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Lokales Radeln wieder gemeinsam – viele erleben das LVZ-Fahrradfest als Befreiung
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LVZ-Fahrradfest: Die große Radtour als Befreiung 

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13:05 19.07.2021
3231 Frauen, Männer und Kinder sind auf fünf verschiedenen Routen beim 16. LVZ-Fahrradfest dabei – hier geht gerade die Mitgas-Tour über 40 Kilometer los. Beim Start und auf dem Vorplatz des Völkerschlachtdenkmals herrscht Maskenpflicht.
3231 Frauen, Männer und Kinder sind auf fünf verschiedenen Routen beim 16. LVZ-Fahrradfest dabei – hier geht gerade die Mitgas-Tour über 40 Kilometer los. Beim Start und auf dem Vorplatz des Völkerschlachtdenkmals herrscht Maskenpflicht. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Himmel strahlt ebenso blau wie die blauen LVZ-T-Shirts. Bunte Fahrradhelme und meist freundliche Gesichter, die allerdings beim Start auf dem Platz vorm Völkerschlachtdenkmal teilweise unter Masken verborgen bleiben müssen. 3231 Menschen treten am Sonntag beim mittlerweile 16. LVZ-Fahrradfest in die Pedale, welches diesmal fünf Touren zwischen sechs und 100 Kilometern bietet, um den Südraum zu entdecken.

„Wir sind sehr froh, dass wir unser Fahrradfest dieses Jahr wieder durchführen konnten. Alle haben sich hervorragend und rücksichtsvoll verhalten, hatten Verständnis und haben Abstand gehalten“, freute sich LVZ-Marketingchefin Alexandra Grothe. Denn nur Getestete, Genesene oder Geimpfte durften dabei sein. Doch viele fühlen es regelrecht als Befreiung, wieder gemeinschaftlich auf Tour an der frischen Luft zu gehen. Und Doreen Barz vom Organisationsteam betonte, dass dieses Familienfest nur durch die vielen Partner und Sponsoren – vom Sächsischen Radfahrer-Bund (SRB) über die Polizeidirektion Leipzig und bis hin zum Ordnungsamt – möglich sei.

Viele Familien mit Kindern am Start

Viele freuen sich aufs gemeinschaftliche Radeln. Bernd Rein (71): „Ich bin zum ersten Mal dabei. Es hat sich bisher noch nicht ergeben“, sagt der sportliche Rentner, der sich gleich für die 100 Kilometer-Tour entschieden hat. „Macht doch nichts“, schmunzelt er und erzählt, dass er viel unterwegs sei und auch schon an den Neuseen-Classics teilgenommen hat. „Dieses Jahr gibt es aber keine Rennen.“

Alle Bildergalerien: Mehr Fotos vom Fahrradfest unter www.lvz.de/fahrradfest

Ebenfalls die größte Runde hat Katharina Kochinke (37) gewählt: „Im Sommer mache ich oft längere Touren, auch über mehrere Tage“ erzählt die Leipzigerin, die derzeit Grundschullehramt studiert. Zuletzt war sie mit dem Mountainbike auf dem Rennsteig unterwegs, nennt sie ein Beispiel. Für ihren Begleiter Thomas Mitschke (40) ist Premiere beim LVZ-Fahrradfest. „Ich habe sie dazu angestiftet“, sagt der Schweißer, der allerdings kein Werkzeug dabei hat. Doch falls es doch zur Panne kommt, stehen an der Strecke genügend Helfer bereit.

Thomas und Corinna Heidler mit den Kindern Konstantin (8) und Maximilian (4) präsentieren ihre Medaillen. Quelle: Andre Kempner

Ganz in Familie starten die Wiericks aus Plagwitz auf die 23-Kilometer-Tour. Die beiden fünfjährigen Kinder Jona und Ella sind erstmals auf eigenem Fahrrad dabei. Doch schaffen sie das auch? „Na klar, zehn Kilometer hin und zurück haben wir schon probiert. Natürlich immer mit Pause“, erzählt Vater Mirko.

Mirko und Anja Wierick mit den Kindern Ella und Jona starten beim LVZ-Fahrradfest auf 23-Kilometer-Tour. Quelle: Andre Kempner

Starter aus Eilenburg und Altenburg dabei

Fiona (10) und Carsten Bär (40) sind aus Eilenburg angereist. „Wir wollen die 23 Kilometer schaffen“, erzählt Fiona. Aber das dürfte kein Problem sein“, ergänzt der Vater, da beide öfters in die Pedale treten, etwa an der Mulde entlang. Jochen Zschammer (52) ist mit Constantin (11) aus Altenburg dabei. „Ich fahre recht aktiv. Heute machen wir eine Vater-Sohn-Tour.“

Viele „Wiederholungstäter“ sind dabei

„Ich bin Wiederholungstäterin und gern dabei. Die Organisation ist top“, sagt Sindy Meinhardt (43). Diesmal fährt die Markranstädterin aber mit einem Mini-Rad, weil sie dies im kleineren Auto transportieren kann. „Doch die 23 Kilometer werde ich damit schon schaffen“, meint die Trainerin, die in einem Reha-Zentrum arbeitet.

Lothar Weiß (84) kommt auf seinem Liegerad diesmal nur zum Schauen vorbei, Quelle: André Kempner

Lothar Weiß, der oft längere Strecken absolviert, ist diesmal mit seinem Liegerad allerdings nur zum Schauen gekommen. „Ich habe heute noch etwas vor“, so der 84-Jährige, der regelmäßig dabei ist. Mit einem alten Bäckerei-Lastenfahrzeug von 1930 aus den Niederlanden ist Familie Torge zur Veranstaltung gekommen. „Damals wurden damit Käselaibe auf den Markt gefahren. Wir nutzen es zum Spaß, ich bin halt Oldtimer-Fan“, erzählt Patrick Torge, der seine Frau Jane und sein Kind Kim kutschiert. Er selbst nutzt es auch für Transporte – etwa in den Kleingarten – dabei leistet es viele nützliche Dienste. „Ich bin Mountainbiker, bei der Rennradtour gehe ich aber völlig unter. Deshalb komme ich diesmal nur zum Schauen.“

Benny (5) und Mary (2) macht das Fahrradfest Spaß. Vater Steffen Jacob (36) muss sich abstrampeln. André Kempner Quelle: Andre Kempner

Geschafft, aber glücklich nach der Tour

Mit dabei war auch Olympiasieger und Radportler Jens Lehmann, der sich bei seiner Tour sogar ein wenig verfahren hat. „Wir haben ein hartes Jahr hinter uns. Es freut mich, dass solche Veranstaltungen wieder möglich sind und ich hoffe, dass wir einen guten Sommer haben.“ Nach der Tour gibt es viele glückliche, teilweise geschaffte Gesichter. „Mit zwei Kindern im Anhänger ist es schon etwas anstrengend“, sagt Steffen Jakob, der Benny (5) und Mary (2) befördert. Was ihn aber nicht abhält, auch bei der 6-Kilometer-Tour erneut zu starten. Und diesmal fährt Benny auf eigenem Rad. Und auch Gabriele Krause aus Böhlen ist froh, die 23-km-Runde geschafft zu haben. Jetzt geht es per Rad retour nach Böhlen. „Wir haben aber extra ein Handtuch mit und freuen uns auf die Erfrischung im Markkleeberger See.“

Christiane (44) lässt sich von Sohn Leopold zum Spaß im Lastenrad fahren. Quelle: André Kempner

Von Mathias Orbeck