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Lokales Leipzig korrigiert Prognose zur Einwohnerzahl nach unten
Leipzig Lokales Leipzig korrigiert Prognose zur Einwohnerzahl nach unten
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08:48 26.10.2019
Leipzig boomt – doch die Bevölkerungsvorausschätzung 2019 korrigiert die Einwohnerprognose von 2016. Quelle: LVZ-Archiv/Volkmar Heinz
Leipzig

Die seit 20 Jahren wachsende Stadt an Elster und Pleiße bleibt auch in den nächsten 20 Jahren eine prosperierende. Aber das Bevölkerungswachstum verliert an Geschwindigkeit. Leipzig wird – anders als zwischen 2012 und 2016 – bei der Einwohnerzahl vorerst keine allzu großen Sprünge mehr machen. Das erwartet ein Arbeitskreis aus Rathaus-Fachleuten und Wissenschaftlern. Dementsprechend haben die Experten die Vorausschätzung von 2016, in der sie noch davon ausgegangen waren, dass die 700.000er-Marke bis 2040 längst geknackt sei, fürs Erste nach unten korrigiert. Aus einem mehrseitigen. Papier, das der LVZ vorliegt, geht hervor, dass sich die Einwohnerzahl im Jahr 2040 wohl um die 665.000 Menschen eingependelt haben wird. Dieses Szenario beschreibt die Hauptvariante der jüngsten Prognose.

Freude auf den 600 000. Leipziger

Am Montag, 28. Oktober, macht Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) das wahr, was er selber im Sommer 2015 via Facebook prophezeite: Er heißt einen „besonderen Neu-Leipziger“ willkommen, wie es in einer Einladung an die Medien vom Freitag heißt. Nach Einschätzung von Beobachtern dürfte es sich dabei um den 600.000. Mitbürger handeln. Für das Stadtoberhaupt ein schöner Termin, ein glänzender Start in die Woche, in deren Verlauf es dann auch um die Bevölkerungsvorausschätzung 2019 gehen wird. Bis zum Jahresende 2018 waren in Leipzig etwas mehr als 596.000 Menschen mit Hauptwohnsitz gemeldet – schon das waren rund 14 000 Personen weniger als in der Prognose von 2016 angenommen. Und der Trend der Verlangsamung setzt sich fort. Verwaltungsintern ist von einer „Atempause“, von „Luftholen“ die Rede. Die jüngsten Anstrengungen, etwa in puncto Neubau von Kindertagesstätten und Schulen, haben viel Kraft gekostet.

Was zu der offenkundigen Überschätzung der demografischen Lage vor drei Jahren führte, benennt das Papier des Arbeitskreises auch. Hier drei Aspekte:

Die Flüchtlinge: Die Prognose von 2016 stand unter dem Eindruck der Flüchtlingszuwanderung, die sich damals auf ihrem Höhepunkt befand. Doch die Zahl der Asylsuchenden hat in Deutschland insgesamt sehr schnell und sehr stark abgenommen. In der Messestadt lebten 2018 circa 13 000 Geflüchtete – viel weniger, als erwartet worden war.

Der Wanderungssaldo: Das Verhältnis von Zu- und Wegzügen ist aus Leipziger Sicht zwar immer noch positiv, doch das Plus schrumpfte zuletzt kontinuierlich. 2018 belief es sich noch auf knapp 7000 Menschen. Der Zuzug nimmt also ab. Zum Vergleich: 2015 betrug das positive Wanderungssaldo knapp 17 000 Personen. Was auffällt: Gegenüber den Nachbarlandkreisen Leipzig und Nordsachsen zog die Messestadt seit 2014 den Kürzeren. Ins Umland wanderten allein 2018 per Saldo insgesamt rund 1500 Menschen ab. Überhaupt ist festzustellen: Die Anrainerkommunen wachsen mit, Leipzig gewinnt in jüngster Vergangenheit vor allem als Stadtregion. Laut dem Papier nehmen auch die „engen Pendlerverflechtungen“ der Messestadt mit den Umlandgemeinden mehr und mehr an Bedeutung zu.

Die Geburten:Im vergangenen Jahrzehnt kamen in Leipzig von Jahr zu Jahr immer mehr Kinder zur Welt. Im Vorjahr sank die Zahl der Geburten aber erstmals wieder leicht, befand sich nichtsdestotrotz auf hohem Niveau (exakt 3025 Babys mehr als im Jahr 2000). Indes: Die aktuelle Kinderzahl von 1,46 bis 1,50 pro Frau reicht für die einfache Reproduktion nicht aus.

Daten-Basis für die strategische Planung

Eine Bevölkerungsvorausschätzung ist für eine Verwaltung von großer Bedeutung, weil sie Daten liefert, die für die künftige Stadtplanung, für die strategische Ausrichtung des Wohnungs-, Straßen-, Kita- und Schulbaus, für die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie die Entwicklung kultureller Angebote die Basis darstellen.

Von Dominic Welters

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