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Lokales Leipzig bekommt sechs Millionen Euro für neue Straßenbahnen
Leipzig Lokales Leipzig bekommt sechs Millionen Euro für neue Straßenbahnen
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17:26 19.11.2015
Designstudie für die neuen Solaris-Straßenbahnen der LVB. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2016 über Leipzigs Straßen rollen.
Designstudie für die neuen Solaris-Straßenbahnen der LVB. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2016 über Leipzigs Straßen rollen. Quelle: LVB GmbH
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Leipzig

Im kommenden Jahr soll in Leipzig das Ende einer Ära eingeläutet werden. Dann rollen die alten Tatra-Straßenbahnen schrittweise aufs Abstellgleis und werden durch moderne Trams des polnischen Herstellers Solaris ersetzt. Zur Anschaffung weiterer Niederflurstraßenbahnen hat das sächsische Verkehrsministerium am Donnerstag rund sechs Millionen Euro Fördermittel freigegeben. Mit der Finanzspritze aus Dresden können die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) die Erneuerung ihres Fuhrparks weiter vorantreiben und neun neue Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 27 Millionen Euro bestellen.

Insgesamt ist bis 2020 die Anschaffung von 41 neuen Fahrzeugen geplant, um alle 140 noch im Dienst stehenden alten Tatra-Straßenbahnen zu ersetzen. Fünf der neuen Solaris-Trams wurden bereits 2014 bestellt, nun können weitere in Auftrag gegeben werden. „Die ersten Fahrzeuge werden im Dezember 2016 in den Linienbetrieb gehen“, kündigte LVB-Sprecher Marc Backhaus am Donnerstag gegenüber LVZ.de an. Die weitere Erneuerung des Fuhrparks soll bis 2020 schrittweise erfolgen. In vier weiteren Chargen werden voraussichtlich jeweils neun weitere Bahnen geliefert.

Gesamtinvestition von 120 Millionen Euro

Die modernen 38 Meter langen und 220 Fahrgästen Platz bietenden Bahnen werden derzeit bei Solaris entwickelt und produziert. „Der Prozess ist in vollem Gange“, erklärte Backhaus. Die Fördermittelzusage wurde bei den LVB als weiterer Erfolg bei den bereits seit Jahren andauernden Verhandlungen mit dem Verkehrsministerium gewertet. „Wir freuen uns sehr, dass der Freistaat uns bei der Modernisierung unseres Fuhrparks so maßgeblich unterstützt“, so Backhaus gegenüber LVZ.de.

Die alten Tatra-Bahnen rollen bis 2020 aufs Abstellgleis. Quelle: André Kempner

Das Gesamtvolumen der Straßenbahn-Investitionen beläuft sich nach LVB-Angaben auf rund 120 Millionen Euro. Zwei Millionen Euro steuert die Stadt Leipzig bei. Etwa die Hälfte des Kaufpreises soll der Freistaat fördern, den Rest übernehmen die LVB und deren Mutter, die kommunale Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV). Die LVB haben bereits Busse des Unternehmens Solaris mit Sitz in der Nähe von Posen in ihrem Fuhrpark.

Auch altes Umspannwerk in Reudnitz wird erneuert

Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hob die Notwendigkeit der Investitionen bei den LVB hervor. „Der Einsatz der neuen barrierefreien Fahrzeuge verbessert die Attraktivität des ÖPNV und trägt dazu bei, dass die Leipziger und ihre Besucher auch künftig gern mit der Straßenbahn unterwegs sein werden“, sagte Dulig. Der Minister sagte für die nächsten Jahre weitere Unterstützung zu. Auch für die weiteren 27 Fahrzeuge würden „aller Voraussicht nach“ Fördermittel zur Verfügung stehen.

Auch die Erneuerung des sogenannten Gleichrichterunterwerkes der LVB in Reudnitz unterstützt der Freistaat mit einer Million Euro. Das mehr als 30 Jahre alte Umspannwerk soll abgerissen und durch einen Neubau mit moderner Anlagentechnik ersetzt werden. In diesem Zuge werde auch die Stromversorgung der Straßenbahnen von 600 Volt auf 750 Volt Spannung umgestellt, heißt es aus dem Ministerium.

Von Robert Nößler

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