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Lokales Leipzig: Messestadt-Verkehrswacht sitzt auf gepackten Koffern
Leipzig Lokales Leipzig: Messestadt-Verkehrswacht sitzt auf gepackten Koffern
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23:00 29.01.2017
Die Messestadt-Verkehrswacht muss nach einem Vierteljahrhundert ihr Domizil in der Prinz-Eugen-Straße verlassen. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Nun wird es doch ernst für die Messestadt-Verkehrswacht: Nach mehr als 25 Jahren muss der Verein sein angestammtes Domizil an der Connewitzer Prinz-Eugen-Straße räumen. Wie berichtet, will die Stadt das Objekt ab März zum sogenannten Clearinghaus (Anlaufstelle) für unbegleitete minderjährige Asylbewerber (Uma) ausbauen.

Bereits 2015 hatte das Rathaus deshalb die Verkehrswacht über Pläne in Kenntnis gesetzt, wonach die bisherigen Räumlichkeiten des Vereins zur Unterbringung der immer mehr werdenden Flüchtlinge benötigt würden (die LVZ berichtete). Der Offene Freizeittreff „Am Mühlholz“, der bereits als Uma-Quartier genutzt wurde, reiche angesichts des weitere Zustroms nicht aus, hieß es. „Wir haben wirklich große Not, die hier ankommenden unbegleiteten Minderjährigen in geeigneten Objekten unterzubringen, weil einfach zu schnell zu viele hier ankommen“, so die Behörde damals.

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Nachdem es zwischenzeitlich recht ruhig um drohende Umzugspläne geworden war, ist es nun beschlossene Sache. Zunächst will die Stadt ihre Flüchtlingsunterkunft in der Prinz-Eugen-Straße bis Ende Januar schließen, vor allem wegen des baulichen Zustands des Gebäudes. Die dort Untergebrachten werden verlegt. Ab März beginnt der aufwendige Umbau zum Clearinghaus, aber auch betreutes Wohnen für Uma soll es künftig wieder hier geben. Die Stadt muss perspektivisch mehr als 430 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen, derzeit sind es noch 346.

Durch das Umbauprojekt rückt auch für die Verkehrswacht der Abschied näher. „Wir müssen Anfang bis Mitte März hier raus, das ist definitiv“, sagte Geschäftsführerin Grit Blümle (56) gegenüber der LVZ. Nach ausgiebiger Suche steht nun auch ein Ausweichquartier zur Verfügung. Die Leipziger Verkehrsbetriebe, selbst im Beirat der Messestadt-Verkehrswacht, stellen dem Verein im Busbahnhof Lindenau Räume zur Verfügung. „Abgesehen von einer kurzen Umzugsunterbrechung bleiben wir arbeitsfähig“, freut sich Blümle, die der Stadt und den LVB für die Unterstützung dankt. Der Verein kümmert sich seit vielen Jahren um Verkehrserziehung, ist mit Aktionen an Kindergärten und Schulen der Stadt präsent und organisiert beispielsweise auch die Gemeinschaftsaktion „Sicherer Schulweg“ von Stadt, Polizei und Leipziger Volkszeitung.

Mit ein bisschen Glück ist der Umzug nach Lindenau ohnehin nur übergangsweise für die Zeit der Bauarbeiten in Connewitz. „Die Stadt hat in Aussicht gestellt, dass wir nach dem Umbau eventuell wieder hierher zurückziehen können“, so Blümle. Dies wäre auch aus finanzieller Sicht nicht die schlechteste Lösung. Denn der angestammte Sitz der Verkehrwacht verfügt über einen speziellen Platz zur Verkehrserziehung mit funktionierender Ampelanlage. „Unter den Platten sind dafür Leitungen verlegt“, schildert die Geschäftsführerin. „So etwas anderswo neu herzurichten, kostet richtig Geld.“

Von Frank Döring

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