Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Raus aus der Einsamkeit: LVZ-Spendenaktion hilft pflegebedürftigen Menschen
Leipzig Lokales

LVZ-Spendenaktion hilft Senioren: Ein großer Wunsch im Leipziger Marienheim

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:01 27.11.2021
Sie alle freuen sich auf eine gemeinsame Radpartie: Pfleger Steven Schwarz (30) im Marienheim mit den Bewohnern Dieter Daniel (84), Renate Bergner (65) und Brigitte Rabe (81, von links).
Sie alle freuen sich auf eine gemeinsame Radpartie: Pfleger Steven Schwarz (30) im Marienheim mit den Bewohnern Dieter Daniel (84), Renate Bergner (65) und Brigitte Rabe (81, von links). Quelle: Christian Modla
Anzeige
Leipzig

Die Heinzelmännchen waren diese Woche im Marienheim unterwegs. Sie huschten von Zimmer zu Zimmer und stellten Lichterbögen oder Weihnachtsfiguren in die Fenster. Eine Aufmerksamkeit, über die sich die Bewohnerinnen und Bewohner freuen, denn sie besitzen gar keinen oder fast keinen Weihnachtsschmuck. 

Fünf Wochen lang nur im Zimmer

An das Weihnachtsfest vor einem Jahr denken die Senioren aus dem Diakonie-Pflegeheim in der Chopinstraße nur ungern zurück. Die zweite Corona-Welle rollte auf ihren Höchststand, aber die Impfungen waren noch nicht angelaufen. Zwölf Heimbewohner wurden krank, zwei starben. Um nichts zu riskieren, mussten die betagten Menschen in ihren Zimmern bleiben – schier endlose fünf Wochen lang. Jeder hatte ein Einzelzimmer und durfte es nicht verlassen, auch nicht zum Essen. „Beschissen“ sei das gewesen, erinnert sich Renate Bergner (65), die früher in einem Autohaus gearbeitet hat. Nach mehreren Schlaganfällen sitzt sie im Rollstuhl. „Weihnachten waren wir traurig“, bestätigt auch Brigitte Rabe (81), die als ehemalige Verkäuferin sehr kontaktfreudig ist. „Da guckt man Fernsehen, alle Programme rauf und runter, und freut sich über jeden, der reinkommt. Aber es nützt ja nichts. Man kann nicht den ganzen Tag dasitzen und weinen.“

Heimbewohner Dieter Daniel (84) interessiert sich für alles, was in Leipzig neu gebaut wird. Brigitte Rabe (81) würde gern mal den Botanischen Garten besuchen. Beide sind auf den Rollator angewiesen. Quelle: Christian Modla

Eierkuchen oder Bratkartoffeln außer der Reihe

Wenn es keine Angehörigen gibt, wenn niemand zu Besuch kommt oder die alten Menschen mal abholt, sind Pflegerinnen und Pfleger, Sozialbetreuer und Ehrenamtliche die einzige Verbindung nach draußen in die Stadt für die aktuell 44 Hausbewohner. Mitarbeitern wie Steven Schwarz ist das sehr bewusst. Der 30-Jährige arbeitet als Pflegefachkraft im Marienheim. Er hilft beim Waschen, An- und Umziehen, bei Wundversorgung und Medikamenteneinnahme und auch bei den Toilettengängen. Zwischendurch lässt er sich ab und zu etwas ganz Besonderes einfallen, um seinen Leutchen zusammen mit den Präsenzkräften eine Freude zu machen. „Er verwöhnt uns mit unseren Lieblingsspeisen“, freut sich Brigitte Rabe. Dann gibt es eben mal Eierkuchen, Waffeln oder Bratkartoffeln außer der Reihe. „Er ist ein Lieber“, strahlen die Hausbewohner und sind dafür sehr dankbar.

Einmal im Jahr ein großer Ausflug

„Essen ist im Moment das Einzige, womit man die Leute glücklich machen kann“, weiß Steven Schwarz. Gern würde er mit den Bewohnerinnen und Bewohnern mehr rausgehen, aber das ist mit dem Arbeitspensum nicht zu vereinbaren. Einmal im Jahr organisiert das Marienheim eine große Ausfahrt, dann geht es per Bus an ein schönes Ziel. Brigitte Rabe war beim Ausflug an den Markkleeberger See dabei, inklusive Bootsfahrt und Kaffeetrinken:„Das war wunderbar und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben“, schwärmt sie. Dieses Jahr sollte der Wildpark das Ziel sein, doch wegen Corona fiel die Tour aus.

