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Lokales Leipzig: Braunkohle-Ausstieg für das Jahr 2023 ist vom Tisch
Leipzig Lokales Leipzig: Braunkohle-Ausstieg für das Jahr 2023 ist vom Tisch
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08:54 19.06.2019
Ein Kühlturm des Braunkohlekraftwerks Lippendorf, das die Stadt Leipzig mit Fernwärme versorgt. Quelle: Jens Paul Taubert
Leipzig

Macht Leipzig jetzt die Rolle rückwärts? Ein Ausstieg Leipzigs aus der Nutzung fossiler Brennstoffe schon im Jahr 2023 ist offenbar vom Tisch. Nach Informationen der LVZ soll der Aufsichtsrat der Stadtwerke am Donnerstag stattdessen über eine Verlängerung des Fernwärmeliefervertrages mit dem Braunkohlekraftwerk Lippendorf bis zum Jahr 2030 entscheiden. Das letzte Wort hat am 2. Juli der Aufsichtsrat des Stadtkonzerns LVV.

OBM kündigte im Dezember Ausstieg für 2023

Erst im Dezember hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) überraschend angekündigt, Leipzig werde sich schon ab dem Jahr 2023 als erste sächsische Großstadt unabhängig von der klimaschädlichen Braunkohle machen. „Wir müssen raus aus der Braunkohle und jetzt steht dafür ein sehr günstiges Zeitfenster offen“, sagte er damals. Ein Ausstieg aus dem Liefervertrag mit Lippendorf ist nach den Worten von Stadtwerke-Chef Karsten Rogall sogar „technisch bereits 2022 möglich“.

Ersatzkapazitäten unter Verzicht auf fossile Brennstoffe sollten demnach bis dahin in Leipzig aufgebaut werden. Dazu zählt auch der Bau eines Gaskraftwerkes im Leipziger Süden. Die Hälfte des Leipziger Fernwärmebedarfs von bis zu 350 Megawatt wird durch das Kohlekraftwerk Lippendorf gestillt.

Neues Gaskraftwerk entsteht im Süden

Ungeachtet der Verlängerung des Fernwärmebezugs aus Lippendorf beabsichtigen die Stadtwerke offenbar, die erforderlichen Kapazitäten zur Wärme-Selbstversorgung nahezu vollständig bis 2023 zu schaffen. Lediglich eine Anlage zur thermischen Verwertung von Klärschlämmen, die ebenfalls Bestandteil des Leipziger Fernwärme-Planes ist, soll erst bis 2030 fertiggestellt werden.

Die Verschiebung des Ausstiegszeitpunktes könnte Beobachtern zufolge mit der Zukunftssicherung des Kraftwerkes in Lippendorf zusammenhängen. Seine Systemrelevanz, die es vor einer vorzeitigen Abschaltung schützt, resultiere vor allem aus der Fernwärmeversorgung der Großstadt Leipzig. Die Bundesregierung hatte einen Braunkohleausstieg für Deutschland spätestens bis zum Jahr 2038 beschlossen. Die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen sollen in den kommenden 20 Jahren 40 Milliarden Euro an Strukturhilfen bekommen.

Von Klaus Staeubert

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