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Lokales Leipzig prüft Schöpfverbot aus Flüssen – Trockenheit hält an
Leipzig Lokales Leipzig prüft Schöpfverbot aus Flüssen – Trockenheit hält an
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21:37 18.07.2018
In der Messestadt ist es in diesem Sommer langanhaltend warm und trocken. Viele Wiesen sind ausgedörrt und vertrocknet. Quelle: André Kempner
Leipzig

Heiß und trocken: Das Sommerwetter in Leipzig hält an – und macht Mensch und Natur weiter zu schaffen. „Bei der Wassernutzung in Leipzig und der Region spüren wir aktuell die konstant warmen Temperaturen deutlich“, teilte Katja Gläß, Sprecherin der Leipziger Wasserwerke, auf Anfrage von LVZ.de mit.

Derzeit geben die Leipziger Wasserwerke täglich durchschnittlich 108.000 Kubikmeter ab, hieß es weiter. Dabei ist der Verbrauch den Angaben zufolge seit Wochen gleichmäßig hoch, weil es keine extremen Temperaturausreißer gegeben habe. Im März waren es allerdings pro Tag noch etwa 13.000 Kubikmeter weniger gewesen.

Werke gut ausgelastet

Für die rund 680.000 Nutzer der Leipziger Wasserwerke in der Stadt und der Region sorgen drei unabhängige Bezugsquellen. Alle Wasserwerke seien derzeit gut ausgelastet, so die Sprecherin.

Auch in der Natur macht sich die Wärme weiter bemerkbar. Die Pleiße und die Weiße Elster führen schon seit dem Frühjahr nur etwa ein Drittel der mittleren Wassermenge, teilte ein Sprecher der Stadt Leipzig auf LVZ-Anfrage mit. „Diese Periode ist im Vergleich zu den Vorjahren, in denen auch vergleichbare Situationen auftraten, besonders lang“, heißt es weiter.

Stadt hat Verbote erwogen

Die Stadt Leipzig habe auch über Verbote vom Schöpfen und Abpumpen aus Gewässern nachgedacht. Ähnliches gilt bereits seit einigen Wochen im Landkreis Nordsachsen – dort drohen Strafen von bis zu 50.000 Euro, wenn man aus Flüssen Wasser entnimmt.

Solche Maßnahmen soll es in Leipzig aber nicht geben. Ein Verbot sei als „nicht zielführend“ bewertet worden, teilte der Sprecher mit. Zum einen führen kleine Fließgewässer ohnehin nicht immer Wasser. Bei den größeren Flüssen schöpfen oder pumpen Anlieger genehmigungsfrei Wasser. Größere Entnahmen – beispielsweise durch Industriebetriebe – gebe es nicht.

2018 in Sachsen besonders trocken

„Jedermann ist per Wassergesetz verpflichtet, bewusst mit dem kühlen Nass umzugehen“, so die Stadt. Das gilt auch für das Abschöpfen. Zudem sei ein Verbot schwer zu kontrollieren.

In Leipzig und Sachsen ist die Trockenheit in diesem Jahr besonders stark ausgeprägt. In den ersten sechs Monaten von 2018 hat es in weiten Teilen des Freistaats zwischen 120 bis 200 Millimeter geregnet, wie Robert Noth vom Deutschen Wetterdienst am Mittwoch sagte. Sonst waren allein im Juni im Schnitt um die 50 Millimeter gefallen. „Die Menge ist wirklich sehr gering“, sagte Noth.

Von Josephine Heinze

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