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Lokales Sofort vergriffen: Ansturm auf Moppi-Tassen ist riesig
Leipzig Lokales Sofort vergriffen: Ansturm auf Moppi-Tassen ist riesig
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17:11 27.11.2019
An Ulrich Grunows Stand warteten einige bereits seit den Mittagsstunden, um an die begehrten Moppi-Glühweintassen zu gelangen. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Es hat keine 24 Stunden gedauert. Bereits am Mittwochmittag waren die heiß begehrten Moppi-Tassen auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt vergriffen. An welchem Stand man auch schaute: Nirgendwo gab es mehr einen Becher mit dem Abbild des knurrenden Hundes, der seit 1976 das Sandmännchen begleitet. Doch keine Panik, die nächste Fuhre der beliebten Becher kommt Ende der Woche in Umlauf.

Bereits am frühen Abend waren alle Tassen weg

Wie groß der Ansturm auf die Tassen ist, erklärt Ulrich Grunow. Er ist Standleiter der Glühwein-Bude des Weinguts Keth. Pro Woche habe sein Stand 120 Tassen zur Verfügung. „Gestern standen bereits um 15.45 Uhr die ersten Leute an, um an eines der Gefäße zu kommen.“ Kurz nach Eröffnung des Weihnachtsmarktes seien diese binnen kürzester Zeit vergriffen gewesen.

Sie ging am frühen Abend schon leer aus: Ivonne Michelmann wollte eine Tasse für ihre Tochter Lucy. Quelle: Andre Kempner

Das musste auch Ivonne Michelmann feststellen. „Ich war gestern Abend um 17.30 Uhr mit meiner Tochter Lucy hier am Stand, da gab es schon keine Tassen mehr.“ Da die Ermlitzerin in Leipzig arbeitet, hat sie während ihrer Mittagspause einen zweiten Versuch gestartet – doch leider ohne Erfolg. Einen alkoholfreien Glühwein gibt es jetzt trotzdem, um sich gegen das schlechte Wetter aufzuwärmen.

Am Freitag gibt es Nachschub

Bis es an Grunows Stand neue Moppi-Tassen gibt – wie wohl an allen anderen Ständen auch –, müssen sich die Raritätensammler noch etwas gedulden. „Am Freitag bekommen wir Nachschub“, sagt Grunow.

Marktamtsleiter Walter Ebert ist schon jetzt von dem Hype genervt. „Sie können sich gar nicht vorstellen, was die Leute alles tun, um an diese Tassen zu kommen“, erklärt Ebert. Selbst im Marktamt klingele schon das Telefon mit Bürgern, die eine der Moppi-Tassen auf Umwegen ergattern möchten. Ebert schnauft kurz durch. „Bitte bleiben Sie doch alle vernünftig!“

Bereits einen Tag nach Eröffnung des Leipziger Weihnachtsmarkts, stehen die Moppi-Tassen auf Auktionsportalen zu absurden Preisen. Quelle: LVZ

Doch mit Vernunft lässt sich bei so Manchem nicht mehr argumentieren. Schon jetzt gibt es unzählige Verkaufsangebote auf Auktionsplattformen im Internet. Im vergangenen Jahr erzielten manche Stücke mit dem Motiv von der Ente Pittiplatsch teilweise Mondpreise von bis zu 80 Euro. Bereits Mitte Dezember waren alle Tassen vergriffen. In diesem Jahr scheint sich der Sammel-Wahnsinn noch zu steigern. Auf Facebook teilte eine LVZ-Leserin bereits ein Angebot in dem ganze 200 Euro für einen Moppi-Becher verlangt werden.

4000 Becher pro Woche

Ebert hat dafür kein Verständnis. Die Tassen seien eigentlich für Kinder gedacht und nicht als teure Sammelware. 17000 Exemplare hat das Leipziger Marktamt für die kommenden Wochen beschafft – darunter auch eine kleine Anzahl mit Motiven aus den Vorjahren. Pro Woche erhalten die Glühweinstände eine neue Ladung. Jede Charge beinhaltet 4000 Stück. „Dabei bleibt es auch“, sagt Ebert. Das heißt: Es wird keine Extra-Anfertigungen außerhalb des normalen Standbetriebs geben. „Die Becher sind als schönes Mitbringsel und Erinnerung gedacht. Die Stadt verdient daran kein Geld.“ Außerdem sei auch aus Lizenzgründen eine höhere Auflage nicht möglich.

Standleiter Grunow hat indes eine Strategie, wie er den Ansturm auf seine wenigen Moppi-Tassen etwas bremsen kann. „Wer ohne Kind kommt, bekommt maximal zwei Tassen alkoholfreien Glühwein“, sagt Grunow. Niemand bekomme außerdem einfach fünf Tassen, damit auch andere noch eine Chance bekommen. Es habe auch schon Leute gegeben, die überhaupt nichts trinken wollten, so Grunow weiter. „Die bekommen dann eine leere Tasse, müssen aber im Gegenzug eine Flasche Kinderpunsch für daheim kaufen.“

Der Leipziger Weihnachtsmarkt hat bis zum 23. Dezember täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet, an Freitagen und Samstagen sogar bis 22 Uhr.

Von Max Hempel

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