Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Laubenpieper bleiben cool
Leipzig Lokales Leipziger Laubenpieper bleiben cool
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:21 25.06.2019
Regelmäßiges gründliches Gießen beschert Wolfgang Thiemicke einen tolle Blütenpracht. Quelle: André Kempner
Leipzig

Heiß, heißer, jeden Tag ein bisschen mehr: Die Sommerhitze knallt auf die Pflanzen in den Leipziger Kleingärten. Wie reagieren die Laubenpieper auf die hohen Temperaturen? Wie sollte richtig gewässert werden? Was ist schon reif und welche Ernte ist in Gefahr? Wer hat trotz Trockenheit die schönsten Früchte am Strauch? Und: Lässt die Hitze die Kleingärtner vielleicht sogar ein bisschen kalt?

Echt heiß hier! Dienstag früh, gegen 9 Uhr, sind am Kleingartenverein (KGV) „An der Dammstraße“ schon gefühlte 35 Grad. Jetzt haben die Pflanzen bestimmt viel Durst. Große Hitze – ganz viel Wasser? Falsch! „Gießen, gießen, gießen, ja. Aber richtig“, sagen Angelika und Frank Heide: „Optimal ist der frühe Morgen. Dann ist der Boden kühler als abends. Wir kommen so zeitig wie möglich.“ Glück hat das Ehepaar aus dem Zentrum-Süd in diesem Jahr mit den Bohnen. „Denen kann man beim Wachsen zusehen. Die Süßkirschen mussten wir dagegen schon abnehmen. Durch die Hitze waren überall kleine Fruchtfliegen dran. Und Radieschen säen wir in diesem Jahr auch nicht mehr aus. Hat keinen Sinn, vertrocknet ja gleich wieder.“

„Feuchte Blätter sind anfällig für Pilzkrankheiten“

Brombeeren, Johannisbeeren und Wein gedeihen prächtig im Garten von Günter Paetzold. Und auch kein einziges vertrocknetes Blatt ist zu sehen. Da steckt bestimmt viel Zeit und Arbeit drin? „So ist es. Da ich aber berufstätig bin, gieße ich auch mal abends. Die Blätter dürfen dann natürlich nicht nass werden. Sie können über Nacht schlecht trocknen und feuchte Blätter sind anfällig für Pilzkrankheiten“, weiß der Grünauer.

Günter Paetzold steckt gerade auch in diesen heißen und trockenen Tagen viel Arbeit in seinen Garten. Quelle: André Kempner

Auch die Rosen von Wolfgang Thiemicke sind ohne Fehl und Tadel. Dabei gießt er sie manchmal nur alle zwei bis drei Tage. „Dann aber gründlich und vorsichtig von der Seite. Damit kein Gießwasser dran kommt.“ Auch seine Tomaten erhalten eine Sonderbehandlung. „Ich habe einen kleinen Teich und nehme das Wasser von dort.“ Ansonsten freut sich der Markranstädter über Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren „zum Naschen“.

Stachelbeeren und Himbeeren haben auch Katrin und Florian schon geerntet. Dazu kommen Zucchini und Rote Beete. „Angebaut haben wir, was nicht soviel Wasser braucht“, erzählen die Schleußiger. Für Söhnchen Egon müsse schließlich noch Platz für die Nestschaukel aus Weidenholz, den Sandkasten und eine Wiese sein. Den künftigen Nachwuchsgärtner kann man ihm jedoch schon ansehen: Seit Kurzem ist Egon stolzer Besitzer einer kleinen Gießkanne.

Katrin begeistert ihren Sohn Egon schon früh für den Garten. Quelle: André Kempner

Bäume brauchen Wasser

Gelb und orange leuchten die Ringelblumen im Garten von Ines. „Die wachsen wie wild und säen sich von alleine aus“, freut sich die junge Frau aus dem Leipziger Süden. Ein paar Tomaten habe sie auch angebaut. Eine mögliche lange Trockenheit brauche sie nicht zu fürchten: Wie viele andere Kleingärtner aus dem KGV „An der Dammstraße“ habe sie einen Brunnen: „Durch die Flussaue vom Elsterflutbett ist meisten genügend Grundwasser da. Sorgen machen mir eher die Bäume in der Steinstraße. Die vertrocknen und müssen gegossen werden. Und zwar nicht nur am Stamm. Denn die Wurzeln reichen soweit, wie sich die Krone ausbreitet. Gemeinsam mit anderen habe ich schon zur Gießkanne gegriffen: Doch die Bürger allein können das nicht schaffen“, mahnt sie.

Lockerer Boden hilft gegen Trockenheit

Besser hat es da Brigitte Schrödter: Die Knauthainerin aus dem KGV „Zum Hasen“ hat zwar nur zwei Bäume, die sie regelmäßig gießen muss. Aber was für welche! „Ich habe einen Kirsch- und einen Pflaumenbaum, die spenden Früchte und Schatten.“ Genug ausgeruht, kümmere sie sich wieder um ihre Erdbeeren: „Die Ernte ist in vollem Gange. Den Boden habe ich mit einer Schicht Mulch bedeckt. Darunter bleibt der Boden schön locker und heizt sich jetzt nicht so schnell auf.“ Einen guten Tipp hat auch Lothar Kurth, vom Leipziger Stadtverband der Kleingärtner, noch parat. „Besonders den Boden im Gemüsebeet regelmäßig hacken. Das sorgt für eine gute Krümelstruktur. Das Gießwasser kann besser eindringen. Die Feuchtigkeit bleibt länger im Boden erhalten.“ Das Gemüse gedeihe und die Gärtner bleiben trotz Sommerhitze cool.

Von Ingrid Hildebrandt

Waren es nur Missverständnisse und Anzeichen von Überarbeitung? Der Fall um die wegen Rechtsbeugung angeklagte Oberstaatsanwältin aus Leipzig wirft Fragen auf. Auch jene, ob eine private Fehde die Affäre ausgelöst hat.

25.06.2019

Im Hochsommer wird die Fahrt mit Leipzigs öffentlichen Nahverkehr zu einem Abenteuer: Nur ein Drittel der Straßenbahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe sind klimatisiert, die Busse gar nicht. Die LVB steuern trotzdem cool gegen. Die Details.

25.06.2019

Der Dramaturg, Musikjournalist und Kulturmanager Tobias Wolff soll zur Spielzeit 2022/2023 als Nachfolger Ulf Schirmers die Intendanz der Oper Leipzig übernehmen. Der Stadtrat muss dem Vorschlag der Auswahlkommission noch zustimmen.

25.06.2019