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Lokales Sachsens Ministerpräsident will sich für bewachte Badeseen einsetzen
Leipzig Lokales Sachsens Ministerpräsident will sich für bewachte Badeseen einsetzen
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09:01 31.05.2019
Aus Kostengründen abgeschafft, bald wieder im Einsatz? Die Wasserwacht Cospuden sorgte am Nordstrand früher für Sicherheit. Ministerpräsident Michael Kretschmer will nun nach Lösungen für die Bewachung von Badeseen in Sachsen suchen. Quelle: André Kempner
Zwenkau

Mehr als 800 Mitarbeiter in 61 Einrichtungen von der Kinderkrippe bis zum Altenpflegeheim, dazu mehr als 500 aktive ehrenamtliche Helfer in so ziemlich allen Bereichen: Der DRK-Kreisverband Leipzig-Land ist schon eine gesellschaftliche Größe. Und wenn der zu seinem ersten Netzwerktag ruft, kommt auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Der stellte zu einigen Problemen, wie etwa der Wasserwacht an den Seen, Lösungen in Aussicht.

Marcel Knabe, Leiter der Wasserwacht-Gemeinschaft im Kreisverband, hatte vor etlichen Bürgermeistern aus der Region und einigen Wirtschaftsvertretern die Diskrepanz zwischen Bereitschaft der Helfer und deren Beschäftigung angesprochen. Die Kameraden würden bei der Schwimmausbildung helfen, seien auch sonst aktiv am Wasser unterwegs, aber obwohl es so viele Gewässer im Leipziger Neuseenland gebe, sei ein bewachter Badesee nicht dabei. „Genügend Kräfte und das Interesse bei uns sind da. Was fehlt, ist ein Betätigungsfeld“, sagte Knabe. Natürlich wisse er, dass es sich keiner leisten kann, überall bewachte Seen zu haben. Aber wenigstens für einige sollten doch Lösungen möglich sein, stellt er fragend in den Raum.

Diskussion beim Netzwerktag des DRK: Links Geschäftsführer Jens Bruske, in der Mitte Präsidentin Ursula Grimm, rechts Ministerpräsident Michael Kretschmer. Quelle: Jörg ter Vehn

Schwierige Finanzsituation

Kretschmer nahm das Thema dankend auf und erzählte von einem Fall, wo die Wasserwacht aus Pirna regelmäßig zum Barwälder See nahe Boxberg gefahren sei, um zu helfen, aber sogar den eigenen Sprit für die Boote mitbringen musste. „Das geht so natürlich nicht“, sagte er. In der nächsten Legislaturperiode ab dem Herbst müsse das Thema der Bewachung an den Badeseen diskutiert werden. „Ich halte es für notwendig, dass wir da eine Lösung finden“, sagte er. „Wir werden die nächsten Schritte tun, darauf haben sie mein Wort“, sagte er unter dem Beifall der DRK-Helfer.

Tatsächlich gab es bis vor ein paar Jahren zum Beispiel am Cospudener Nordstrand noch eine Bewachung. Wie Seebetreiber Chris Conrad von Pier 1 auf Nachfrage erklärte, habe er diese aus Kostengründen eingestellt. Ein paar Tausend Euro im Jahr habe er als Aufwandsentschädigung für die Hilfe aufwenden müssen, obwohl er gesetzlich dazu nicht verpflichtet gewesen sei. Die DRK-Wasserwacht werde seitdem nur noch bei Großveranstaltungen eigens gebucht und auch vergütet. Aus eigener Tasche zahle er außerdem noch für eine Bewachung am Kulkwitzer See. Dort gebe es lange gewachsene Beziehungen zur Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG).

Zusammen den Herausforderungen stellen

DRK-Kreisverbandschef Jens Bruske, der die Idee zu dem künftig jährlich geplanten Netzwerktag hatte, war erfreut über Kretschmers Initiative. Er erhoffe sich insgesamt von dem Tag, dass die Wohlfahrtsverbände wie das DRK mit der Wirtschaft und der Politik gemeinschaftlich die Herausforderungen angehen.

So sprach DRK-Personalchef Thomas Schwalbe den Fachkräftemangel etwa bei den Kindergärtnerinnen an. Im Nachbarland Sachsen-Anhalt seien deshalb schon die Regelungen für die Ausbildung gelockert worden, sagte er.

Kretschmer erklärte, es komme darauf an, ob es mehr um frühkindliche Bildung oder nur das Aufpassen auf die Kinder geht. Im Kindergarten würden aktuell auch Defizite behoben, die eventuell in einigen Elternhäusern entstünden, sagte Kretschmer. „Dass Sachsen bei der Pisa-Lernstudie ganz vorne liegt, hat auch etwas damit zu tun“, meinte er. Gleichwohl seien letztlich fünf Jahre Ausbildung für den Kindergärtner-Beruf zu lange. Daher werde bereits im Kultusministerium über Lösungen diskutiert, erklärte der Ministerpräsident. Konkreter wurde er jedoch nicht – bevor er zur nächsten Veranstaltung nach Leipzig entschwand.

Von Jörg ter Vehn

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