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LVZ spendet 6.000 Euro an die Leipziger Kulturszene

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11:02 12.02.2021
Ein Bekenntnis zu Leipzigs Kultur- und CLubszene: Alexandra Grothe (Marketing-Chefin der LVZ, v.l.) übergibt Tobias Berger (Verein Kreatives Leipzig), Kordula Kunert (Livekommbinat Leipzig) und Sophie Renz (Verein Leipzig+Kultur) den LVZ-Spendenscheck in der LVZ-Kuppel.
Ein Bekenntnis zu Leipzigs Kultur- und CLubszene: Alexandra Grothe (Marketing-Chefin der LVZ, v.l.) übergibt Tobias Berger (Verein Kreatives Leipzig), Kordula Kunert (Livekommbinat Leipzig) und Sophie Renz (Verein Leipzig+Kultur) den LVZ-Spendenscheck in der LVZ-Kuppel. Quelle: Kempner
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Leipzig

Leipziger Kulturschaffende trifft die Corona-Krise mit beispielloser Wucht. Auch wenn der Sommer 2020 für sie ein Stück Hoffnung zurückbrachte, sieht sich die Branche seit etwa einem Jahr mit einem Zustand konfrontiert, der inzwischen weit mehr ist als ein bloßer Kampf um die Existenz. Es geht an die Substanz.

Deshalb beschloss die LVZ im November letzten Jahres mit einer finanziellen Spritze auszuhelfen und sammelte mit einer bislang einmaligen Abo-Spendenaktion Geld für das Kulturbündnis #DasistLeipzig. 6.027 Euro sind dabei zusammengekommen.

„Wir sind stolz, dass es so viel geworden ist“, sagt LVZ-Marketing-Chefin Alexandra Grothe. „Da müssen wir in erster Linie unseren Plus-Abonnenten einen riesigen Dank aussprechen, ohne die das nicht möglich gewesen wäre.“

Für Tobias Berger (Kreatives Leipzig), Kordula Kunert (Livekommbinat) und Sophie Renz (Leipzig+Kultur) ist das ein wichtiges Polster für die kommenden Monate, über das sie sich nur freuen können. Denn vom Normalbetrieb ist die Szene immer noch weit entfernt.

Netzwerkarbeit für die Zukunft Leipziger Kultur

Die Drei wollen das Spendengeld der LVZ-Leser in die weitere Bündnisarbeit stecken. Sie alle haben sich in der Krise gefunden und ihr gemeinsames Potenzial erkannt. „Wir wollten diesen Schulterschluss schon vorher, haben es aber nie gemacht“, sagt Tobias Berger. #DasistLeipzig sei ein neues Sprachrohr mit größerer Ballungsmacht, ergänzt Kunert, und wichtig für die Zukunft der Leipziger Kultur.

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Eine Bündnis, mit dem sie sich auch gegenseitig in der Krise stützen. Und motivieren. Auch wenn es derzeit eine Hiobosbotschaft nach der anderen zu hageln scheint. Vor dem Termin mit der LVZ hatten Berger, Kunert und Renz ein Gespräch mit einer Leipziger Virologin. Die Essenz: Die Kultur wird das Virus mindestens noch ein ganzes Jahr begleiten. Eine Öffnung vor Ostern? Unwahrscheinlich.

„Wir wollen lieber länger geschlossen haben, als direkt nach einem Monat wieder zumachen zu müssen“

„Das ist hart zu hören“, sagt Renz. „Aber wir kennen die Situation ja gut und sind uns einig, dass wir lieber länger geschlossen haben wollen, als direkt nach einem Monat wieder zumachen zu müssen.“ Dennoch ist Kunert davon überzeugt, dass vor allem Clubs ein Teil der Lösung sein könnten. „Wenn wir nicht öffnen, passieren die Partys woanders – in einer unkontrollierten Umgebung.“

Die Stimmung in der Szene ist gespannt. Irgendwo zwischen Zweckoptimismus und kollektiver Depression. „Es ist einfach eine dystopische Situation“, resümiert Kunert. Die Clubszene, in der auch sie Zuhause ist, leidet. „Die Leute arbeiten dort nicht nur. Das ist ihr Leben.“

Zukunft liegt im Digitalen und in Freiflächen

Umso wichtiger wäre eine Perspektive. Doch die lässt auf sich warten. „So wie es jetzt ist, kann es noch zwei oder drei Jahren gehen“, prognostiziert Berger. „Wir müssen umdenken. Immer wieder über Öffnungsdebatten zu reden, damit dann doch nichts passiert, ist frustrierend und nichts Neues.“ Auch wenn die Energie fehle, müsse die Szene in eine Zukunft mit dem Virus investieren.

„Es gibt genau zwei Richtungen, in die wir gerade gehen können“, sagt Renz. In den digitalen Raum und nach draußen. Insbesondere das Digitale schaffe nie dagewesene Reichweiten. Man müsse nur die Kraft und den Mut haben, das Potenzial umfangreich zu nutzen.

Von Lisa Schliep