Großer Wunsch: Eine Fahrradrikscha

So sieht es aus, wenn Altenheimbewohner eine Ausfahrt per E-Rikscha machen – hier ein Beispiel aus Hessen. Quelle: Nadine Weigel/dpa

Aber es muss ja nicht unbedingt eine ganz große Tour sein. Von einer Idee haben alle irgendwie Feuer gefangen: Wenn die Diakonie eine Fahrradrikscha besäße, also eine Art Fahrradtaxi, könnte man damit kleinere Runden drehen, vielleicht mal in die Stadt fahren. Steven Schwarz und Pflegeassistent Michael Gilge (39) würden das Elektrofahrrad fahren, und zwar in ihrer Freizeit. Beide sind im Alltag flotte Radfahrer und trauen es sich zu, jeweils zwei Senioren durch die Stadt zu kutschieren. Und die sind unternehmungslustig genug für Fahrrad-Ausflüge: „Na klar!“ Brigitte Rabe würde gern mal in den Botanischen Garten, „das wäre wunderschön.“ Oder auf den Ostfriedhof, wo ihr Mann begraben liegt – dort ist sie seit zwei Jahren nicht mehr hingekommen. Renate Bergner würde gern das Grab ihrer Mutter besuchen. Und Dieter Daniel (84) schaut sich jederzeit gern an, was in Leipzig so Neues gebaut wird.

Spendenempfänger ist die Diakonie

Solche Fahrradtaxis gibt es in verschiedenen Ausführungen, auch für die Mitnahme von Rollstühlen geeignet. Mit 10.000 Euro würde eine Rikscha zum Laufen kommen, inklusive Versicherung und weiterer Nebenkosten. Die Diakonie ist Partner der diesjährigen LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ und möchte den Spendenerlös speziell für alte und pflegebedürftige Menschen verwenden. Mit dem Geld sollen moderne Beschäftigungs-, Übungs- und Spielgeräte angeschafft werden, die den Senioren schöne Erlebnisse und Freude im Alltag bereiten. Und es sollen zusätzliche Angebote wie Hundetherapie finanziert werden.

Alle Infos zu „Ein Licht im Advent“ finden Sie hier

Seit mehr als 150 Jahren kümmert sich die Diakonie um Hilfebedürftige in und um Leipzig. Der evangelischer Träger unterhält mehr als 50 Einrichtungen mit den Arbeitsfeldern Altenhilfe, Behindertenhilfe, Beratung sowie Kindertagesstätten. Rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen und beraten täglich 3600 Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Zudem engagieren sich mehr als 600 Ehrenamtliche. Damit ist die Diakonie der größte Wohlfahrtsverband in Leipzig.

So können Sie spenden

Füllen Sie bitte einen Überweisungsschein aus:

Zahlungsempfänger: LVZ-Spendenaktion

Verwendungszweck: Senioren-Rikscha

Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an:

IBAN: DE89 8605 5592 1090 2297 19

BIC: WELADE8LXXX

Spendenbescheinigung:

Bis 200 Euro gilt die vollständig ausgefüllte Quittung im Original zusammen mit dem Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug Ihrer Bank als Spendenbescheinigung für das Finanzamt.

Bei Überweisungen mit Ihrer kompletten Adresse gehen wir davon aus, dass Sie eine Spendenbescheinigung vom Partnerverein möchten. Zur Erstellung der Spendenquittung übermitteln wir Ihre Adressdaten und Spendenhöhe an den Partnerverein. Ihre personenbezogenen Daten werden ausschließlich zu diesem Zweck übermittelt. Weiterführende Informationen unter www.madsack.de/dsgvo-info.

Spendernamen:

Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Sollten Sie das nicht wünschen, dann tragen Sie bitte auf dem Überweisungsschein „ANONYM“ ein.

Im Nachhinein können Sie 24 Stunden nach der Überweisung der Namensveröffentlichung unter der Email: lesermarkt@lvz.de widersprechen.

Spendenübergabe:

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht vom 27. November bis 19. Dezember 2021. Anschließend wird der Gesamtbetrag unserem Partnerverein für das Hilfsprojekt übergeben. Wir berichten regelmäßig über die konkrete Hilfsaktion.

Überschuss an Spenden:

Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als für das konkrete Hilfsprojekt benötigt wird, so geht das übrige Geld ebenfalls an unseren Projekt-Partnerverein.

Das Projekt „Ein Licht im Advent“ wird unterstützt von der Sparkasse Leipzig.

Lesen Sie mehr: Die LVZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ im Überblick!

Von Kerstin Decker