umzusteigen. Während des Konzerts musste ständig aufs Handy geschaut werden, ob der Straßenkampf vorbei ist und die Bahnen wieder normal fahren. Das war dann zum Glück der Fall. Aber unter dieser Angst um Hin- und Rückweg hat der Kulturgenuss sehr gelitten. Hunderten in Leipzig dürfte es an dem Abend ähnlich gegangen sein. Wer solche Demonstrationen zulässt, bei denen von Anfang an mit Gewalt gedroht wird, sollte in Zukunft mal mehr an die Auswirkungen auf die Bewohner der Stadt denken.

Mit allen Mitteln

Mit Ihrem Kommentar zu den Krawallen bei der Indymedia-Demo bin ich sehr einverstanden – bis auf einen Punkt. Glauben Sie wirklich, dass diese Szene „mal in sich geht“? Ich halte diese Art der Aufarbeitung in der Radikalenszene für ausgeschlossen. Man kann sicher lange warten, bis ein radikaler, gewaltbereiter, von Hass durchdrungener Vermummter in sich geht. Denn dann muss er intellektuell und kritisch seine Handlungen beleuchten, um ein Fazit zu ziehen. Das würde dann logisch und zwingend sein, dass es ja wohl nicht angeht, zum Beispiel die Gesundheit und das Leben anderer in Gefahr zu bringen.

All das kann man von Angehörigen dieser Szene nicht erwarten. Insofern müssen Betroffene und in die Auseinandersetzung Hineingezogene selbst auf ihr Leben achten und Maßnahmen ergreifen. Diese müssen dem Schutz von Menschen und Sachen dienen und nötigenfalls auch radikal sein: mit allen, aber auch allen Mitteln, die der demokratischen Gesellschaft zur Verfügung stehen. Krokodilstränen, lautstarke Verurteilungen von Gewalteskalationen und empörte Statements von Politikern in der Zeitung dürften eher der Motivation zum Weitermachen dienen. Dem Treiben muss ernsthaft Einhalt geboten werden. Das Zauberwort heißt: Konsequenz.

Importierte Antidemokraten

Nach der begründeten Kritik an der teils provokativen Strategie der Leipziger Polizei zu Silvester in Connewitz, hat sie diesmal wohl alles richtig gemacht. Nur so kann man die auf Krawall gebürsteten, oftmals importierten Antidemokraten öffentlichkeitswirksam isolieren und ihnen vor allem die Rechtfertigungsstrategie entziehen. So wie jüngst abgelaufen, steht auch der Meinungskonses der wichtigsten Leipziger Politiker auf einem stabilen Fundament.

Geregelte Freiheit

Auch Freiheit hat ihre Regeln. Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit heißt nicht, dass ich zerstören, randalieren und Gewalt anwenden darf. Das alles ist in Connewitz mehrmals passiert. Warum sollte es nicht möglich sein, den Veranstaltern Sanktionen aufzuerlegen? Mein Vorschlag: Keine Genehmigung aus oben genannten Gründen für die nächste Demonstration. Meine Freiheit soll auch akzeptiert werden! Nämlich, dass ich hier in Leipzig friedlich leben will.

Falscher Einsatzbefehl

Ich verfolge schon seit einiger Zeit mit Sorge die Ereignisse in und um Connewitz, die Ausschreitungen und die Reaktion der Staatsgewalt darauf. In der Indymedia-Demo liefen Vollvermummte – ist das erlaubt? Die Demonstranten zerschlugen Fensterscheiben und schmissen Farbbeutel – ist das erlaubt? Sie beleidigten die Polizei mit „Bullenschweine, raus aus unserem Viertel“, „Bullenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt“ und „Deutsche Polizisten – Mörder und Faschisten“ – ist das erlaubt? Die Demonstranten griffen Polizisten mit Pflastersteinen an – ist das erlaubt?

Jetzt kommt das, was mich eigentlich wütend macht: Nach einem Pflastersteinangriff an der Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße/Richard-Lehmann-Straße zogen sich die Beamten fluchtartig zurück, obwohl im Rückraum mehrere Hundertschaften bereitstanden, die hätten helfen können. Mehr noch: Sie hätten dem Treiben ein so unmissverständliches Ende bereiten können, dass sich die Chaoten danach nicht als Sieger hätten fühlen können. Die Frage ist: Warum haben sie es nicht getan? Ich behaupte: Es gab den falschen Einsatzbefehl!

Krank im Kopf

Warum verlassen diese Linksterroristen, die „BRD-Bullenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt!“ skandieren, nicht Deutschland? Ach ja, woanders wird denen ja kein Zucker in Form von Sozialleistungen vom ach so verhassten Staat in den Hintern geblasen!Wie kann man nur so krank im Kopf sein?

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