Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Künstlerinnen nehmen Vorstand von Engel & Völkers aufs Korn
Leipzig Lokales Künstlerinnen nehmen Vorstand von Engel & Völkers aufs Korn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:06 08.03.2019
Die Künstlerinnen Verena Landau, Nina K. Jurk, Maria Sainz Rueda, Isabelle Dutoit und Kathrin Thiele (von links), fotografiert von Bildermuseumschef Alfred Weidinger (rechts), nehmen mit dieser Aktion das Management von Engel & Völkers auf die Schippe. Quelle: André Kempner
Leipzig

Ein Bild hat in dieser Woche auf Twitter für Furore gesorgt: Es zeigt fünf Männer in dunklen Anzügen und lässiger Pose, die auf einem Hamburger Hausdach vor der Silhouette der Elbphilharmonie in die Kamera blicken. Nun sind fünf Männer auf einem Hausdach noch kein Grund zur Aufregung. Allerdings will sich der rein maskulin geprägte Vorstand des Immobilienunternehmens Engel & Völkers mit diesem Foto anlässlich des Internationalen Weltfrauentages zu weiblichen Vorbildern äußern. Ein Link über dem Bild führt zu einem Interview mit den fünf Herren, in dem sie als Vorbilder neben Angela Merkel und Sophie Scholl auch ihre Mütter nennen.

Ein rein männlicher Vorstand äußert sich zum Weltfrauentag

Mit diesem Post sorgte das Immobilienunternehmen Engel & Völkers für Furore: Fünf männliche Chefs äußern sich zum Weltfrauentag über ihre weiblichen Vorbilder. Quelle: Twitter/Engel&Völkers

Über das Foto der fünf Vorstände ärgert sich auch ein Mann in Leipzig: Alfred Weidinger, der Direktor des Museums der bildenden Künste, versteht nicht, warum ein Branchenriese zum Weltfrauentag eine rein männliche Führungscrew präsentiert, statt Frauen in den Vordergrund zu rücken. „Also das ist doch entsetzlich“, sagt Weidinger. „Für das 21. Jahrhundert ist so etwas nicht zeitgemäß.“ Nicht nur ihm stößt dieser Tweet sauer auf. Auch im Internet erntete Engel & Völkers viel Häme und Kritik.

Künstlerinnen stellen das Foto auf dem Dach des Bildermuseums nach

Das könne man so nicht stehen lassen, befand Weidinger. Er zeigte das Foto der fünf Männer den fünf Organisatorinnen der laufenden Schau „Voix“ des „MalerinnenNetzWerks Berlin–Leipzig, bei der 28 Künstlerinnen ihre Werke im Bildermuseum präsentieren. Die Frauen stimmten sofort zu, das Foto nachzustellen. Dafür begaben sie sich am Donnerstagnachmittag auf das Museumsdach, um in dunklen Anzügen und mit lässiger Pose vor der Silhouette der Leipziger Innenstadt in Weidingers Kamera zu lächeln.

Auf dem windigen Dach des Museums der bildenden Künste posierten die fünf Organisatorinnen der Ausstellung „Voix“ vor der Kamera von Direktor Alfred Weidinger für die Satire-Aktion. Quelle: André Kempner

Frauen in den Fokus rücken

Es sei eine traurige Realität, dass in vielen Unternehmensvorständen Frauen immer noch fehlten, sagte Künstlerin Verena Landau zu der Aktion. „Diesen Aspekt sollte man am Weltfrauentag in den Fokus rücken.“ Nina K. Jurk, ebenfalls Mitglied im „MalerinnenNetzWerk“, findet: „Es hat etwas unfreiwillig Komisches, wenn fünf Männer über den Frauentag sprechen wollen.“ Ganz so bierernst ist auch die Persiflage der Künstlerinnen, die am Frauentag in den sozialen Netzwerken geteilt wird, nicht zu verstehen. Die fünf Damen laden die fünf Herren des Originalbildes im Übrigen herzlich ein, ihre Ausstellung, die noch bis zum 7. April läuft, im Bildermuseum zu besuchen. Das Unternehmen Engel & Völkers entschuldigte sich mittlerweile auf Twitter für den misslungenen Post. Der Beitrag habe sein Ziel verfehlt, teilte das Unternehmen mit.

Am 22. März um 20.30 präsentieren die Künstlerinnen des „MalerinnenNetzWerkes“ ihren Katalog im Bildermuseum. Anschließend wird es eine Podiumsdiskussion geben.

Von Pia Siemer

Der Auwald wird im Süden Leipzigs auf einer Testfläche bislang regelmäßig nur für maximal zwei Wochen im Jahr so richtig nass. Das soll sich mit einem neuen Flutungsprojekt bald ändern. Denn für den Wald ist es gut.

08.03.2019

Am Donnerstag, 7. März, beging Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) seinen 61. Geburtstag. Etliche Gratulanten kamen ins Neue Rathaus. Bei der Gelegenheit sprach der gebürtige Westfale (Siegen), der seit 1991 in Leipzig lebt, auch mit der LVZ über Privates und seine beruflichen Pläne.

07.03.2019

Ende März soll das EU-Parlament über eine umstrittene Urheberrechtsreform abstimmen. Kritiker befürchten, diese werde die Freiheit im Internet einschränken. Am Samstagnachmittag will ein breites Bündnis unter dem Schlagwort „Save the Internet“ dagegen in Leipzig demonstrieren.

07.03.2019