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Lokales Preis für Leipzig und Leipzig
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18:36 14.09.2018
Die Außenminister Sergej Lawrow (l.) und Heiko Maas (r.) mit Evgenii Tschernakov, Chef des Kulturamtes in der Region Varna (2.v.l.), und Heiko Waber (3.v.l.) vom Verein „Leipzig - Brücke der Kulturen“ im Weltensaal des Auswärtigen Amts in Berlin.
Die Außenminister Sergej Lawrow (l.) und Heiko Maas (r.) mit Evgenii Tschernakov, Chef des Kulturamtes in der Region Varna (2.v.l.), und Heiko Waber (3.v.l.) vom Verein „Leipzig - Brücke der Kulturen“ im Weltensaal des Auswärtigen Amts in Berlin. Quelle: Björn Meine
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Leipzig/Berlin

Der Verein „Leipzig –Brücke der Kulturen“ und die Gemeinde Leipzig im Ural haben am Freitag eine Auszeichnung für ihr Freundschaftsprojekt erhalten. In Berlin würdigten die Außenminister Sergej Lawrow und Heiko Maas die deutsch-russische Initiative „für einen herausragenden Beitrag zur kommunalen und regionalen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland“. Anlass für die Auszeichnung ist das „Deutsch-Russische Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“. Neben den Leipzigern wurden 29 weitere Projekte gewürdigt; mehr als 250 Initiativen hatten sich beworben.

Maas: „Die beiden Leipzigs haben erkannt – uns eint mehr als nur ein Name“

Es war ein Ritterschlag für die Leipziger aus Russland und Deutschland: Außenminister Maas nahm gleich zu Beginn der Feierstunde Bezug auf das Projekt im Ural: „In Leipzig steht seit einem Jahr ein Denkmal, an dem Deutsche und Russen mitgebaut haben.“ Maas hob den seit vielen Jahren bestehenden Austausch zwischen dem Verein in Sachsen und dem Dorf in Russland hervor –mit gegenseitigen Besuchen, einer Fotoschau, gemeinsamen Feierstunden bis hin zum Bau des Denkmals, das ein passendes Symbol für all die ausgezeichneten Freundschaftsprojekte sei. „Die beiden Leipzigs haben erkannt: Uns eint mehr als nur ein Name“, sagte Maas. Auch Lawrow betonte den Stellenwert der bürgerschaftlichen Initiativen. „Sie alle füllen unsere Beziehungen wirklich mit Leben“, erklärte Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums. Heiko Waber vom Brücke-Verein und Evgenii Tschernakov, Chef des Kulturamtes in der Region Varna, nahmen die Auszeichnung aus den Händen der Minister entgegen – und schenkten den Politikern im Gegenzug jeweils einen Schal mit Motiven aus beiden Leipzigs und dem Schriftzug „Frieden für die Welt“. „Ich freue mich sehr, dass es eine Leipziger Initiative auf das Siegertreppchen in Berlin geschafft hat“, erklärte Gabriele Goldfuß, Leiterin des Referates für Internationale Zusammenarbeit im Leipziger Rathaus. „Toll, dass es gerade das bürgerschaftliche Engagement ist, das mit dieser Initiative ausgezeichnet wird.“

Denkmal steht für die Brücke zwischen den Ländern

Im vergangenen Jahr hatten Mitglieder des Vereins und Bürger des Dorfs ein Völkerfreundschaftsdenkmal in dem Ort bei Magnitogorsk an der kasachischen Grenze errichtet (960 Einwohner). Das Monument aus Aluminium ist als Kopie des Völkerschlachtdenkmals entstanden. Maßstab: 1:25; Höhe: 4,60 Meter; Gewicht: 1100 Kilo; Idee: Nasur Yurushbaev (Journalist und Filmemacher); Entwurf: Michael Fischer-Art (Künstler); Produktion: Firma Holl, Markkleeberg. Das Bauwerk steht symbolisch als Brücke der Freundschaft und des Friedens – erst recht in Zeiten, in denen die offizielle Diplomatie an Grenzen stößt. Der Verein (80 Mitglieder) baut weiter an Brücken in den Ural, setzt sich für Völkerfreundschaft und Verständigung ein. Immer wieder fahren Mitglieder zu Besuch in das Dorf; und erst diese Woche waren im Gegenzug zwei Gäste an der Pleiße. Längst sind echte Freundschaften entstanden. Der Verein kümmert sich ansonsten vor allem um die Integration russisch-stämmiger Mitbürger. Er betreibt ein Puppentheater, das Stücke auf Russisch und Deutsch zeigt, bietet verschiedene Workshops an und vertreibt die Zeitschrift „Most“ (Brücke).

Von Björn Meine