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Lokales Leipzig ist Sachsens Hochburg der Ladendiebe
Leipzig Lokales Leipzig ist Sachsens Hochburg der Ladendiebe
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22:01 29.04.2018
In keiner sächsischen Stadt schlugen 2015 so viele Ladendiebe zu, wie in Leipzig. Quelle: dpa
Leipzig

Leipzig ist mit 5.597 angezeigten Ladendiebstählen in 2015 Sachsens Klauhochburg. Im bundesweiten Vergleich liegt die Messestadt laut einer Studie des Preisvergleichsportals billiger.de damit auf Platz 10. Die Spitzenplätze belegen Flensburg, Saarbrücken und Dortmund. Spitzenreiter im Osten der Bundesrepublik ist Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg auf Platz 6. In Leipzig schlugen die Langfinger im Schnitt 1.028 Mal pro 100.000 Einwohner zu. Zum Vergleich: Auch die Landeshauptstädte Dresden (873, Platz 31) und Erfurt (927, Platz 20) fallen noch in die Kategorie der Klauhochburgen. Chemnitz (827) landet auf Platz 40 im Mittelfeld.

200 Millionen Euro Schaden im sächsischen Einzelhandel

Die Gauner haben es dabei vor allem auf Parfüms, Spirituosen und Tabakwaren, aber auch kleinere Elektronikartikel, Süßigkeiten oder Kleidung abgesehen. Ein Großteil der Ladendiebstähle werde laut billiger.de jedoch gar nicht erst polizeibekannt und falle in der Regel erst bei nachträglichen Bestandsaufnahmen auf. „Sachsens Einzelhandel beziffert die nach Inventuren ermittelten Schäden jährlich auf rund 200 Millionen Euro. Die technischen Vorkehrungen gegen Ladendiebstähle kosteten im Vorjahr zusätzlich rund 65 Millionen Euro“, berichtet Gunter Engelmann-Merkel vom Handelsverband Sachsen.

Doch manchmal helfen auch Sicherheitsvorkehrungen nicht. „Selbst 360-Grad-Überwachungskameras und Diebstahlsicherungen schrecken viele nicht ab“, führt die Studie aus. Was nicht in der eigenen Tasche landet, wird mitunter weiter gehandelt. „Erst kürzlich durchsuchten 600 Polizisten im Freistaat Sachsen 30 Objekte. Der Verdacht: Die Orte könnten Umschlagplätze für Diebesgut sein, in diesem Fall vor allem für Lebensmittel und Kosmetika“, führt die Studie weiter aus.

Überwachungstechnik kein Ersatz für die Polizei

Die Einzelhändler sorgten zwar durch Personalschulungen und immer umfassendere Überwachung der Verkaufsräume durch Kameras und Ladendetektive vor. „Organisierte Banden aus dem Ausland können aber nur mit polizeilichen Methoden zur Strecke gebracht werden“, sagt Engelmann-Merkel. „Und die Justiz sollte in geklärten Fällen ein angemessenes Strafmaß finden.“ Die hohe Diebstahlquote in Leipzig begründet der Geschäftsführer der Region Westsachsen mit der „günstigen Verkehrslage und der attraktiven Ausprägung des Einzelhandels“. Leipzig lebe einerseits auch vom Tourismus, „andererseits nutzen Ganoven die Besuchermassen gern als Deckung.“

Der Blick aufs Land offenbart, dass bei den Dieben jedoch nicht nur Großstädte beliebte Ziele sind. Die Landkreise Görlitz (Sachsen) und Altenburger Land (Thüringen) mit 498 beziehungsweise 467 Ladendiebstählen pro 100.000 Einwohner zählen zu den 20 gefährlichsten Landkreisen der Republik, so die Erhebung von billiger.de.

Von André Pitz und Winfried Mahr

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