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Leipzig: Chanukka-Leuchter strahlt in der Gottschedstraße

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19:56 10.12.2020
Bürgermeister Torsten Bonew, Küf Kaufmann von der Israelitischen Gemeinde Leipzig und Landesrabbiner Zsolt Balla (v.l.) bei der Einweihung des Chanukka-Leuchters am Donnerstagabend. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Anlässlich des jüdischen Chanukka-Festes wurde am Donnerstagabend erstmals seit 1937 ein Chanukka-Leuchter am Ort der ehemaligen Großen Synagoge in der Gottschedstraße aufgestellt. Den Leuchter hat Martin Stern, Sohn einer ehemaligen Leipzigerin jüdischer Herkunft, der Israelitischen Religionsgemeinde und der Stadt geschenkt. Finanziert wurde er durch die Stern-Family-Charitable-Foundation. Der 3,50 Meter hohe elektrische Kerzenhalter wurde von den Theaterwerkstätten der Oper gefertigt und soll jedes Jahr zu Chanukka an der Gedenkstätte aufgestellt werden.

„Es ist für mich ein ganz besonderes und wichtiges Zeichen der Versöhnung und des Miteinanders, dass nach so vielen Jahren ein Chanukka-Leuchter steht – noch dazu an dieser historischen und für die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Leipzig so bedeutenden Stelle“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Mit dem Entzünden der ersten Kerze – sie steht für Versöhnung und Toleranz – wurde das achttägige jüdische Fest eröffnet. Damit solle auch ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt werden, wie die Stadt mitteilte.

Der Ort der Gedenkstätte wurde wegen seiner hohen symbolischen Bedeutung gewählt. In der Reichs-pogromnacht wurde 1938 neben zahlreichen jüdischen Einrichtungen auch die Große Gemeindesynagoge von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt und zerstört. Ein Mahnmal erinnert heute an die Opfer und ist daher eng mit dem jüdischen Leben und der Erinnerungskultur verbunden.

Das achttägige jüdische Lichterfest Chanukka richtet sich nach dem jüdischen Kalender und beginnt meist im Dezember. Dabei wird an jedem Tag eine der insgesamt acht Kerzen angezündet. Von einer neunten Kerze in der Mitte werden symbolisch die anderen Lichter entzündet.

Von lvz

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