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Lokales Leipzig: Erste Tanz-Meisterschaft in neuer Kongreßhalle
Leipzig Lokales Leipzig: Erste Tanz-Meisterschaft in neuer Kongreßhalle
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07:00 16.03.2017
12.03.1972: Internationales Tanzturnier in der Kongresshalle Leipzig. Quelle: LVZ-Archiv/Gerti Krabbes
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Leipzig

Zum ersten Mal nach der Wiedereröffnung der Kongreßhalle vor zwei Jahren findet am Zoo wieder ein Tanzturnier um die Deutsche Meisterschaft statt. Im Rahmen eines Galaballs tanzen am 25. März die besten deutschen Sportpaare der Professionals um den Deutschen Meistertitel über zehn Tänze (Allround). Das Publikum kann sich auf die Auftritte von Weltmeistern, Vizeeuropameistern und Deutschen Meistern freuen. Insgesamt 14 Paare nehmen an den beiden Turnieren in den Disziplinen Standard und Latein teil.

Die Ausrichtung dieses nationalen Spitzen-Events hat der Deutsche Professional Tanzsportverband (DPV) der Tanzschule Jörgens übertragen. Neben einem umfangreichen Showprogramm spielt für das Turnier und zum Publikumstanz das Dresdner Salon-Orchester auf. Die Veranstaltung ist ausverkauft.

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Legendär waren in der Geschichte der Kongreßhalle die zahlreichen Tanzveranstaltungen von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre. Der Große Saal verfügte über einen der größten schwingenden Tanzböden Europas. Die Tanzschule Jörgens war von 1970 bis 1988 in dem Gesellschaftshaus zu Hause. Zehntausende Schüler lernten das Tanzen, pro Jahr fanden bis zu 20 Abschlussbälle statt. Der „Maienpreis“ der Stadt Leipzig wurde als internationales Tanzturnier der Sonderklasse ausgetragen. Die Geschwister Jens und Kerstin Jörgens gewannen als Meister der sozialistischen Länder das Turnier mehrfach. Ab 1980 war im Bachsaal das Leistungszentrum für Turniertanz des Bezirkes Leipzig beheimatet – mit den Trainern Gert und Brunhilde Jörgens. In der Kongreßhalle fanden DDR-Meisterschaften sowie der bekannte „Messepreis“ der Stadt Leipzig statt.

Teilweise konnte die Heizung im Bachsaal allerdings nur mit Not in Gang gesetzt werden, oder die Gäste auf den Balkonen wurden nass und der Regen musste mit Eimern aufgefangen werden. 1988 wurde das baufällige Gebäude größtenteils geschlossen. Nach ersten Reparaturen wurden ab 1992 Teile des Hauses sporadisch wieder genutzt. Seit 2001 setzte sich die „Bürgerinitiative Kongreßhalle“ für den Erhalt des Gebäudes ein. Mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II konnte die Stadt ab 2009 das Gesellschaftshaus vom Fundament bis zum Turmzimmer sanieren und nach mehr als einem Vierteljahrhundert im Dornröschenschlaf als Kongresszentrum wiedereröffnen.

Von Kerstin Decker