Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzig prüft Seilbahn vom Hauptbahnhof bis zum Zoo
Leipzig Lokales Leipzig prüft Seilbahn vom Hauptbahnhof bis zum Zoo
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:03 17.05.2019
So wie in dieser LVZ-Fotomontage könnte die Zukunft aussehen: Eine Seilbahn in Leipzig vom Hauptbahnhof entlang der Parthe bis zum Zoo und zurück. Quelle: Dirk Knofe/Montage: Patrick Moye
Leipzig

Um die Verkehrsprobleme in Leipzig zu bewältigen, lässt das Rathaus jetzt 29 Tunnelbauten und zwei Seilbahnen prüfen. Die Passagiergondeln in luftiger Höhe könnten den Leipziger Zoo mit dem Hauptbahnhof verbinden oder den Stannebeinplatz in Schönefeld mit dem Nordplatz. Das geht aus einer internen Präsentation des Verkehrs- und Tiefbauamtes (VTA) hervor, die der LVZ vorliegt.

Internationale Vorbilder

Die Idee mit der Gondel-Strecke ist gar nicht so abwegig, wie es im ersten Moment erscheinen mag. Auch andere deutsche Städte – wie München, Frankfurt, Stuttgart, Bonn und Wuppertal – beschäftigen sich zurzeit mit Seilbahnstrecken, um Staus auf den Straßen zu verringern. In Koblenz und Berlin waren Seilbahnen, die zu Gartenschauen in den Jahren 2011 und 2017 errichtet wurden, so erfolgreich, dass sie bis heute den Betrieb fortsetzen. International nutzen schon 100 Städte dieses Nahverkehrsmittel, darunter Sarajevo, London und Ankara. Im französischen Toulouse soll so ab Ende 2019 ein neuer Stadtteil an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen werden.

Die Varianten für Tunnel, Trogbauwerke und Seilbahnen, die die Stadt Leipzig nun konkreter untersuchen lässt, stammen zum Großteil aus dem Bürgerwettbewerb „Ideen für den Stadtverkehr“. Bis Anfang 2020 sollen 31 ausgewählte Vorschläge mit Steckbriefen untersetzt werden, heißt es in der Präsentation. Dabei würden technische Aspekte, die erwartbare Wirkung auf das Verkehrsgeschehen, die Baukosten und eine Zeitschiene für die mögliche Umsetzung abgeschätzt. Eine Seilbahn vom Eingang des Leipziger Zoos entlang des Flusses Parthe bis zum nordwestlichen Vorfeld des Hauptbahnhofs hätte den Vorzug, dass die (anders als bei Ski-Sesselliften komplett geschlossenen) Gondeln relativ niedrig über dem Erdboden schweben könnten. In Hamburg lehnte die Bürgerschaft 2014 ein ähnliches Projekt ab, weil Anwohner befürchteten, dass ihnen die Seilbahn-Passagiere sonst auf den Balkon oder in die Wohnung schauen.

Geringer Platzbedarf

Der Verkehrsexperte Professor Heiner Monheim aus Trier lobt an Seilbahnen, dass sie schnell zu bauen sind und viel weniger kosten als Busse oder Bahnen. Auch seien sie sicherer, fast geräusch- und emissionsfrei. „Der Platzbedarf ist geringer als bei Gleistrassen oder Straßen. Bis zu einer Länge von sieben Kilometern sind Seilbahnen schneller als alle anderen oberirdischen Verkehrsmittel, weil sie ohne Ampel vorankommen.“ Sinnvoll sei der Einsatz aber erst, wenn sie sich in vorhandene ÖPNV-Netze einbinden lassen.

Auch bei den Leipziger Prüfansinnen für neue unterirdische Trassen gibt es einige Überraschungen. So untersucht das VTA nun nicht nur die Optionen für einen zweiten City-Tunnel, der von Eutritzsch bis nach Plagwitz führen könnte. Zugleich wird auch noch eine S-Bahn-Röhre für die Strecke Miltitz-Markranstädt erwogen.

Des Weiteren gehören 16 Auto- und elf Straßenbahntunnel zu dem Prüfauftrag. Jeweils mehrere Varianten gelten dabei der Jahnallee sowie der Verkehrsführung vor dem Hauptbahnhof. Andere Ideen zielen darauf ab, den kompletten ­City-Ring zu untertunneln. Ob dann die Autos oder die Straßenbahnen unter der Erde fahren, bleibt offen – beides sei denkbar.

Von Jens Rometsch

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

An der Georg-Schwarz-Brücke in Leipzig-Leutzsch ist derzeit die gesamte Ampelanlage ausgefallen. Bis Ersatz bereit steht, wird die Höchstgeschwindigkeit vor Ort auf 30 Stundenkilometer reduziert.

16.05.2019

Eine anwaltliche Beratungsstelle für einkommensschwache Bürger ist am Donnerstag in Leipzig eröffnet worden. Sie gibt Ratsuchenden schnell, unbürokratisch und kostenfrei Auskunft. Es handelt sich um ein Projekt von Justizministerium und Rechtsanwaltskammer Sachsen.

16.05.2019

In der Leipziger Innenstadt werden rund um die Europa- und Kommunalwahlen mehrere Straßen gesperrt. Betroffen ist vor allem der Ring beim Neuen Rathaus. Außerdem gilt dort den Tag über absolutes Halteverbot.

16.05.2019