Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger CDU will mehr gegen illegale Drogen tun und „Revolution Train“ holen
Leipzig Lokales Leipziger CDU will mehr gegen illegale Drogen tun und „Revolution Train“ holen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:00 11.12.2017
Die synthetischen Droge Crystal Speed ist weit verbreitet. Die Leipziger CDU will mehr für die Aufklärung und Prävention tun.
Die synthetischen Droge Crystal Speed ist weit verbreitet. Die Leipziger CDU will mehr für die Aufklärung und Prävention tun. Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

Die CDU will die Prävention von Drogen verstärken. Zu diesem Zweck soll die Stadtverwaltung beauftragt werden, sich beim Träger des Drogenpräventionsprojektes „Revolution Train“ um einen Aufenthalt des Antidrogenzuges „Revolution Train“ in Leipzig zu bewerben. „Die Entwicklung des Drogenkonsums, besonders bei Jugendlichen, ist besorgniserregend“, sagt CDU-Stadtrat Karsten Albrecht, der auch im Jugendhilfeausschuss sitzt. „Wir sind der Meinung, dass der innovative und ganzheitliche Ansatz des ,Revolution Train‘ auch in der besonders stark von Drogenproblemen betroffenen Stadt Leipzig zum Einsatz kommen sollte.“ Die Stadt soll nun, so heißt es im Antrag, die notwendigen Voraussetzungen klären, um das innovatives Drogenpräventionsprojekt aus der Tschechischen Republik nach Leipzig zu holen. Träger ist der gemeinnützige Stiftungsfonds Nove Cesko mit Sitz in Prag.

In Leipzig ist nach wie vor Alkohol die am häufigsten konsumierte Droge. Aber auch der Konsum von Methamphetamin (Crystal) liegt weiter auf hohem Niveau. Im Vorjahr waren laut Suchtbericht der Stadt Leipzig 750 Männer und Frauen Konsumenten der illegalen Droge (2015: 658).

Wie Albrecht betont, könne „Revolution Train“ insbesondere Kindern und Jugendlichen emotional eindrucksvoll und überzeugend die Risiken und Gefahren von Drogen vermitteln und somit ihre Motivation für einen drogenfreien Lebensweg stärken. Hinter „Revolution Train“ verbirgt sich ein multifunktional und multimedial ausgestatteter Eisenbahnzug mit interaktiven Besucherprogrammen, die mit Hilfe der 5D-Technologie alle Sinne der Besucher ansprechen. „Im Zug werden Orte nachgestellt, die für das Thema Drogensucht relevant sind, zum Beispiel ein Autounfall und ein Gefängnis“, erklärt der CDU-Stadtrat. Die zumeist jugendlichen Besucher verfolgen dabei unter anderem die Geschichten von Altersgenossen, die drogenabhängig geworden sind und werden aufgefordert, sich zu entscheiden, wie sie sich in Krisensituationen verhalten würden. Auch werden sie ermutigt, sich dem Druck von Altersgenossen zu widersetzen.

Hauptzielgruppen sind Schulklassen und Familien mit Kindern. Für Schulklassen besteht die Möglichkeit, mit den Lektoren des Zuges ihren Besuch nachzubereiten und so die gewonnene Motivation für ein drogenfreies Leben zu vertiefen. Auch Firmen können die Programme des Zuges für ihre Gesundheitsprävention nutzen.

Der Pilotbetrieb des Antidrogenzuges begann 2015. Die erste große Tour führte im Frühjahr 2016 durch das nördliche Böhmen. Es folgten im Herbst 2016 und Frühjahr 2017 Touren durch die sächsische Erzgebirgsregion und im Herbst 2017 durch das östliche Bayern. Der Haupteinzugsbereich ist somit die tschechisch-sächsisch-bayrische Grenzregion, also genau die Region, die besonders von der aktuell grassierenden Crystal-Sucht betroffen ist.

Im Rahmen eines Tagespauschalsatzes bietet der Betreiber unter anderem an: Überführen, Abstellen und Bewachen des Zuges; Durchführung der je 90-minütigen Präventionsprogramme mit qualifizierten deutschsprachigen Moderatoren; Organisation der Schulklassenbesuche sowie eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit.

Von Mathias Orbeck

Lokales Auenhof-Chef Oliver Leipacher neuer Vorsitzender - Nabu-Gruppe Lößhügelland will mit Kindern raus in die Natur
12.03.2018
11.12.2017