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Lokales Lange Staus im Leipziger Süden und Westen
Leipzig Lokales Lange Staus im Leipziger Süden und Westen
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18:05 28.10.2019
Auf der B 2 im Leipziger Süden wurde der Verkehr in Richtung City schon etwa einen Kilometer vor der Abfahrt Richard-Lehmann-Straße zähflüssig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der erste Tag nach den Herbstferien hat in Leipzig mit einem Verkehrschaos begonnen. Auf den Straßen im Süden und Westen bildeten sich am Montagmorgen lange Autostaus. Unter anderem ging es auf der B 2, Wundt-, Kurt-Eisner-Straße, im Schleußiger Weg, auch auf der Könneritz- und Lützner Straße nur im Schneckentempo voran. Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) kam es deshalb zu Ausfällen und Verspätungen.

Rettungswagen stecken im Stau fest

Im Schleußiger Weg standen die Autos lange im Stau. Quelle: Andre Kempner

Am Schlimmsten erwischte es die sogenannte Südsehne von der Kurt-Eisner-Straße über den Schleußiger Weg bis zur Rödelstraße. Zwischen 7 und 9.30 Uhr ging es dort kaum noch vorwärts, blieben sogar Rettungswagen (mit und ohne Blaulicht) in der Blechlawine stecken. Auf den Buslinien 74 und 76 mussten Fahrten gestrichen werden. Die Straßenbahnen der Linien 1 und 2 fielen ebenfalls teilweise aus oder kamen nur mit „erheblichen Verzögerungen“ – so die LVB – an die Haltestellen. Die Linie 2 fuhr zeitweilig nur bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Weil der Schleußiger Weg im Stau versank, wurde die dort verkehrende Buslinie 60 am Vormittag nur noch verkürzt eingesetzt.

Als Grund für die Probleme verwiesen die Verkehrsbetriebe auf den Anzeigen ihrer Haltestellen auf ein „erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Könneritzstraße“. Es war eine dezente Umschreibung dafür, dass auch diese Magistrale in Schleußig sowie die angrenzende Schnorrstraße zu Staufallen wurden. Hauptursache: Der Klingerweg – als wichtigste Alternativroute zum Schleußiger Weg – ist wegen Bauarbeiten für die neue Plagwitzer Brücke noch bis zum 12. November dicht und damit gut zwei Wochen länger als ursprünglich geplant. Schleußig lässt sich deshalb gegenwärtig fast nur noch über die Südsehne ansteuern oder verlassen.

Baustelle Plagwitzer Brücke verstärkt Verkehrschaos

Grund für den Stau in Schleußig ist diese Baustelle am Klingerweg. Quelle: Jens Rometsch

Hingegen bleibt die sonst gern genutzte Alternative im Norden über den Klingerweg vorerst eine Sackgasse – genau wie die Käthe-Kollwitz- und Karl-Heine-Straße, die ebenfalls an der Baustelle der Plagwitzer Brücke enden. Wie die Stadt kürzlich informierte, dauert der Brückenbau etwa vier Monate länger als geplant. Die Weiße Elster an dieser Stelle soll also erst im April 2020 wieder passierbar sein. Hinzu kam gestern eine weitere Straßensperrung, die die üblichen Staus im Berufsverkehr auf der Lützner Straße verstärkte. Dabei handelte es sich um die William-Zipperer-Straße. Sie ist bis zum 1. November zwischen der Erich-Köhn- und Demmeringstraße für Autos unpassierbar, weil die Fahrbahndecke erneuert wird.

Im Verhältnis dazu erwies sich eine neue Einschränkung auf der B 2 im Leipziger Süden bei einem LVZ-Test als weniger dramatisch. In der vergangenen Woche ließ die Stadtverwaltung eine der beiden Fahrspuren in der Wundtstraße (Richtung City) wegmarkieren. Dadurch ist diese wichtige Trasse nun schon ab der Ausfahrt Richard-Lehmann-Straße nur noch einspurig. Dies führte am Montag zu einem etwa einen Kilometer langen Rückstau vor dem neuen Nadelöhr. Schon in Höhe der Connewitzer Lärmschutzwand fädelten sich viele Fahrzeuge auf die linke Spur ein – auf ihr ging es dann im zähflüssigen Tempo weiter zur Abfahrt Schleußiger Weg beziehungsweise in die Innenstadt.

Weiter südlich auf der B 2 ist die Agra-Brücke seit wenigen Tagen wieder zweispurig passierbar, eine Baustelle beendet.

In der Kurt-Eisner-Straße ging zeitweilig nichts mehr. Quelle: Jens Rometsch

Auch potenzielle Ausweichrouten wie die August-Bebel- oder Karl-Liebknecht-Straße waren am Montag nicht komplett verstopft. Die Schlangen vor den Ampeln wirkten dort aber noch etwas länger als sonst. Zum Beispiel zog sich die Autokette in der Arthur-Hoffmann-Straße von der Steinstraße bis zur Kurt-Eisner-Straße. Ob die neue Einspurigkeit in der Wundtstraße ihr Ziel erreicht, den Verkehr am Floßplatz zu verringern, blieb ungewiss. Am Floßplatz und in der Harkortstraße regierten im Berufsverkehr wie eh und je nur Stop-an-go-Verkehr, Staus oder Schritttempo.

Ab dem nächsten Wochenende wird es in der City noch enger. Wegen der Sanierung des Hotels Astoria ist vom 2. November bis zum 31. Dezember eine Fahrspurreduzierung auf dem Tröndlinring in Richtung Gerberstraße vorgesehen. Auf der Gerberstraße stehen auch stadtauswärts weniger Spuren zur Verfügung, wie das Verkehrs- und Tiefbauamt mitteilte. Autofahrer müssten daher mehr Zeit einplanen. Bei dem LVZ-Test gestern fiel übrigens noch etwas auf. In den allermeisten Autos saß lediglich ein Passagier: nämlich die Fahrerin oder der Fahrer am Lenkrad.

Von Jens Rometsch und Robert Nössler

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