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Lokales Leipzig hat das erste Deutsch-Amerikanische Institut der neuen Bundesländer
Leipzig Lokales Leipzig hat das erste Deutsch-Amerikanische Institut der neuen Bundesländer
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19:03 05.02.2020
Eröffnung am Leipziger Markt, wo das Deutsch-Amerikanische Institut Sachsen aber nur für einen Vormittag residierte: Christina M. Higgins von der US-Botschaft in Berlin. Burkhard Jung, Michael Kretschmer, Katja Kanzler, Eric W. Fraunholz, Timothy Eydelnant und Beate Schücking (von links). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Später, am Buffet, wird es mehr um das jüngste Votum zum Amt des Leipziger Oberbürgermeisters als um die Vorwahlen in den Vereinigten Staaten gehen. Der Name des US-Präsidenten ist bei der Eröffnung des Deutsch-Amerikanischen Instituts Sachsen (DAIS) Mittwochvormittag kein einziges Mal gefallen. Nein, es ist ein anderer Mensch, der nicht da sein kann und dennoch über allem zu schweben scheint.

Der große Leipziger Amerikanist Christer Garrett, dessen Todestag sich im März jährt, hatte seit Jahren an der Gründung einer solchen transatlantischen Begegnungsstätte gefeilt. „Ohne seinen Einsatz, seine Hartnäckigkeit, seine Vernetzung wären wir heute nicht hier“, betont US-Generalkonsul Timothy Eydelnant. „Ohne das Samenkorn“, wie es Uni-Rektorin Beate Schücking nennt, „das er 2013 gepflanzt hat“, ohne die Initiative „American Space Leipzig“ von Uni, Unibibliothek und der US-Botschaft in Berlin gäbe es nun nicht dieses erste Deutsch-Amerikanische Institut in den neuen Bundesländern.

Frag einen Amerikaner!

Für den unabhängigen Kultur- und Bildungsverein formuliert Geschäftsführer Eric W. Fraunholz vier Ziele. Erstens sollen öffentliche Vorträge und Diskussionen überall im Freistaat den Dialog über Themen fördern, die Sachsen wie Amerikaner betreffen. Zweitens will das DAIS persönliche Begegnungen initiieren: Im Programm „Ask an American“ gehen US-Staatsbürger in Schulklassen, für März ist ein Treffen von Kongressabgeordneten mit Studenten geplant.

Drittens will man Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vernetzen und so auch Karrierechancen für den Nachwuchs schaffen. Viertens verschreibt sich das DAIS der Bildung und will gegen Missinformation kämpfen. „Ich bin in der DDR aufgewachsen“, sagt die Leipziger Amerikanistin Katja Kanzler. Die Professorin ist Vorsitzende des gemeinnützigen DAIS-Vereins. „Es ist für mich eine Ehre, in diesem Institut mitzuarbeiten.“

Gemeinsame Werte trotz gegenwärtiger Verwirrungen

Das US-Generalkonsulat in Leipzig blickt auf eine fast 200-jährige Geschichte zurück – die 1941 abbrach und 1990 wiederbelebt wurde. In westdeutschen Großstädten schuf die US-Administration nach dem Zweiten Weltkrieg Amerikahäuser; Mitte der 90er-Jahre stellten sie den Betrieb ein und gründeten sich als unabhängige Deutsch-Amerikanische-Institute aufs Neue. Bis Mittwoch gab es davon bundesweit elf.

Die Lücke im Osten zu schließen, „war mir ein persönliches Anliegen“, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). „75 Jahre Frieden in Deutschland hängen mit Amerika zusammen. Auch wenn das in Sachsen vielleicht nicht selbstverständlich klingt.“ 100 000 Euro schießt der Freistaat für die ersten zwei Jahre zu. „Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung sind die Werte, die uns verbinden“, erklärt Kretschmer. „Trotz Verwirrungen in der Gegenwart.“

Im Geisteswissenschaftlichen Zentrum stellt die Uni das Büro für den bislang einzigen Festangestellten: den 32-jährigen Fraunholz. Aber mit der Stadt sucht man offenbar intensiv nach einer eigenen Bleibe: Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) schwebt „ein internationales Haus in Leipzig vor“, in dem neben dem DAIS vielleicht das Deutsch-Griechische Jugendwerk, das Deutsch-Vietnamesische Haus, das Polnische Institut, die verschiedenen Städtepartnerschaften Räume beziehen. „Ein Ort, an dem sich Internationalität haptisch erleben lässt“, so das Stadtoberhaupt.

Genau so, wie es sich Christer Garrett gewünscht hat

Zukunftsmusik. Zu den 20 Gründungsmitgliedern des DAIS-Vereins im Sommer 2019 sind seither zwar erst zwei, drei Hand voll dazugekommen. „Aber jetzt geht es ja auch erst richtig los“, sagt Fraunholz. Für März kündigt er das erste Programmheft an. „Die US-Botschaft, das Generalkonsulat, die Stadt, der Freistaat werden uns hoffentlich weiter helfen. Doch langfristig wollen wir unabhängig von Förderung sein und uns nur von den Mitgliedsbeiträgen finanzieren.“

Aus einer hinteren Reihe erlebt Claudia Garrett die Eröffnung mit. „Das Institut ist genau so, wie es sich mein Mann gewünscht hat“, sagt sie. „Die Basis, auf der die Menschen sich nun begegnen können.“ Ein Mittel dafür soll bald ein Stipendium sein, das nach ihrem Ehemann benannt ist. Für ein „Christer Garrett Scholar­ship“ können sich ab Frühling junge Menschen bewerben, die sich für internationale Verständigung starkmachen.

Mitgliedschaft 52 Euro pro Jahr, Schüler und Studenten 26 Euro; www.dai-sachsen.de

Von Mathias Wöbking

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