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Lokales Leipzig hat laut Verbraucher-Studie die attraktivste Innenstadt
Leipzig Lokales Leipzig hat laut Verbraucher-Studie die attraktivste Innenstadt
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11:07 30.01.2017
Einkaufen in der Leipziger Innenstadt steht bei Verbrauchern hoch im Kurs. (Archivfoto)  Quelle: André Kempner
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Köln

 Trotz vieler Bemühungen zur Aufwertung der Einkaufsstraßen lösen Deutschlands Innenstädte bei vielen Verbrauchern nach wie vor keine überschäumende Begeisterung aus. Bei einer Befragung von 58.000 Innenstadtbesuchern in 121 Städten durch das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) gab es für die Attraktivität der Stadtzentren im Durchschnitt nur die Schulnote drei plus.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen. So konnte Leipzig die mit Abstand beste Gesamtbewertung der Studie einfahren. „Die Bestnote für die Gesamtattraktivität geht an Leipzig. Die größte Stadt im Freistaat Sachsen belegt damit sowohl bei den Städten mit über 500.000 Einwohnern als auch insgesamt den ersten Platz“, heißt in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung der IFH. Auch anderen Kommunen erreichten Noten im Einserbereich, so wie Erfurt, Heidelberg und Hamburg.

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Ein Großteil der deutschen Kommunen hat bei der Attraktivität der Innenstädte jedoch erheblichen Nachholebedarf, analysieren die Kölner Handelsforscher. „Mit einer drei plus als Schulnote können Städte, die sich für die Zukunft aufstellen möchten, nicht zufrieden sein“, betonte IFH-Geschäftsführer Boris Hedde. Schließlich stehe die Branche zurzeit durch den Siegeszug des Online-Handels und die demografischen Veränderungen in Deutschland vor großen Herausforderungen.

 Ausgangspunkt der Erhebung in mehr als 120 Kommunen war der wachsende Druck des Internethandels auf die deutschen Innenstädte: Von 2014 bis 2016 ist der Umsatz im Onlinehandel laut IFH um gut 10 Milliarden Euro auf 52,3 Milliarden Euro angestiegen. Jeder fünfte Befragte gab bei der IFH-Studie an, inzwischen aufgrund vermehrten Online-Shoppings seltener in die Innenstadt zu fahren.

 Den größten Einfluss auf die Bewertung der Innenstädte haben der Studie zufolge ihr Ambiente und Flair. Vor allem der Charakter der Gebäude, Plätze und Grünflächen spiele eine große Rolle. Erst auf Platz zwei folgt die Vielfalt des Einzelhandelsangebots. Eine untergeordnete Rolle bei der Bewertung spielen dagegen laut Umfrage die Parkplatzsituation und das Angebot von verkaufsoffenen Sonntagen.

 „Die Städte müssen sehen, was sie besonders auszeichnet und das betonen. Der Einheitsbrei hat in Zukunft keine Chance“, sagte Hedde. Wer eine attraktive Altstadt habe, könne damit punkten. Doch fast genauso wichtig sei ein attraktiver Sortimentsmix. „Es reicht nicht, die immer gleichen Filialketten zu haben. Hier ist Vielfalt gefragt und Einzigartigkeit“, meint der Handelsexperte.

 Der Umfrage zufolge ist der größte Gegner für die Einzelhändler in den Innenstädten aktuell noch nicht der Online-Handel, sondern die Einkaufsstraße in der Nachbarstadt. Bei Bekleidung, Wohnartikeln oder Schreibwaren wanderten Konsumenten eher in andere Städte ab, als auf das Internet zurückzugreifen. Lediglich bei Telekommunikation und Elektronik habe das Internet inzwischen eine ähnlich große Bedeutung wie der Einkauf in Nachbarkommunen.

 Das IFH kürte gleichzeitig die attraktivsten Innenstädte in verschiedenen Größenklassen. Sieger bei den Großstädten mit über 500 000 Einwohnern war in der Verbraucherbewertung Leipzig. Andere Top-Performer in ihren jeweiligen Größenklassen waren Erfurt, Heidelberg, Hilden, Wismar und Quedlinburg. „Auch kleinere Städte können echte Akzente setzen, wenn sie ihre Vorteile ins rechte Licht rücken“, meinte Hedde. So habe das kleine Quedlinburg in Sachsen-Anhalt dank seiner 1200 denkmalgeschützten Fachwerkhäuser die beste Bewertung in der Kategorie Ambiente und Flair erhalten.

 Die Umfrage wurde an zwei Tagen Ende September von Mitarbeitern des IFH in den Kommunen durchgeführt. Dort wurden jeweils mehr als 1000 Menschen befragt. Auch bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2014 bewerteten die Deutschen ihre Innenstädte durchschnittlich mit der Schulnote drei plus.

Von LVZ

Die Studie im Netz: www.ifhkoeln.de

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