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Lokales Leipzig verzichtet auf Gebühr für Heizpilze – Gastronomen blicken auf kalte Monate
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Leipzig verzichtet auf Gebühr für Heizpilze

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14:57 15.09.2020
Sachsens Hotel- und Gaststättenbranche blickt mit einigen Sorgen auf die kommende kalte Jahreszeit. Leipzig will bis Jahresende die Gebühr für Heizstrahler erlassen. (Archivbild) Quelle: Volkmar Heinz
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Sachsens Hotel- und Gaststättenbranche blickt mit einigen Sorgen auf die kommende kalte Jahreszeit. In der Corona-Krise habe es zwar eine gute Unterstützung durch die Politik gegeben. „Dennoch ist es so, dass wir Angst haben jetzt vor dem Herbst“, sagte der Präsident des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Axel Hüpkes, am Dienstag in Leipzig. Die Branche fordert weitere Hilfen von Bund und Land.

Nach wie vor fehlten Geschäftsreisende und in den Städten auch größere Touristengruppen. Dass im Ausland - gerade in Frankreich und Spanien - wegen der steigenden Infektionszahlen wieder „die Handbremse angezogen“ werde, betrachte die Branche mit Sorge, sagte Hüpkes. Weihnachts- und Betriebsfeiern seien in Sachsen zwar wieder möglich, würden aber höchstens sehr kurzfristig gebucht. Eine mittel- und langfristige Planung sei für die Unternehmen nicht möglich.

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Wegen der Abstandsregeln sei die Zahl der Sitzplätze in den Restaurants in den Innenbereichen um etwa 40 Prozent reduziert. Einer bundesweiten Dehoga-Umfrage zufolge rechnen die Mitgliedsunternehmen im Schnitt mit einem Umsatzminus von rund 40 Prozent im Jahr 2020. Dabei seien die Einbußen im Frühjahr so hoch gewesen, dass selbst ein starker Jahresausklang das nicht mehr retten könnte, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein. Ungefähr die Hälfte der Betriebe sehe eine Existenzgefährdung.

Leipziger Ordnungsamt für Heizpilz-Sonderregelung

In der Diskussion um Heizpilze plädiert der Verband für Gelassenheit. „Nicht der Heizpilz wird die Gastronomie retten. Es ist ein Baustein“, sagte Klein. Die Geräte gelten als Klimakiller. Wenn Gastwirte sie jetzt aufstellten, um ihre Außenbereiche auch bei kühleren Temperaturen nutzen zu können, dann sei das nur eine temporäre Lösung, sagte Dehoga-Vertriebsgeschäftsführerin Franziska Luthardt.

Mit Ausnahme der Stadt Leipzig sei das Aufstellen der Wärmepilze ohnehin überall in Sachsen erlaubt. In Leipzig gelte bis Ende des Jahres eine Sonderregelung, sagte Christian Ehrlich vom Ordnungsamt der Stadt. Auf Antrag werde pro 20 Quadratmeter Fläche ein Heizpilz gestattet. Die sonst fälligen 30 Euro Gebühr pro Monat in der Innenstadt fielen bis 31. Dezember weg.

Dehoga: Mehrwertsteuersatz dauerhaft senken

Um weitere Entlastung für die Betriebe zu schaffen, fordert Dehoga, dass die zeitweise Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für Speisen von 19 auf 7 Prozent „verstetigt“ wird. Diese Lösung habe der Branche wirklich geholfen - es bleibe bei den Unternehmen einfach „mehr hängen“, sagte Klein. Bisher ist die seit 1. Juli geltende Absenkung bis 30. Juni nächsten Jahres befristet. Dagegen seien die Einstiegskriterien für das staatliche Überbrückungsgeld zu starr und zu bürokratisch.

Klein forderte zudem, dass im sächsischen Landeshaushalt in den nächsten drei Jahren jeweils zehn Millionen Euro für das Tourismusmarketing eingeplant werden. In diesem Sommer habe sich gezeigt, dass Werbung in anderen Bundesländern wirke. Die Ferienregionen in Sachsen seien gut gebucht gewesen. „Wir haben in den Sommermonaten in den Ferienregionen einiges auffangen können, was die schlechten Prozente ein wenig besser aussehen lässt“, sagte Hüpkes.

Von LVZ/dpa/Birgit Zimmermann