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Lokales Leipzig beschließt touristische Aufwertung des Kulkwitzer Sees
Leipzig Lokales Leipzig beschließt touristische Aufwertung des Kulkwitzer Sees
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15:13 06.08.2018
Badestelle am Kulkwitzer See in Nähe des „Roten Hauses“. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Jedes Jahr strömen etwa 500.000 Menschen an den Kulkwitzer See vor den Toren der Messestadt – um zu baden, zu tauchen, mit Seeblick zu speisen oder einfach nur die Natur zu genießen. Nicht ohne Grund: Leipzigs ältester Tagebausee gehört zu den saubersten und schönsten Gewässern des Landes. Damit dies so bleiben kann, müssen Uferbereiche, Strände und Grünanlagen aber auch gepflegt werden. Das kostet natürlich Geld. Bereits zur Jahrtausendwende gab es deshalb erste Ideen, das See-Umfeld touristisch aufzuwerten – um Einnahmen auch in die Pflege der Natur stecken zu können. Es folgten Jahre mit Planungen, samt umfangreicher Bürgerbeteiligung und zweier Gutachten zur Umweltverträglichkeit. Ende Juni wurde der Bebauungsplan „Erholungsgebiet Kulkwitzer See“ nun im Stadtrat einstimmig beschlossen. LVZ.de gibt einen Überblick über die Veränderungen, die künftig am See erlaubt sind.

Die Planungen beziehen sich auf ein etwa 68,5 Hektar großes Areal am östlichen Seeufer, das sich im Norden vom Wasserski-Zentrum über den bekannten Camping-Platz am Kulkwitzer See und die frei zugänglichen Badestellen auf Höhe von Leipzig-Grünau bis hin zum Ufer am südlichen Ende von Lausen zieht. Neben einer Erweiterung der bestehenden Flächen sieht das Konzept auch neue Areale für touristische Nutzung vor. Und nicht an allen Abschnitten wird künftig noch uneingeschränkt gebadet werden – insgesamt drei Hektar entlang des Ostufers sind im Bebauungsplan als private Grünfläche deklariert. Angst vor einer Privatisierung des „Kulkis“ muss aber nicht aufkommen, denn die Beschränkungen betreffen vor allem Bereiche am Wasserski-Ressort, an der früheren Schiffsgaststätte und am Campingplatz.

Gesellschaft für das „Rote Haus“

Auf den restlichen 41 Hektar öffentlicher Grünfläche im Plangebiet befinden sich diverse Badestellen für alle. Gut zu erreichen sind diese wie gehabt aus Richtung der Straßenbahnendstelle. Künftig sollen am Haupteingang des neuen „Erholungsgebiets Kulkwitzer See“ eine Fest- und Sportwiese sowie Grillplätze auf Besucher warten. Nur wenige Meter entfernt steht auch künftig noch das „Rote Haus“ – die ehemalige Schaltzentrale des Tagebaus, die zur Gaststätte ausgebaut wurde. Rings herum können in Zukunft geneigte Investoren noch weitere, dreigeschossige Bauten für Ausschank und Dienstleistung bauen, heißt es.

Ebenfalls neu entstehen kann nördlich davon eine Ferienhaussiedlung mit 25 kleinen, eingeschossigen Gebäuden, mit einer maximal zulässigen Grundfläche von jeweils 60 Quadratmetern. Etwas südlich existiert bereits eine Siedlung mit Wochenendhäuschen, die künftig aber auf ein einheitliches Maß gebracht werden sollen. Wie es im Bebauungsplan heißt, wird die zulässige Größe der maximal 170 eingeschossigen Gebäude auf jeweils 40 Quadratmeter begrenzt. Unter Umständen seien dafür auch Rückbaumaßnahmen notwendig.

Der bestehende Campingplatz am Kulkwitzer See kann demnächst noch ein Stück erweitert werden. Dafür ist im Plan östlich des Baches Zschampert eine weitere Flächen vorgesehen. Zusätzliche eingeschossige Infrastruktur soll nebenan auch am bestehenden Hochseilgarten westlich des Baches entstehen können. Nicht zuletzt kann demnächst auch die kleine Ferienhaussiedlung in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz erweitert werden. Hier sind zusätzliche Häuser mit zwei Etagen und einer Grundfläche von maximal 50 Quadratmeter erlaubt.

Der im Juni 2018 beschlossene Flächennutzungsplan für das Ostufers am Kulkwitzer See. Quelle: Stadt Leipzig

Kleines Hotel am Nordufer

Das größte neue Gebäude am Kulkwitzer See wird derweil in unmittelbarer Nähe zu den beiden vorhandenen Parkplätzen im nördlichen Teil des Areals entstehen können: Ein zweigeschossiges Hotel mit einer maximalen Grundfläche von 600 Quadratmetern ist dort jetzt erlaubt. Wo schon jetzt ein kleiner Biergarten zu finden ist, können Investoren dann auch kleine Büros und Geschäfte bauen lassen. Das trifft auf die Flächen am ehemaligen Schiffsrestaurant „MS Frida“ sowie am „Freizeitcampus“ nördlich des Campingplatzes zu.

Nicht zuletzt wurde der Bebauungsplan im Juni auf Vorschlag der Linksfraktion noch um zusätzliche öffentliche Sanitäranlagen und Spielplätze ergänzt, die schon in den kommenden fünf Jahren realisiert werden sollen. Weil diese Ergänzung verwaltungsrechtlich aber nicht in den eigentlichen Bebauungsplan gehört, muss die Abstimmung im Plenum Ende August noch einmal wiederholt werden. Der Inhalt bleibt gleich, ändern wird sich an der Zustimmung der Stadträte somit wohl nichts.

Von Matthias Puppe

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