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Lokales Leipzig-Connewitz: Der Countdown für die Aufwertung der Bornaischen Straße läuft erneut an
Leipzig Lokales Leipzig-Connewitz: Der Countdown für die Aufwertung der Bornaischen Straße läuft erneut an
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07:01 16.04.2019
Noch ist die alternative Szene in der Bornaischen Straße unübersehbar. Jetzt will die Stadt den Bereich vom Wiedebachplatz bis zur Ecksteinstraße aufwerten. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Die Neugestaltung des letzten unsanierten Abschnitts der Bornaischen Straße rückt näher: Die Landesdirektion Sachsen hat den Planfeststellungsbeschluss für das Teilstück vom Gleisdreieck Wiedebachplatz bis zur Ecksteinstraße erlassen und damit Baurecht geschaffen; die LVB haben avisiert, dass sie dort von März nächsten Jahres bis zum November 2021 bauen wollen. Das Großprojekt wird damit rund ein Jahr später gestartet als geplant, zuletzt waren Gerüchte aufgetaucht, dass dies mit dem befürchteten Widerstand der alternativen Connewitzer Szene zusammen könnte. Die LVB dementieren.

Straßenabschnitt soll sein Flair behalten

Bei den Bürgeranhörungen in der Grundschule Zwenkauer Straße hatten alternative Bewohner des Viertels immer wieder darauf hingewiesen, dass sie den geplanten Umbau als viel zu weitgehend empfinden. Der aktuell mit unzähligen Graffiti verschandelte Straßenabschnitt verliere dadurch „sein Flair“, hieß es. „Das ist nicht mehr Connewitz, sondern ein Yuppie-Viertel“, wurde kritisiert (die LVZ berichtete). Durch die geplanten Aufwertungen würden nur die Mieten in die Höhe getrieben und die dort lebenden alternativen Bewohner in andere Stadtteile verdrängt. Es sei ausreichend, alles so zu belassen wie es ist – und lediglich verschlissene Straßenbahngleise und Leitungen zu sanieren.

Die LVB hatten in der Folge genau das getan. So wurden und werden in diesem Jahr dort die Straßenbahngleise instandgesetzt, obwohl diese bei der Umgestaltung im nächsten Jahr wieder demontiert werden müssen. Begründet wird das mit dem starken Verschleiß der Gleisstränge, der keine weitere Verzögerung mehr zulasse. „Uns sind keine Drohungen oder ähnliches bekannt“, bekräftigte in der vergangenen Woche Unternehmenssprecher Marc Backhaus mit Blick auf Gerüchte, dass der Widerstand der alternativen Szene die Bauleute verschreckt habe. Die Verschiebung des Baustarts um ein Jahr habe Wirtschaftlichkeitsgründe und liege an der öffentliche Förderung des Projektes, die man nicht gefährden wolle, heißt es bei den stadteigenen LVB. Gleichzeitig wird betont, dass die Federführung bei diesem Großprojekt die Stadt Leipzig übernommen hat.

Fünf Hauptbauphasen geplant

Nach den aktuellen Plänen soll das Vorhaben in fünf Hauptbauphasen realisiert werden. Vorgezogene Teilleistungen der Wasserwerke haben bereits stattgefunden; die eigentlichen Arbeiten sollen im März 2020 beginnen und im November 2021 geschafft sein. In allen Bauphasen soll die Straßenbahn bis auf bautechnologisch bedingte kurze Sperrungen weitestmöglich im Baubereich mit signalgeregeltem Zweirichtungsbetrieb auf jeweils einem Gleis verkehren. Für den Durchgangsverkehr soll der Baubereich aber ab März 2020 voll gesperrt werden. Die Autoströme sollen dann über großräumige Umleitungen fließen – über die Wolfgang-Heinze-/Wundtstraße sowie die Arno-Nitzsche-/Zwickauer Straße.

Die Umbaupläne sehen vor, die Haltestelle Pfeffingerstraße in beide Richtungen barrierefrei zu gestalten. Um das Einsteigen zu erleichtern, soll das Niveau der Haltestellen auf einer Länge von jeweils 45 Metern angehoben werden. Für Rollstuhlfahrer wird ein barrierefreier Zugang mit 2,20 Meter langen Rampen gewährleistet. Außerdem werden ein Blindenleitsystem, Papierkörbe, dynamische Fahrgastinformationsanzeigen und Fahrgastunterstände installiert. Durch die Stadt werden im Bauabschnitt die Fahrbahnen und Gehwege erneuert. Wie berichtet, ist auch die Anordnung separater Radfahrstreifen in beiden Richtungen geplant; das Parken am Fahrbahnrand soll nur noch stadteinwärts zugelassen werden.

Pläne werden öffentlich ausgelegt

Die Landesdirektion verlautbarte, dass der Planfeststellungsbeschluss vom 23. April bis zum 7. Mai im Stadtplanungsamt des Neuen Rathauses ausliegen wird. Die LVB wollen in den nächsten Monaten in der Bornaischen Straße weitere bauvorbereitende Maßnahmen starten. Darüber werde demnächst informiert, heißt es im Unternehmen.

Von Andreas Tappert

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